Element of Crime Konzert in Frankfurt.
Audio: Inforadio | 24.05.2019 | David Krause | Bild: imago images / 3S PHOTOGRAPHY

Konzertkritik | Element of Crime im Tempodrom - Ein Abend mit seemännisch melancholischem Sound

Früher sang Sven Regener, Frontmann von Element of Crime, noch von Delmenhorst. Heute lebt er längst in Berlin und besingt die Nächte am Schlesischen Tor. Und um "Karin, Karin" zu performen, holt er sogar seine Tochter auf die Bühne. Von David Krause

Sollte ein Element of Crime-Sympathisant gehadert haben, das Konzert der Band am Donnerstagabend zu besuchen, hat er oder sie etwas verpasst. Zum Beispiel einen Sven Regener, der das durchgezogen hat, was sein Publikum von ihm erwartet: Leidenschaftliches Durchackern der über 30-jährigen Bandgeschichte - inklusive schnodderiger Geschichtenerzählerei.

"Immer da, wo Du bist, bin ich nie"

Ein bisschen Musikkunde zum warm werden: Der gebürtige Bremer Sven Regener ist seit 1985 Chef bei Element of Crime. Gleich zwei Jahre später eskaliert eines ihrer Konzerte. In der Zionskirche in Ost-Berlin stürmen Rechtsextreme den Auftritt der Band – es kommt zu Übergriffen auf das Publikum.

Fast war die Bandgeschichte schon in den 90ern fertiggeschrieben, trennen will man sich. Aber weil die Musiker um Regener Pleite sind, können sie es sich einfach nicht leisten, aufzuhören.

"Ich bin jetzt immer da, wo Du nicht bist. Und das ist immer Delmenhorst", singt Regener am Donnerstagabend. Doch mittlerweile wohnt der Musiker und Autor längst in Berlin. 14 Alben sind entstanden. Das letzte im Oktober, "Schafe, Monster und Mäuse" heißt es.

Regners Delmenhorst liegt längst in Berlin

Mit Saxophon, Akkordeon und Trompete auf der Bühne schaffen Element of Crime am eine spannende Mischung auf der Bühne: einen seemännischen melancholischen Sound. "Jedem ein Sterni und bald kommt der Mond hinterm Parkhaus hervor. Der soll uns die Wege beleuchten zu der Party am Schlesischen Tor", singt Regener weiter. Eigentlich müsste er nicht viel erzählen zwischen den Songs. Seine Lieder sind ja schon die Storys.

Er tut es trotzdem, holt sogar seine Tochter auf die Bühne, um mit ihr den Song "Karin, Karin" zu performen. Dafür gibt es natürlich großen Applaus und Gejohle. Seine Fans feiern ihn dafür. Einer nimmt sich einfach den Raum und tanzt torkelnd zu der Mischung aus alten und neuen Songs von Element of Crime. Es mache Spaß, auch mal asozial zu sein, beschreibt Regener eine seiner musikalischen Geschichten. Und die werden ihm hoffentlich nie ausgehen.

Beitrag von David Krause

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