Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg (Quelle: dpa/Carsten Koall)
Video: Brandenburg Aktuell | 24.07.2019 | Kaveh Kooroshy | Bild: dpa/Carsten Koall

Streit um Kunst- und Kulturgüter - Woidke hofft auf "gütliche Einigung" mit Hohenzollern

Im Streit um Entschädigungsforderungen der Hohenzollern setzt Brandenburg nach Angaben von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) weiter auf eine gütliche Einigung. Gegenüber ARD Aktuell bemängelte er allerdings die Art und Weise, "wie hier kommuniziert worden ist von der anderen Seite". Diese habe das Klima deutlich verschärft. "Wir lassen hier nicht mit uns umspringen", so Woidke.

Berlin, Brandenburg und der Staat verhandeln mit Hohenzollern

Seit Mittwoch 16 Uhr verhandeln die Vertreter der Länder Berlin und Brandenburg, sowie die Staatskultusministerin Monika Grütters mit dem Haus Hohenzollern. Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) hatte dem Chef des Hauses Hohenzollern nach Informationen des "Spiegels" eine Frist bis Mittwoch gesetzt [Externer Link zu "Spiegel Online"]. Der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers, Wilhelm II., sollte erklären, dass er auf Entschädigungszahlungen in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro verzichtet und eine entsprechende Klage gegen das Land zurückzieht. "Wir wollen klar und unmissverständlich eine Antwort von Georg Friedrich Prinz von Preußen", sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Mittwoch.

Es geht um 1,2 Millionen Euro Entschädigung

Das Haus Hohenzollern fordert die Rückgabe zahlreicher Kunstgegenstände, ein Wohnrecht im Schloss Cecilienhof oder zwei anderen Liegenschaften sowie 1,2 Millionen Euro Entschädigung vom Land Brandenburg.

Nachdem der Kaiser nach dem Ende des Ersten Weltkrieges 1918 abgedankt hatte, beschlagnahmte die Regierung den kaiserlichen Besitz. 1926 wurde per Vertrag eine Vermögensregelung getroffen. Die sowjetischen Besatzer warfen 1945 den Hohenzollern vor, mit den Nazis kollaboriert zu haben, und entzogen ihnen das Wohnrecht in den Schlössern im Osten.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 24.07.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Die amerikanische Band Algiers auf ihrem Konzert in Kopenhagen (Quelle: dpa/Malthe Ivarsson)
dpa/Malthe Ivarsson

Konzertkritik | Algiers im Lido - Kein Platz für Schubladendenken

Die amerikanische Band Algiers hat in Europa noch eine eher kleine Fangemeinde. Dabei ist ihr vielschichtiger Sound aus Soul, Gospel und Postpunk eine echte Entdeckung. Und sie haben etwas zu sagen - gegen Polizeigewalt und Alltagsrassismus. Von Magdalena Bienert