Regisseur Rolf von Sydow (Quelle: dpa/Uli Deck)
Bild: dpa

Im Alter von 94 Jahren - Berliner Regisseur Rolf von Sydow gestorben

Der Regisseur Rolf von Sydow ist tot. Er sei am Sonntag im Alter von 94 Jahren gestorben, sagte seine Frau Susanne von Sydow der Nachrichtenagentur dpa am Montag. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung über den Todesfall berichtet.

Von Francis Durbridge bis Rosamunde Pilcher

Sydow begann seine Karriere 1947 als Schauspieler und Regieassistent beim Theater in Coburg, bevor er zum RIAS nach Berlin ging. Dort wurde er Hörspielregisseur. In den folgenden Jahren wurde er bekannt als Regisseur einer Vielzahl von Spielfilmen, Theater- und Fernsehproduktionen, wie zum Beispiel der Francis-Durbridge-Filme.

Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Serien "Zwei Münchner in Hamburg" mit Uschi Glas und "Die schöne Wilhelmine" mit Anja Kruse. Erfolge hatte von Sydow auch als Regisseur von Specials, etwa über Harald Juhnke, Manfred Krug oder Inge Meysel.

Als Synchronregisseur bearbeitete er den Klassiker "Ein Herz und eine Krone" (1953) mit Gregory Peck und Audrey Hepburn für das deutsche Publikum. Auch mehrere Romane von Rosamunde Pilcher wurden von Sydow verfilmt.

Als Jugendlicher unter der Nazi-Herrschaft gelitten

Wegen seiner jüdischen Wurzeln litt der Wiesbadener in den ersten zwei Jahrzehnten seines Lebens unter der Nazi-Herrschaft. Seine Erinnerungen aus dieser Zeit hat er in seinem Buch "Angst zu atmen" aufgeschrieben. "Wenn die Nazis nicht gewesen wären, wäre ich wohl Offizier oder Diplomat geworden", meinte er mit Blick auf andere Männer in seiner Familie.

1942 geriet von Sydow als Soldat in kanadische Kriegsgefangenschaft, in der er seine Liebe zum Theater entdeckte. Später wurde er freier Regisseur. Dazwischen war er Leiter des Fernsehspiels beim Südwestfunk (1973 - 1977) sowie beim Saarländischen Rundfunk (1977 - 1979).

Sendung: Inforadio, 17.06.2019, 15:30 Uhr

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