Mehrere Zehntausend Besucher vor der Bühne des Fusion-Festivals in Lärz (Quelle: dpa/Müller)
Bild: dpa/Müller

Streit über Sicherheitskonzept vor Lösung - Minister: Keine Polizeiwache auf dem "Fusion"-Festival

Seit Wochen wird heftig über die Polizeipräsenz beim "Fusion"-Festival gestritten. Jetzt steuert der Konflikt auf eine Lösung zu: Eine Dauerwache und anlasslose Streifen auf dem Gelände solle es nicht geben, kündigte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Caffier an.

Beim Konflikt um die Polizeipräsenz beim "Fusion"-Festival in Lärz (Mecklenburgische Seenplatte) deutet sich eine Lösung an. Der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier (CDU), sagte nach NDR-Angaben am Freitag im Landtag, die Sicherheitsbedenken seien nahezu ausgeräumt. An der Polizei werde das Festival jedenfalls nicht scheitern - auch weil der Veranstalter, der Verein Kulturkosmos aus Berlin, gut kooperiere, so Caffier.

Dieser habe sich externe Berater gesucht und mit deren Hilfe ein neues Sicherheitskonzept vorgelegt, das um "Längen besser" als vorherige Versionen sei. Dort sei nun der "ungehinderte Zugang der Polizei zum Festivalgelände ohne jeden Zeitverzug" festgehalten.

Keine Dauerwache, keine anlasslosen Streifen

Caffier versicherte, es werde keine Polizei-Dauerwache auf dem Gelände installiert, auch anlasslose Streifen seien nicht vorgesehen. Am Ende müsse aber das zuständige Ordnungsamt Röbel/Müritz entscheiden. Das soll in der kommenden Woche geschehen.

In den vergangenen Wochen war heftig über das Sicherheitskonzept des Festivals gestritten worden, das traditionell auch viele Besucher aus Berlin und Brandenburg hat. Die Polizei wollte Präsenz auf dem Gelände zeigen, was die Veranstalter strikt ablehnten. Gegen die Polizeipräsenz war auch eine Online-Petition gestartet worden.

70.000 Besucher erwartet

Das alternative Musikfestival soll vom 26. bis zum 29. Juni auf einem ehemaligen russischen Militärflugplatz stattfinden. Erwartet werden 70.000 Besucher.  

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

20 Kommentare

  1. 20.

    Das ist ein Festival und keine Kita. Wer einen auf hart macht, sollte auch hart drauf sein. Seit froh das es stattfindet.

  2. 19.

    Für Einheimische und Fans ist FUSION sicher kein Geheimtipp mehr. Aber fragen Sie mal in der Fußgängerzone von Musterstadt: Wacken... Deichbrand? Ja klar... kenn ich. FUSION? Äh... ;-))

  3. 18.

    Denn ich will ja auch, dass die Umlagen so weit als möglich umgesetzt werden damit es klappt. Und diese versenkbaren Poller sehe ich normalerweise auch als durchaus sinnvoll an wegen möglicher Terroristen. Aber: dieses Gelände liegt irgendwo im nirgendwo in der Pampas (also mitten im Nirgendwo im Gruenen). Wie sollen dann Terroristen dorthin kommen?? Das halte ich - eigentlich - fuer sehr unwarscheinlich. Aber trotzdem muss es halt umgesetzt werden.

    Von daher wäre es gut, wenn die Veranstalter hier bei der Umsetzung Unterstuetzung bekämen, besonders wäre technische Unterstuetzung gut. Denn es geht darum:

    1. wo genau (also Position) sollen die Poller hin??
    2. wie baut man sowas an einem stillgelegten Militärflugplatz (wie geht sowas technisch)??

  4. 17.

    Dann geht es noch um die Breite dieser Tore in den Vorgaben. Und hier ist das Problem, das die Geländegröße die geforderte Breite der Tore nicht hergibt. Da wäre dann auch noch die Frage, ob es dann etwas schmaler geht?? Siehe dazu im Artikel vom Nordkurier. Wie kann man dass dann umsetzbar machen?? Das wäre die Frage.

  5. 16.

    Das technische Problem ist, dass es dort keine Möglichkeiten gibt, solche Poller zu bauen laut Nordkurier:

    https://www.nordkurier.de/mueritz/noch-31-auflagen-sind-fuer-die-fusion-zu-klaeren-2535603905.html

    "Es gibt gar keine Poller"

    „Wir haben auf dem gesamten Gelände keine Poller, die irgendetwas versperren könnten“, zeigt sich Eulenhaupt irritiert von der neuen Auflage, deren Sinn er in Frage stellt."

    Dass heißt: die technische Frage ist: wie sollen die dann dort gebaut werden??
    Und die zweite Frage ist: wäre die Bundeswehr ueberhaupt damit einerstanden wenn dort solche Poller gebaut werden?? Denn wir reden hier von einem stillgelegten Militärflugplatz und nicht von einem innerstädtischen Gelände.

  6. 15.

    Von den Veranstaltern kommt gerade eine Frage auf zu einer Auflage die etwas problematisch ist von der technischen und finanziellen Seite her:

    https://www.nordkurier.de/mueritz/noch-31-auflagen-sind-fuer-die-fusion-zu-klaeren-2535603905.html

    "Auch wenn die Polizei jetzt schon Zustimmung signalisiert hat – die Fusion-Veranstalter haben noch einige Auflagen abzuarbeiten. Über zwei ärgert sich der Kulturkosmos-Verein ganz besonders."

    "Besonders ärgerlich seien Punkte auf der Liste, von denen der Veranstalter beziehungsweise dessen Sicherheitsexperten nach eigener Aussage bis zu dieser Woche noch nie etwas gehört haben. Diese vier, fünf neu hinzugekommenen Punkte hätten fairerweise früher kommuniziert werden können, so Eulenhaupt. Etwa, dass Poller automatisch heraus- oder eingefahren werden können. Damit solle gewährleistet werden, dass im Notfall keine Fluchtwege blockiert sind."

  7. 11.

    Hier mehr von diesem Anwalt Geßner beim Tagesspiegel:

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/kontroverse-um-sicherheitskonzept-fusion-festival-bekommt-keine-mobile-polizeiwache/24381200.html

    "„Anlassloses Bestreifen wäre wie ein Blankoscheck, den der Veranstalter ausstellt. Weder die Versammlungsstättenverordnung, noch die gesetzlichen Befugnisse der Polizei zur Strafverfolgung und Gefahrenabwehr, die im Übrigen ja unberührt bleiben, rechtfertigen die polizeilichen Forderungen“, erklärte Geßner."

    Was Anwaltsdruck so bewirken kann.. Danke an diesen Anwalt Geßner dass der uns die Fusion rettet!! Dankeschön!! Außerdem soll die Genehmigung am Mittwoch endlich kommen laut Tagesspiegel. Ward auch Zeit....

  8. 10.

    Sodele es scheint sich was zu tun. Aber nur durch öffentlichen Durck und weil die Veranstalter sich nen Anwalt genommen hatten laut Tagesspiegel und der Anwalt der Polize ganz offensichtlich mal ziemlich die Leviten gelesen zu haben scheint:

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/kontroverse-um-sicherheitskonzept-fusion-festival-bekommt-keine-mobile-polizeiwache/24381200.html

    "Der Anwalt der Veranstalter, Janko Geßner von der Potsdamer Kanzlei Dombert, sagte dem Tagesspiegel, die abschließende Genehmigung der „Fusion“ durch das zuständige Amt Röbel/Müritz werde für Mittwoch erwartet. Der Trägerverein Kulturkosmos Müritz müsse für sein Sicherheitskonzept noch einige Fragen beantworten. Geßner zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Genehmigung auch diesmal erteilt werde."

    "Für vom Neubrandenburger Polizeipräsidenten Nils Hoffmann-Ritterbusch geforderten anlasslosen Streifen und die mobile Wache hätte es keine Rechtsgrundlage gegeben, sagte er. "

  9. 8.

    Ach nee, und die Fusionierer sind alles Leute, die so garnichts an Makel haben?
    Ja ja, träum weiter.

  10. 7.

    Und mit dem hier:

    https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Streit-ueber-Fusion-Festival-im-Landtag,fusion314.html

    "Das Festival sei auch für die Außenwerbung Mecklenburg-Vorpommerns zu wichtig, um es scheitern zu lassen. Die Linksfraktion forderte von der Landesregierung, dem kommunalen Ordnungsamt und der Polizei, nach Kompromissen beim Sicherheitskonzept zu suchen."

    haben die Linken sowas von recht. Denn ein Aus fuer die Fusion wuerde auch das Ende von vielen anderen Open-Air-Festivals in Deutschland bedeuten wie etwa:

    a) das Afrika-Festival in Wuerzburg nächstes Wochenende
    b) das Honky-Tonk hier bei uns in Schweinfurt
    c) das Umsonst-und-draußen hier bei uns in Schweinfurt
    d) die jährliche Sylvester-Fete am Brandenburger Tor
    e) die jährlichen Auftritte von Andrea Berg in Aspach (das ist ein Ortsname)
    f) Der Hafengeburtstag in Hamburg

    Von daher: ich hoffe auf eine zukunftsfähige Lösung fuer die Fusion.

  11. 6.

    Weiterhin mal eine Rueckfrage an Caffier zu dem hier von ihm beim NDR:

    https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Streit-ueber-Fusion-Festival-im-Landtag,fusion314.html

    "Dass die Veranstaltung in den vergangenen 22 Jahren nahezu anstandslos durch das zuständige Amt Röbel/Müritz genehmigt worden sei, läge daran, dass ungenau geprüft worden sei. "

    Was bitte ist ungenau geprueft worden?? Dazu bitte mal Fakten. Und wann - also in welchem Jahr und welchem Monat - wurden die Regeln geändert??

  12. 5.

    Und hoffentlich kann die Fusion fuer die Zukunft bewahrt werden. Denn solche uebertriebenen und ueberzogenen Polizeimaßnamen gehören in KEINE Polizeigesetze rein!! Solche Polizeigesetze gehören in den Muell!! Denn was hier geschehen ist verletzt

    1. unsere Datenschutzgesetze (Bundesdatenschutzgesetz + EU-Datenschutzgrundverordnung)
    2. unseren Rechtsstaat
    3. die EU-Grundrechte zum Punkt Verhältnismäßigkeit
    4. das Verbot von Generalverdächtigung gegen Unschuldige

    Und dass sage ich, auch wenn ich absolut GEGEN Drogen bin. Denn die Polizei hatte und hat jederzeit Zutritt zum Gelände. Und von daher wundere ich mich auch, woher - nach 22 Jahren ohne Probleme - dieses Misstrauen gegen die Veranstalter gekommen ist.

    Deswegen hoffe ich, dass die Polizei, dieser Hoffmann-Ritterbusch und Caffier jetzt zur Einsicht gekommen sind und dass es eine friedliche Lösung fuer die Fusion geben wird die auch die Zukunft der Fusion sicherstellt.

  13. 4.

    Nun ist das Thema und vor allem das FUSION durch den Innenminister so aufgebauscht und medial verbreitet worden, dass den Veranstaltern zu wünschen ist, dass die Schwarzmarktkarten nicht an Krawallmachern kommen. Wenn solche Leute eine Plattform sehen, kommen die leider auch. Und Caffier reibt sich dann schadenfroh die Hände. Bisher war FUSION immer ein Geheimtipp für entspannt fröhlich feiernde Leute und für Einheimische sowie Saisontouristen wie mich immer eine bunte Abwechslung vom sonst genial entschleunigten Aufenthalt dort in der Region Mirow, Rechlin bis Röbel und Waren.

  14. 3.

    Erfreulich. Ändert aber nix darn, dass ein wegen Körperverletzung verurteilter Polizist Dozent einer Polizeifachhoschule ist.

  15. 2.

    Dann sollen die Leute ihrer Probleme, so Sie welche bekommen sollten, was ich nicht wünsche, auch selbst lösen und nicht irgendwann dich nach den Behörden rufen.

  16. 1.

    Na also... der Dauerdruck von uns Usern, bei netzpolitik.org und anderen hat gewirkt. Tja... Lest mal hier beim NDR:

    https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Streit-ueber-Fusion-Festival-im-Landtag,fusion314.html

    oder hier bei netzpolitik.org:

    https://netzpolitik.org/2019/freiheit-gewinnt-keine-wache-und-keine-polizeistreifen-auf-dem-fusion-festival/

    oder hier beim Nordkurier:

    https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/caffier-erwartet-einigung-im-streit-um-die-fusion-2435598005.html

    Hoffentlich wird dass jetzt was mit der Fusion. Und hoffentlich kommen möglichst viele.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Schauspieler Vidina Popov, Maryam Abu Khaled, Kendar Hmeidan und Elena Schmidt (l-r) spielen bei der Fotoprobe des Theaterstückes "Herzstück". Quelle: dpa/Annette Riedl
dpa/Annette Riedl

Saisoneröffnung - Container-Love im Maxim-Gorki Theater

Mit Heiner Müllers "Herzstück" eröffnet das Maxim-Gorki Theater nicht nur die neue Spielsaison, sondern auch einen neuen, temporären Spielort: den "Container". Zum Saisonauftakt hat es 200 Zuschauer in den neuen Raum gezogen. Von Cora Knoblauch