"Jazz, Electronica, Neo-Classic & more" - so der Titel des XJazz 2019 (Quelle: Imago)
Bild: imago stock&people

XJazz in Berlin - Festival findet Szene

Im Untertitel verspricht das XJazz-Festival "Jazz, Electronica, Neo-Classic & more". Dieses Versprechen lösen die Macher um den Trompeter und Pianisten Sebastian Studnitzky jedes Jahr von Neuem ein. Von Jens Lehmann

Seit dem ersten Festival vor fünf Jahren steht das "X" in XJazz vor allem für Experimente. Damals wollte man die Musik dahin bringen, wo die Szene lebt. Eine simple Idee, auf die trotzdem vorher keiner gekommen ist. Während die kreative Musik- und Clubszene schon seit einer gefühlten Ewigkeit in Friedrichshain-Kreuzberg zu finden ist, hat sich zum Beispiel das Jazzfest bis letztes Jahr nicht in diese Gegend vorgewagt und meist nur internationale Künstler ins tiefste Charlottenburg gebeten.

Rein in die Kreuzberger Clubs

Ein Zustand, der Sebastian Studnitzky keine Ruhe ließ. Inzwischen gibt ihm der Erfolg seines Festivals Recht, denn das XJazz öffnet die Türen zu den Clubs rund um Görli und Schlesisches Tor und hat schon in den letzten Jahren bewiesen, dass es nicht in den üblichen Stilschubladen denkt. So wurde das Festival am Mittwochabend im SO36 von der britischen Rapperin Kate Tempest eröffnet.

Hip Hop trifft auf Jazz, so ist auch Sepalot vom guten alten Blumentopf mit seinem Quartett da. Bei XJazz treffen Stars aber auch auf Lokalgrößen. Darunter sind alte Bekannte wie Klarinetten-Legende Rolf Kühn oder die Berliner Sängerin Lisa Bassenge. Mocky hat sich auch mal wieder in seine Zwischendurch-Wahlheimat verirrt und das New Yorker Klaviertrio Bad Plus ist in neuer Besetzung zu erleben. Ganz aus der Neoklassik kommt dagegen der Berliner Pianist Arnold Kasar, und wem das zu seicht ist, den reißt Kokoroko, ein explosives nigerianisches Kollektiv mit seiner Mischung aus Soul und Afrobeat mit.

Stiller Höhepunkt: Madison McFerrin

Aber auch die Vokalmusik kommt nicht zu kurz. Ein stiller Höhepunkt des Festivals dürfte am Samstag der Auftritt von Madison McFerrin werden. Die Tochter von Vokalartist Bobby McFerrin macht da weiter, wo er irgendwann aufgehört hat.

Wer in die Clubs geht, kommt an der elektronischen Musik nicht vorbei. So stellt einer der erfolgreichsten Berliner Exporte, das Trio Brandt Brauer Frick, sein neues Album vor.

Das XJazz macht jedenfalls seinem Ruf wieder alle Ehre und stellt ein X-traordinäres Programm auf die Beine, um zu zeigen, dass Jazz eben so viel mehr sein kann. Am Mittwoch gings im SO36, im Orania und in der Emmauskirche in Berlin-Kreuzberg los. Donnerstag und bis Sonntag kommen dann noch fünf weitere Clubs in der Gegend dazu.

Sendung: Inforadio, 08.05.2019, 19.00 Uhr

Beitrag von Jens Lehmann

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