Der Comiczeichner und Erfinder von Fix und Fax, Jürgen Kieser, kurz vor seinem 95. Geburtstag (Quelle: MOSAIK/Hanno Moritz Kunow)
Video: Inforadio | 22.05.2019 | Nachrichten | Bild: MOSAIK/Hanno Moritz Kunow

Comiczeichner wurde 97 Jahre alt - "Fix und Fax"-Schöpfer Jürgen Kieser ist tot

Der Comic-Autor Jürgen Kieser ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Seit den 1950er Jahren zeichnete er für DDR-Zeitschriften. Besonders viele Fans fanden seine Comic-Figuren Fix und Fax - zwei freche Mäuse.

Jürgen Kieser, Schöpfer der DDR-Comicfiguren Fix und Fax, ist tot. Er starb bereits am Montag im Alter von 97 Jahren im Kreis seiner Familie, wie ein Sprecher des Verlags "Mosaik Steinchen für Steinchen" am Dienstagabend sagte.

Von 1958 bis 1991 waren die Abenteuer der Mäuseknaben monatlich in der Comiczeitschrift "Atze" erschienen. Fix und Fax waren damit die langlebigsten DDR-Comicfiguren. Nach 350 Folgen war Kieser im Februar 1987 in den Ruhestand gegangen. Mit seinem Nachfolger bekamen die gezeichneten Mäuse dann ein anderes Antlitz.

Zeichner und Texter

Kieser war am 20. August 1921 in Berlin-Erkner geboren worden, später zog er nach Neu Zittau in Brandenburg. Im Zweiten Weltkrieg war er erst Flieger, dann Fluglehrer bei der Luftwaffe. Seine Flugbegeisterung spiegelte sich auch in seinen Comics wieder, die zunächst noch "Bildergeschichten" hießen.

Nach dem Krieg arbeitete Kieser als Werbegrafiker bei der staatlichen Handelskette HO. Ende der 50er Jahre bekam die DDR zwei eigene Comic-Zeitschriften: das "Mosaik" mit den drei Helden Dig, Dag und Digedag und die "Atze". Deren Titelfigur, ein pfiffig-frecher Berliner Pionier, hat Kieser entwickelt. 

Ende 1957 bot er der "Atze"-Redaktion eine Geschichte mit den Mäusen Fix und Fax an. Die Leser waren so begeistert, dass von da an jeden Monat weitere Abenteuer folgten. Kieser zeichnete nicht nur, sondern dachte sich auch die Comic-Texte aus.

Mäuse auch im Film erfolgreich

"Für "Atze", dessen Hauptteil in der Regel aus einer mehr oder weniger politischen Bildgeschichte bestand, waren die beiden Mäuse das unbestrittene Zugpferd - und für viele Leser der Hauptgrund, das Heft zu kaufen", sagte Robert Löffler vom Verlag "Mosaik Steinchen für Steinchen" einmal. Pläne, die beiden Mäuse aus "Atze" zu streichen, weil sie zu unpolitisch waren, habe man "aus Verkaufsgründen vorläufig" aufgegeben.

Die beiden Mäuse waren auch auf der Leinwand unterwegs: 1969 entstand ein Defa-Puppentrickfilm mit ihnen. 1999, also schon lange nach dem Ende für die "Atze", wurde der sechs-Minuten-Kino-Streifen "Das fliegende Geschenk" produziert.

Karikaturen für Erwachsene

Zu Kiesers Werk zählen zahlreiche weitere Comicfiguren. Eine Auswahl: Für die "Wochenpost" schuf er "Jürgen Naseweis", "Lobos lustige Streiche" und "Au Backe, Macke", für die "Frösi" den Reporter Droll und "Geschichten um Olaf", für die "Atze" auch den Affen Bimbo und das Nilpferd Quambo. Auch Kieser-Karikaturen für Erwachsene fanden sich regelmäßig in den DDR-Blättern.

In der Mitteilung des Verlags zu Kiesers Tod heißt es nun: "Jürgen Kieser hinterlässt seine Familie und seine ewig jungen Mäuse Fix und Fax."

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3 Kommentare

  1. 3.

    Mag ja sein. Doch wurde ich gleichzeitig auch mit amerikanischen Comix überflutet. Zudem war ich ein großer Fan von Sigurd u.a. kleine Heftchen. Prinz Eisenherz gab es schon als Comix Serie. Von Fix und Fax habe ich in der Zeit nichts gesehen. Hatte sicherlich auch sein Gutes.

  2. 1.

    Sorry, ich kannte nur Fix und Foxi aus meiner Kindheit.

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