Archivbild: Das künftige Leitungs-Duo Carlo Chatrian, künstlerischer Direktor, und Mariette Rissenbeek, Geschäftsführerin, stehen bei einem Pressetermin im Berlinale-Büro am Potsdamer Platz. (Quelle: dpa/Kalaene)
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Chatrian und Rissenbeek - Neue Berlinale-Leitung ändert Auswahlverfahren

Die Berlinale will ihre Filme künftig nach einem neuen Verfahren auswählen. Das bisherige System mit Länderscouts sei geändert worden, sagte der künstlerische Leiter des Filmfestivals, Carlo Chatrian, der "Welt" (Mittwochsausgabe).

"Jemand, der nur ein Land oder eine Region betreut, wird zu einer Art Torwächter", erläuterte Chatrian. "Ich finde es besser, wenn Kolleginnen und Kollegen irgendwohin reisen, aber nicht dort verwurzelt sind." Zwar gebe es weiter "Repräsentanten für größere oder kniffelige Länder" wie den USA oder China. Künftig werde aber ein internationales Auswahlkomitee über das Angebot der Filme bestimmen. 

Chatrian will 700 Filme sehen

Zur Vorbereitung der nächsten Berlinale will Chatrian sich nach eigenen Worten "aufs Filmesehen stürzen". "Seit meinem Amtsantritt am 1. Juni habe ich schon 150 Filme gesehen. Bis das Programm steht, werden es wohl 700 werden."

Streaming-Anbieter bleiben nicht außen vor

Chatrian und die zur neuen Berlinale-Doppelspitze gehörende Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek äußerten sich auch im "Tagesspiegel" [externer Link] zu Neuerungen bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin. So dürften Streaming-Produzenten wie Netflix nicht boykottiert werden. "Wir müssen von Fall zu Fall entscheiden, wie wichtig die Berlinale für einen bestimmten Film ist", sagte Chatrian.

Die Branche befinde sich im Übergang: "Wir dürfen uns nicht von einer jüngeren Generation von Filmfans entfernen, für die Netflix so selbstverständlich zum Filmerlebnis gehört wie ein Kinobesuch." "Aber die Stärkung des Kinos als Ort hat Priorität", sagte Rissenbeck. Auf der Berlinale könne man erleben, "was es heißt, einen Film in einem dunklen Raum gemeinsam mit einem großen Publikum zu sehen." Die Kinobetreiber hätten inzwischen verstanden, dass sie auch ihren Teil dazu beitragen müssen, das Kino als Ort wieder attraktiver zu machen.

Die aktuell geltenden Berlinale-Regeln sollen aufrechterhalten bleiben, betonte Rissenbeck in der "Welt": "Das heißt, wenn ein Kinostart vorgesehen ist, können auch Filme von Streaming- Plattformen laufen."

Früherer Berlinale-Termin

Die nächste Berlinale findet vom 20. Februar bis 1. März 2020 statt. Damit startet Deutschlands wichtigstes Filmfestival erstmals kurz nach der Oscar-Verleihung in Hollywood. Chatrian und Rissenbeck sind als neue Berlinale-Doppelspitze seit 1. Juni im Amt. Zuvor hatte der Kulturmanager Dieter Kosslick das Berliner Filmfestival 18 Jahre lang geleitet und maßgeblich geprägt.

statt. Damit startet Deutschlands wichtigstes Filmfestival erstmals

kurz nach der Oscar-Verleihung in Hollywood. Chatrian und Rissenbeck

sind als neue Berlinale-Doppelspitze seit 1. Juni im Amt. Zuvor hatte

der Kulturmanager Dieter Kosslick das Berliner Filmfestival 18 Jahre

lang geleitet und maßgeblich geprägt.

 

   Die nächste Berlinale findet vom 20. Februar bis 1. März 2020

statt. Damit startet Deutschlands wichtigstes Filmfestival erstmals

kurz nach der Oscar-Verleihung in Hollywood. Chatrian und Rissenbeck

sind als neue Berlinale-Doppelspitze seit 1. Juni im Amt. Zuvor hatte

der Kulturmanager Dieter Kosslick das Berliner Filmfestival 18 Jahre

lang geleitet und maßgeblich geprägt.

 

Sendung: rbbKultur, 31.07.2019, 17 Uhr

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