Trauergäste gehen bei der Beisetzung von Filmproduzent Artur Brauner am 10.07.2019 auf dem Jüdischen Friedhof Heerstraße in Berlin mit dem Sarg zum Grab. (Foto: dpa/Christoph Soeder)
Video: Abendschau | 10.07.2019 | Arndt Breitfeld | Bild: dpa/Christoph Soeder

Berliner Filmproduzent - Hunderte Menschen nehmen Abschied von Artur Brauner

Der Filmproduzent Artur Brauner ist am Mittwochnachmittag in Berlin beigesetzt worden. Mehrere Hundert Menschen kamen zur Trauerfeier auf dem Jüdischen Friedhof in der Charlottenburger Heerstraße - neben Familienangehörigen und Freunden auch viele Film- und Kulturschaffende. Unter den Trauergästen war auch Berlins früherer Regierender Bürgermeister Walter Momper (SPD).

Brauner war am Sonntag im Alter von 100 Jahren gestorben. Er galt als einer der wichtigsten Filmproduzenten in Deutschland und hatte den deutschen Nachkriegsfilm stark geprägt. Artur, genannt "Atze" Brauner, arbeitete mit Stars wie Romy Schneider, Caterina Valente und Heinz Rühmann. Er verfilmte auch Abenteuerromane wie "Der Schut" und "Old Shatterhand" mit Lex Barker und Pierre Brice. In seinen Berliner CCC-Studios entstanden Hunderte Produktionen.

Momper: Kämpfer für die jüdische Sache

Mit seiner Arbeit erinnerte Brauner auch an die Opfer des Holocaust - etwa mit "Morituri" (1948), "Hitlerjunge Salomon" (1990) und "Wunderkinder" (2011). Brauner wurde im polnischen Lodz geboren. Er selbst verlor 49 jüdische Verwandte in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten. Er sei ein Kämpfer für die jüdische Sache, für Toleranz unter den Menschen und ein friedliches Zusammenleben gewesen, sagte Momper am Rande der Trauerfeier.

Vom Rabbiner wurde in der Trauerrede der starke Charakter und die Menschlichkeit Brauners hervorgehoben - und sein Einsatz für die jüdische Gemeinde in Berlin. Fans von Artur Brauner können sich in der Deutschen Kinemathek von ihm verabschieden: Im Foyer in der Potsdamer Straße liegt ein Kondolenzbuch aus.

Sendung: rbb UM6, 10.07.2019, 18:00 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Die amerikanische Band Algiers auf ihrem Konzert in Kopenhagen (Quelle: dpa/Malthe Ivarsson)
dpa/Malthe Ivarsson

Konzertkritik | Algiers im Lido - Kein Platz für Schubladendenken

Die amerikanische Band Algiers hat in Europa noch eine eher kleine Fangemeinde. Dabei ist ihr vielschichtiger Sound aus Soul, Gospel und Postpunk eine echte Entdeckung. Und sie haben etwas zu sagen - gegen Polizeigewalt und Alltagsrassismus. Von Magdalena Bienert