Ein Arbeiter saugt den noch abgedeckten Boden des Foyers des Humboldt-Forums im neuen Berliner Stadtschloss. (Quelle: dpa/Gregor Fischer)
Video: rbb|24 | 12.06.2019 | Material: Klartext (Ute Barthel/René Althammer), Abendschau | Bild: dpa/Gregor Fischer

Technische Fragen ungelöst - Humboldt-Forum wird nicht mehr im Humboldt-Jahr eröffnen

Eigentlich sollte die Eröffnung bereits ab Ende des Jahres 2019 schrittweise erfolgen. Daraus wird nun nichts: Im Jahr des 250. Geburtstags von Alexander von Humboldt bleibt das Humboldt-Forum geschlossen. Probleme waren schon länger bekannt.

Das Humboldt-Forum im neuen Berliner Schloss wird nicht wie geplant in diesem Jahr eröffnet. Das hat der Generalintendant des Humboldt Forums, Hartmut Dorgerloh, dem rbb am Mittwoch bestätigt. Es seien noch wichtige technische Fragen im wiederaufgebauten Hohenzollern-Schloss ungelöst. Hintergrund sind offenbar Schwierigkeiten mit der Klimaanlage.

Damit wird das Humboldt-Forum nicht mehr im Jubiläumsjahr 2019 anlässlich des 250. Geburtstags des Namensgebers Alexander von Humboldt eröffnen. Der Beginn der etappenweisen Eröffnung muss in das Jahr 2020 verlegt werden, wie der Bauvorstand der Stiftung Humboldt-Forum im Berlin Schloss (SHF), Hans-Dieter Hegner, und die Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Petra Wesseler, am Mittwoch nach einer Baustellenbesichtigung mitteilten. Ein neues Gesamtterminkonzept soll demnach am 26. Juni vorgelegt werden.

Technische Anlagen müssen noch fertiggestellt werden

Wie die Stiftung Humboldt Forum mitteilte, sind die oberen Stockwerke einschließlich des Technikgeschosses unter dem Dach baulich fertiggestellt. Das Dachrestaurant befinde sich aber noch im Bau. Auch im großen Foyer seien die Baumaßnahmen weitgehend abgeschlossen. 

Im Erdgeschoss und im Untergeschoss seien aber noch Bauarbeiten notwendig, hieß es von der Stiftung weiter. Außerdem müssen demnach einige technische Anlagen nach einer fachtechnischen Prüfung noch einmal angepasst werden. "So kann zum Beispiel die zentrale Kälteanlage voraussichtlich erst Ende Juli 2019 zugeschaltet werden", so die Stiftung. 

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) teilte mit, sie erwarte, dass die noch nötigen Arbeiten mit Hochdruck erledigt werden. So bald wie möglich müsse ein neuer, belastbarer Zeitplan vorliegen - und dann auch eingehalten werden. 

Probleme wurden bereits vor einer Woche bekannt

Die Eröffnung des Humboldt-Forums hätte ab Ende des Jahres 2019 abschnittsweise erfolgen und sich bis in das Jahr 2020 hineinziehen sollen.

Probleme wurden bereits vor Kurzem bekannt. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete vor einer Woche, dass viele internationale Musseen nicht bereit seien, ihre Leihgaben an ein Haus zu geben, das sich noch im Bau befinde.

Flächen zu spät übergeben

Probleme wurden bereits im Februar 2019 bekannt. Damals hieß es, dass die für Herbst 2019 geplante Berlin-Ausstellung im neuen Humboldt-Forum nicht pünktlich eröffnet kann. Dies hatte die Kulturverwaltung mitgeteilt.

Grund für die Verzögerung war, dass die Bauherren die Flächen in der ersten Etage mit Verzögerung an die Stiftung Humboldt Forum übergeben hatten. Eigentlich hätten sie bereits im September 2018 übergeben werden sollen; der Termin verspätete sich aber um mehrere Monate.

Das knapp 600 Millionen Euro teure Forum soll als interdisziplinäres Kulturhaus ähnlich dem Pariser "Centre Pompidou" zu einem Kulturzentrum und Begegnungsort der Weltkulturen werden.

Humboldt Forum soll Eintritt kosten

Die Berlin-Ausstellung im Humboldt-Forum wird Eintritt kosten. Anfang des Jahres hatte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) noch versprochen, dass der Eintritt für das Humboldt Forum während der ersten drei Jahre kostenlos sein wird.

Weil der Bund die Kosten für den freien Eintritt im Humboldt Forum aber nicht bezahlen will, hatte sich Lederer von Anfang an dagegen gestellt.

Kommentar

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25 Kommentare

  1. 25.

    Als Mitarbeiter einer Behörde kann ich Ihnen mitteilen das sich in den Planungsstäben der Behörden tatsächlich Leute befinden, die von derlei Projekten völlig überfordert sind.
    Sämtliche betriebswirtschaftlichen Änderungen an Verträgen (Haftungsklauseln, Bonus/Malus-Regelungen, etc.) werden regelmäßig abgelehnt, weil die Leute nicht wissen was diese Änderungen bedeuten, weil sie es schon immer so gemacht haben, weil persönliche oder ideologische Gründe dahinterstecken, und, und, und.

    Das es bei Großbaustellen immer zu Verzögerungen kommt, liegt in der Natur der Sache. Wie man damit umgeht, ist wieder ein ganz anderes paar Schuhe. In meiner Zeit in Singapur wurden solche Sachen einfach gelöst. Die Firma hat eine Frist zur Nachbesserung bekommen. Hat es dann nicht funktioniert, waren sie raus und eine andere Firma hat das Problem dann geklärt. Alles eine Frage der Motivation und Leistung.

  2. 23.

    Ich freue mich über Ihre sachliche Entgegnung. Dies aus den Gründen, die Sie in Ihrem Beitrag nennen: Neben den Dingen, die tatsächlich finanziell und organisatorisch aus dem Ruder gelaufen sind, gibt es unzählige Projekte, die im Zeit- und Kostenrahmen verbleiben.

    In einer Aufregungs-Kultur gibt es dafür aber keinen Platz.

    Dinge sind eher beständig, wenn sie nicht überstürzt und unter Zeitdruck, sondern in langen Zeitmaßen geplant werden. Das ist dem Humboldt-Forum in äußerer Gestalt des früheren Berliner Schlosses sehr wohl zu gönnen. Angesichts des Zeithorizontes ist die Bauverzögerung eher eine Lapalie, wer´s denn so sieht.

  3. 22.

    Berlin hat kaum noch gelernte Facharbeiter mehr, nur studierte Theoretiker. Die EU-Arbeiter picken sich mittlerweile die Rosinen raus und entscheiden wann gearbeitet wird. Ich würde den Studierenden zeigen schon den Marsch blasen.

  4. 21.

    Hallo Paula, nur weil das Bauvorhaben Flughafen misslungen ist (Untertreibung), heißt es nicht, dass in Berlin unfähige “Fachleute“ fungieren. Es gibt zahlreiche große Projekte die pünktlich oder sogar früher fertig erstellt wurden, aber eine Berichterstattung darüber ist halt wenig medienwirksam. Es stöhnen alle lieber: „Berlin? Ach die die keinen Flughafen bauen können!?“
    Bei einem Projekt wie dem Humboldt Forum wirken hunderte Menschen/diverse Firmen mit. Wenn aber Termine durch eine Firma ist Stocken geraten, kann man sich das wie ein Haufen gut aufgereihter Dominosteine vorstellen. Der letzte kann meist nichts für die Verschiebung. Wollte es nur mal anmerken. I’m just saying. ;-)

  5. 20.

    Wer braucht denn dieses Schloss? Herr von Boddien lebt und träumt in einer irrealen Welt. Die Berliner Bevölkerung braucht Spielplätze, Bibliotheken, Kitas. Dazu ist der Bau auch noch potthäßlich. Am besten wäre, wenn er so stehenbleibt wie er gar ist und wie die Bauakademie-Konstruktion mit Ranken und Pflanzem wild überwuchert.

  6. 18.

    Da wundert sich noch jemand?Das ist Berlin ,da klappt einfach nichts .

  7. 16.

    Sehr geehrte Damen und Herren Redakteure des RBB! Es wäre ratsam, wenn Sie den Lesern ihrer App nicht nur eine Fülle von Informationen zukommen ließen, sondern sich auch einer ordentlichen Grammatik befleißigen würden. Wie soll ich diesen Satz, " Grund für die Verzögerung war, daß die Bauherren der Stiftung Humboldt die Flächen in der ersten Etage mit Verzögerung übergeben wurden", verstehen? Wurden nun die Bauherren mit Verspätung übergeben oder haben die Bauherren der Stiftung die Geschoßflächen verspätet übergeben?

  8. 15.

    Baut den Palast der Republik wieder auf!

  9. 14.

    Wie sich manche immer gerne wieder aufregen. Mich juckt das überhaupt nicht. Und wenn das Humboldt Forum erst im Jahr 2079 eröffnet wird -- alles halb so wild. :-)

  10. 13.

    Same procedure as always - in Berlin.
    Eine Nachricht wäre gewesen, wenn ein Projekt in Berlin planmäßig und zu den ursprünglich veranschlagten Kosten fertig wird.
    Aber so. Es gibt wohl nur noch Pappnasen oder wie nennt man die Ansammlung Unfähiger?

  11. 12.

    Dit is Berlin. Ich liebe diese Stadt.

  12. 11.

    Wir haben ja auch lauter Straßendauerbaustellen, die wie der BER für die Ewigkeit angelegt sind, nur weil das hier Berlin ist. Es gibt bestimmt auch 6jährige Kinder, die ihre Straße noch nie ohne eine uralte Baustelle gesehen haben.

  13. 10.

    Eine echte Nachricht wäre es gewesen, wenn es pünktlich fertig geworden wäre. Dann hätte eine Sondersendung Sinn, aber so ist es das ganz normale Berlin.

  14. 9.

    Bekommen wir eigentlich in diesem Land überhaupt noch mal was Größeres hin?
    Traurig :-(

  15. 6.

    Warum überrascht mich das jetzt nicht?

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