Symbolbild: Eine Jazzband auf einer Bühne (Quelle: imago)
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Audio: Inforadio | 24.06.2019 | Annette Kufner | Bild: imago-Symbolbild

Neues Festival in 40 Clubs - Jazzwoche rückt die Berliner Szene in den Fokus

Die Berliner Jazzwoche seit Montag ist eine musikalische Premiere: Die Veranstalter richten den Fokus auf die freie Jazz- und Improvisationsszene. Das Besondere: Es gibt kein Festivalprogramm, nichts wird kuratiert. Von Annette Kufner

Ob als Hintergrundmusik im Café oder als spektakuläre Live-Performance - aus Berlin ist der Jazz nicht wegzudenken: Jazz Fest, XJazz, Jazz im Park - die Berliner Jazzszene hat schon viele Festivals hervorgebracht. Aber es sind vor allem die kleinen Veranstalter, die dafür sorgen, dass man in Berlin fast jeden Abend irgendwo Live-Jazz hören kann.

Und die verdienen mehr Aufmerksamkeit. "Das Programm in Berlin ist jeden Tag extrem hochwertig. Hier sind internationale Musiker und Musikerinnen zur Gast. Aber die Berliner Szene an sich ist so bedeutend, dass darauf ein Fokus zu lenken gilt", sagt Bettina Bohle, Geschäftsführerin der Interessengemeinschaft Jazz.

Deshalb hat sich die IG Jazz ein neues Veranstaltungsformat ausgedacht, das am Montag startete. Das Besondere: kein Festivalprogramm und keine Kuratoren. Stattdessen: Zeigen, was ohnehin immer passiert. Das bedeutet Jazz aller Couleur in den Ateliers, Clubs, Bars und Kleinspielstätten der Stadt: "Es sind rund 40 Jazzclub-Veranstalter dabei. Da ist für jeden in jedem Stadtteil etwas dabei. Wir hoffen, dass wir uns da treffen, dass neue Gruppen vorbeikommen und sich überzeugen lassen, dass Jazz eine ganz tolle Musikform ist", sagt Bohle.

Jazzwoche will die Politik ansprechen

Besonders freut sich Bettina Bohle auf Donnerstagabend. Da verleihen der rbb und das Land Berlin den Jazzpreis 2019. Gewonnen hat der Trompeter Axel Dörner. Außerdem finden mehrere Podiumsdiskussionen statt. Zu besprechen gibt es nämlich einiges: Was ist Jazz heute? Wie entsteht er - und unter welchen Bedingungen?

Die Jazzwoche richtet sich damit nicht nur an ein interessiertes Publikum, sondern sie will auch die Politik ansprechen. Auch, weil Jazz als Kunstgattung besser gefördert werden sollte, findet Bettina Bohle: "Unsere zentrale Forderung ist die nach der Veranstalter-Förderung, so dass die Jazz-Orte auch in die Lage versetzt werden, dass sie Musiker und Musikerinnen eine angemessene Gage bezahlen können." Und denen soll es gut gehen. Damit Berlin auch in Zukunft Jazzstadt bleibt.

Sendung: Inforadio, 24.06.2019, 06:55 Uhr

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