Regisseur Johann Kresnik bei der Fotoprobe zu Villa Verdi in der Volksbuehne Berlin (Quelle: dpa)
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Mit 79 Jahren - Choreograph Johann Kresnik gestorben

Der österreichische Choreograph, Tänzer und Regisseur Johann Kresnik ist tot. Er starb am Samstag nach Angaben seiner Familie im Alter von 79 Jahren in Klagenfurt.

Kresnik galt als Pionier des modernen Tanztheaters. Seine etwa 100 Tanz- und Theaterwerke riefen oft Skandale hervor, weil er grausame Bilder jenseits der herkömmlichen Ballettästhetik schuf. Sie sollten dazu dienen, seine politischen und gesellschaftskritischen Botschaften mit Vehemenz auf die Bühne zu bringen. "Theater muss aggressiv werden, neue Formen und Bilder schaffen, um den Zuschauer wieder neugierig zu machen", erklärte der Choreograph einmal sein drastisches Werk.

An der Volksbühne schuf er "Die 120 Tage von Sodom"

Kresnik wurde 1939 in St. Margarethen in Kärnten als Sohn eines Bergbauern geboren. Er begann seine Laufbahn als Tänzer in Graz und Köln und wechselte dann in die Choreographie. Nach Bremen leitete er auch die Tanzsparten der Theater in Heidelberg, Bonn und an der Volksbühne in Berlin. Dort schuf er 2015 das Tanztheaterstück "Die 120 Tage von Sodom".

Der bekennende Kommunist und Atheist zeigte getanzte Biografien von "Ulrike Meinhof", "Gudrun Ensslin", "Rosa Luxemburg", "Ernst Jünger" und "Hannelore Kohl". Auch in seinen "vertanzten" Künstler-Biografien wie "Frida Kahlo", "Brecht", "Picasso" oder "Pasolini" ging es stets um Gesellschaftskritik.

In Wien drückte Österreichs Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler ihre tiefe Betroffenheit über den Tod Kresniks aus. "Mit Johann Kresnik verlieren wir einen der exponiertesten, politischen Kämpfer der jüngsten Theatergeschichte im deutschsprachigen Raum", sagte sie laut Mitteilung. Er sei ein "Künstler mit Wut im Bauch" gewesen.

Sendung: Abendschau, 28.07.2019, 19:30 Uhr

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