16.06.2018, Berlin: Dirigent Daniel Barenboim dirigiert die Staatskapelle Berlin beim Konzert «Staatsoper für alle» auf dem Bebelplatz in Berlin (Quelle: dpa/ Skolimowska)
Video: Abendschau | 04.06.2019 | Christian Titze | Bild: dpa/ Skolimowska

Bis 2027 - Daniel Barenboim verlängert bei der Berliner Staatsoper

Daniel Barenboim bleibt der Staatskapelle Berlin und der Berliner Staatsoper noch länger erhalten: Sein Vertrag wird über 2022 um fünf Jahre verlängert, wie am Dienstag bekannt wurde.

Daniel Barenboim bleibt auch nach 2022 Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden und Leiter der Staatskapelle Berlin. Wie am Dienstag bekannt wurde, wird der Vertrag mit Barenboim um fünf Jahre verlängert. 

Lederer hatte kurzfristig zu einer Pressekonferenz "zur Zukunft der Staatskapelle Berlin und der Staatsoper Unter den Linden" eingeladen. Neben Barenboim, dem Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden, sollten dabei in der Staatsoper auch der Orchestervorstand sowie Intendant Matthias Schulz sprechen, wie Kulturverwaltung und Oper am Montag mitteilten. 

Vertrag läuft bis 2022

Lederer hatte vor einigen Wochen angekündigt, dass er bis zur Sommerpause über die Zukunft von Barenboim als Generalmusikdirektor und künstlerischen Leiter der Staatsoper entscheiden wolle. Barenboims aktueller Vertrag läuft bis 2022.

Barenboim war zuletzt Machtmissbrauch vorgeworfen worden. Anfang Februar erschien im Online-Magazin "Van" ein Artikel, in dem rund ein Dutzend Mitarbeiter anonym Barenboims Führungsstil kritisierten. Im Bayerischen Rundfunk sprachen daraufhin drei Musiker namentlich über Barenboim. Sie warfen ihm Schikane, Wutanfälle und Demütigungen in den Proben vor.

Barenboim entgegnete im rbb, er habe niemanden gedemütigt. Zugleich räumte er ein: "Ich werde ungeduldig, wenn ich glaube, er kann das liefern, und aus irgendeinem Grunde tut er es nicht. Da bin ich manchmal ungeduldig, natürlich, aber ich finde das nicht anormal."

Seit 1992 in Berlin

Der argentinisch-israelische Musiker ist als Dirigent und Pianist einer der berühmtesten Klassikkünstler weltweit. Seit 1992 steht Barenboim an der Spitze der Staatsoper, im Jahr 2027 wird er 85 Jahre alt sein. Das Opernorchester, die Staatskapelle Berlin, hatte ihn
bereits zum Chefdirigenten auf Lebenszeit ernannt. "Ich dachte nicht, dass es solange dauern würde - aber jetzt bin ich noch hier", sagte der Dirigent.

Er habe dem Orchester immer wieder gesagt, dass er solange bleiben wolle, wie es ihm seine Gesundheit erlaube. "Wenn meine Kräfte nachgeben, werde ich sofort gehen. Ich möchte hier nicht als Reliquie aus Loyalität gehalten werden."  Es gehe nicht um ihn, sondern um die Staatsoper, die im kommenden Jahr ihren 450. Geburtstag feiere.

Sendung: rbbKultur, 04.06.2019, 08:00 Uhr

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6 Kommentare

  1. 6.

    Daniel Barenboim, was für ein Glücksfall für Berlin und schaut auf den Neid der anderen. Gruß aus Düsseldorf, eine Stadt die mit Heine immer noch hadert. Unvorstellbar, aber wahr.

  2. 5.

    Ist das tatsächlich möglich, dass Sie Pöbelei nicht von kritischer Berichterstattung unterscheiden können???

    _________________________________

    Freut mich für Herrn Barenboim, er hat ja nachdrücklich bekundet, dass er willens ist, seinen Führungsstil zu überdenken.

  3. 3.

    Eine sehr gute Nachricht für Berlin. Und eine kräftige Klatsche für die Berliner Journaille - einschließlich dem rbb - die auf gerade lächerliche Art und Weise gegen Barenboim gepöbelt hat.

  4. 2.

    Das ist eine gute Nachricht. Wir freuen uns, Herr Barenboim. Und weiterhin viel Kraft!

  5. 1.

    Endlich mal eine gute, eine sehr gute Nachricht.
    Danke Herr Barenboim.

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