Das Fetivalgelände der Fusuion bei Tag. (Foto: imago/Frank Brexel)
Bild: imago/Frank Brexel

Diskussion um Polizeipräsenz - "Fusion" muss neues Sicherheitskonzept vorlegen

Die Diskussion um die Polizeipräsenz auf dem Festival "Fusion" in Lärz geht in die nächste Runde: Nachdem Polizei und Veranstalter ihre Standpunkte klar gemacht haben, fordert das zuständige Amt ein neues Sicherheitskonzept - das soll bis Donnerstag vorliegen.

Der Veranstalter des "Fusion"-Festivals muss bis kommenden Donnerstag um 12 Uhr ein neues Sicherheitskonzept erarbeiten. Dann entscheide das zuständige Amt Röbel/Müritz, ob das Festival stattfinden kann.

Das geht nach Informationen der Zeitung "Nordkurier" aus einem Gespräch zwischen dem Amt Röbel/Müritz und den Festival-Veranstaltern, dem Verein Kulturkosmos, hervor. Dieses Gespräch hat am Montagmorgen in Lärz, dem Austragungsort der "Fusion", stattgefunden.

Hintergrund: Streit um Polizeiwache auf dem Festivalgelände

Der größte Streitpunkt in der Diskussion um das Sicherheitskonzept des Festivals war die Polizeipräsenz auf dem Gelände. Die hatte Neubrandenburgs Polizeipräsident Nils Hoffmann-Ritterbusch gefordert - mit dem Hinweis darauf, die Polizei sei auch bei anderen Festivals anwesend.

Das lehnten die Veranstalter von Kulturkosmos e.V. strikt ab: "Wir wollen, dass die 'Fusion' ein geschützter Raum ist, wo es keine permanente Polizeikontrolle gibt. Die Polizei muss das wahrnehmen und akzeptieren", sagte Eulenhaupt bei der Veranstaltung am vergangenen Mittwoch im Berliner Maxim-Gorki-Theater.

Lärzer Bürgermeister setzt sich für "Fusion" ein

Bei dem neuerlichen Gespräch zwischen Veranstalter und Amt ging es nach Informationen des "Nordkuriers" nicht nur um die Polizeipräsenz, sondern auch um breitere Fluchtwege und den besseren Jugendschutz. Gegen die "anlasslose Streife" auf der "Fusion" haben die Festivalveranstalter eine Petition ins Leben gerufen, die innerhalb von einer Woche fast 124.000 Unterstützer gefunden hat.

Mecklenburg-Vorpommern, Lärz: Hartmut Lehmann, Bürgermeister der Gemeinde Lärz, spricht bei einer Kundgebung für den Erhalt des Kultur- und Musikfestivals «Fusion». Rund 100 Menschen haben am Sonntag in Lärz (Mecklenburgische Seenplatte) gegen eine Polizeiwache und gegen Polizeistreifen auf dem alternativen «Fusion»-Festival protestiert. (Quelle: dpa/Marks)
Bild: dpa/Marks

Auch der Lärzer Bürgermeister Hartmut Lehmann setzt sich für den Erhalt der "Fusion" ein. Am Sonntag waren rund 100 Menschen zusammengekommen um gegen eine Polizeiwache auf dem Festivalgelände zu demonstrieren.

Sollte es zu einer Einigung im Streit um das Sicherheitskonzept kommen, findet die "Fusion" dieses Jahr zwischen dem 26. und 29. Juni mit etwa 70.000 Festivalbesuchern statt.

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21 Kommentare

  1. 21.

    auf diesem Niveau ist eine Diskussion sinnlos. Sie vergleichen eine Feier von 50 bis 100 Leuten mit einer Veranstaltung mit 70.000. Seit 2010 werden die Tickets limitiert und seit 2012 nur im Losverfahren verkauft. Das ist keine "private Feier". Der Andrang war so groß, dass im Laufe der Zeit die Zäune schon verdoppelt wurden.

  2. 20.

    Diese Angabe ab 200 Menschen scheint unglaubwürdig. Ich besuche seit Jahren das Immergut Festival in Neustrelitz. Anstatt Polizei ist auch dort ein Sicherheitsdienst tätig. Anzahl der Besucher 5000. Und wer sich mit der Rolle der Polizei beim Unglück auf der LOVE- Parade beschäftigt, wundert sich wahrscheinlich um so mehr, dass Herr Cafier dieses Beispiel bemüht. Hier geht es um ein Machtspiel nach dem Motto: Wenn wir wollen kommen wir überall rein.

  3. 19.

    Prima! Ein von Polizei und Recht freier Raum. Ich höre schon heute die Klagerufe, dass die Polizei viel zu lange brauchte um an den Einsatzort zu gelangen. Ab 200 Gästen muss ich Vorkehrungen treffen. Auch auf meiner privaten Party. Also:
    "Ich hab Pol1ze1!" frei nach Böhmermann.

  4. 18.

    Ob dort nun eine Wache auf das Gelände soll oder nicht ist mir ehrlich gesagt egal. Ich kann des Polizeipräsi verstehen wenn er mehr Bzw überhaupt eine Präsens auf dem Gelände will. Es ist sein "Ar..." der abgeschossen wird wenn ja wenn was passiert. Und wenn dann der Veranstalter nur aus Angst davor seine kiffende und Pilze einwerfende Klientel zu vergraulen reflexartig die Polizei als inakzeptable Individuen abstempelt und verteufelt sollte man vielleicht einfach mal auf BEIDEN seiten die Scheuklappen ablegen und sich auf Augenhöhe begegnen und Argumente austauschen. Dieses stellt aber aus meinem Erleben die größere Schwierigkeit für den Veranstalter dar denn DIE KUNST STEHT ÜBER ALLEM

  5. 16.

    Das ist mir komplett neu, dass die Polizei 21 Tote auf dem Gewissen und Auslöser der Panik sein soll

  6. 15.

    Wie viele Polizisten laufen denn bei ihnen ohne konkreten Anlass bei Gartenparty auf privatem Gelände steife?

  7. 14.

    Die "10.000 Ordner" sind alle dort arbeitenden, mit dem Festtival beschäftigten Gruppen/ Organisationen, die das Festival ermöglichen. Es sind nicht alles Sicherheitskräfte. Aber hier passt auch jeder auf jeden auf und es ist leichter einen helfenden beschäftigten der Fusion zu finden und somit auch Hilfe zu erhalten, als im Berliner Ku`Damm ein Taxi zu finden. Es gibt eine tolle und super organisierte Infrastruktur, die seinesgleichen sucht. Es gibt nichts vergleichbares Europaweit. 22 Jahre bestehen ohne ernsthafte Zwischenfälle und ohne Polizei, sprechen wohl eine deutliche Sprache.

  8. 13.

    Weil die Polizei mit sowas nicht umgehen kann. Und wenn was passiert, was die Polizei zu Verantworten hat, ist es wieder keiner gewesen, wie man an Duisburg 2010(Loveparade mit 21 Toten)sehen konnte, da ist niemand verurteilt worden, und die Polizei hat die Panik erst ausgelöst. Die Fusion ist vom Konzept der gesamten Veranstaltung immer sicher gewesen ohne das zutun der Polizei, weil das Publikum und die Veranstalter ein besonders hohes maß an Verantwortung für sich und jeden übernehmen und leben. Das verstehen außenstehende Leute natürlich nicht. Es ist ein Experiment der Selbstbestimmung, die zugunsten aller dort ausfällt und ohne Kontrolle, und das seit über 2 Jahrzehnten funktioniert. Never Change a running System.

  9. 12.

    Wer hier keine Ahnung hat ist sehr offensichtlich. Hat dieser Staat und die Polizei das Recht, alles zu kriminalisieren, was nicht in sein Konzept passt? Hat die Polizei nichts besseres zu tun, als eine solche, bisher vorbildlich friedliche Veranstaltung zu stören und Millionen Euro an Steuergeldern zu verschwenden, damit sich einige unterbelichtete Amtsträger irgendwie profilieren können? Sie kennen die Fusion anscheinend nicht einmal ansatzweise und hauen hier wirklich dumme Phrasen raus. Die Fusion hat der Region nur positives eingebracht, ist vorbildlich in der Jugendförderung und ist auch eine super Werbung für Tourismus in einem der ärmsten, aber auch schönsten Regionen Deutschlands. Ich habe mich bei 10 Jahren Teilnahme nie unsicher oder bedroht gefühlt. Wenn alle Menschen so leben würden, wie die Menschen in den paar Tagen dort, wäre Deutschland der schönste und sicherste Ort der Welt.

  10. 11.

    Weil sie niemand gerufen hat und niemand dort braucht .
    Was kommt als nächstes Kontrollen auf allen Grillfesten ab 10 Personen ?
    Ich finde es schamlos wie auf die Fusion los gegangen wird und ringsherum wird geklaut betrogen und besoffen gefahren
    Keine Polizei weil keiner sie dort braucht !

  11. 10.

    Wenn man schon von "absolut keine Ahnung" spricht, selbst aber nicht mal den Unterschied zwischen einem
    privaten Bereich und öffentlichen Raum kennt *facepalm*

  12. 9.

    Eine private Veranstaltung soll von der Polizei bewacht werden müssen? Das kann nicht richtig sein. Bei Fussballspielen von Herta BSC oder Union werden sie auch keine Polizei sehen, die durch die Gänge und Blöcke patrouliert. Der Fussballverein muss für die Ordnung im Stadion sorgen. Für diese Sicherheit zahlen die Zuschauer mit. Nur wenn es von Vornherein Hinweise auf Probleme im Stadion gibt, rivalisierende Fans, dann sehen sie Polizei im Stadion. Sonst nicht.
    Jetzt will die Polizei ohne Anlass auf eigene Faust auf dieses Festival gehen. Das muss nicht sein, weil es aus der Erfahrung heraus nie notwendig gewesen ist. Es gab auch bislang keine Straftaten dort, die eine besondere Anwesenheit der Polizei erforderlich machten.
    Ich möchte sie erleben, wenn bei einer privaten Feier die Polizei unter ihren 50 oder 100 Gästen sitzt und auf passt, das nichts passiert.

  13. 8.

    Ehrlich, ich verstehe die ganze Aufregung der Veranstalter nicht. Warum will man partout keine Polizei?
    Nachtigall, ick hör dir trapsen. ...

  14. 7.

    Inwieweit feste dieser Größenordnungen als private Veranstaltungen gelten sollen erschließt sich mir nicht. Es ist doch eher mit Konzerten und Sportveranstaltungen vergleichbar. Die Masse an Menschen muss ja auch hin und zurück. Die öffentliche Sicherheit und Ordnung muss der Staat gewährleisten, das kann kein privater Veranstalter bei diese Größenordnung. Insofern bedarf es ja auch eines Sicherheitskonzeptes. Welches nun überarbeitet werden soll und auch bestimmt wird. Alle reden miteinander. Da wird sich ein Kompromiss finden lassen.

  15. 6.

    Bitte um Richtigstellung:

    Es muss kein NEUES Sicherheitskonzept erarbeitet werden sondern das BESTEHENDE Sicherheitskonzept muss angepasst werden!

    Die Frist 16.05. wurde bereits auf der Pressekonferenz der Polizei in der vergangenen Woche genannt und stand schon länger fest.

  16. 5.

    Nein, nicht jede Polizeistreife verstößt gegen Verfassungsrecht, aber auf einer privaten Veranstaltung, die auf einem nicht ständig genutzten, privaten Grund stattfindet, muss keine Polizeipräsenz stattfinden. Es gibt kein Recht, welches der Polizei ohne Anlass erlaubt, privaten Grund oder eine private Veranstaltung zu betreten oder zu bestreifen.

  17. 4.

    Wenn man absolut keine Ahnung hat und nicht weiter weiß, ist es immer der Schrei nach "Es ist verfassungswidrig!" - wie jämmerlich ist das bitte schön. Dann ist nach Ihrer Aussage jedweder Streifendienst der Polizei in unserem Lande "verfassungswidrig". Ein jedes Polizeiauto, welches Streife fährt, handelt also gegen das Grundgesetz? Aha... selten über soviel... gelacht!

  18. 3.

    Und warum muss ein neues Sicherheitskonzept erarbeitet werden??

    "Der Veranstalter des "Fusion"-Festivals muss bis kommenden Donnerstag um 12 Uhr ein neues Sicherheitskonzept erarbeiten. Dann entscheide das zuständige Amt Röbel/Müritz, ob das Festival stattfinden kann. "

    Denn das mit der Polizeiwache geht echt nicht und der Vorgänger von diesem Hoffmann-Ritterbuwsch hat doch schon klar gesagt, dass die Polizei darauf kein Anrecht hat und dass sowas völlig ueberzogen ist mit dieser "anlasslosen" Bestreifung. Sowas ist auch verfassungswidrig.

  19. 2.

    Also dass mit den Fluchtwegen sollte sich doch machen lassen oder?? Aber woher diese 10.000 Ordner nehmen?? Und was konkret fordert dieses Amt in Sachen Jugendschutz??

    https://www.rbb24.de/kultur/beitrag/2019/05/fusion-festival-berlin-polizeiwache-sicherheitskonzept.html

    "Bei dem neuerlichen Gespräch zwischen Veranstalter und Amt ging es nach Informationen des "Nordkuriers" nicht nur um die Polizeipräsenz, sondern auch um breitere Fluchtwege und den besseren Jugendschutz."

    Darf man dazu mehr Details erfahren?? Denn im Artikel wird zu diesem Punkt nichts gesagt.

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