Young Euro Classic im Konzerthaus in Berlin (Quelle: dpa)
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Young Euro Classics 2019 - Musiknachwuchs bringt die Klassik auf Berlins Bühnen und Plätze

Während Berlins große Orchester Urlaub machen, übernehmen hochtalentierte Nachwuchsorchester aus aller Welt die Konzertsäle der Stadt: Das Young Euro Classic Festival startet. Und es wird bunt. Von Tomasz Kurianowicz

20 Jahre ist es her, da kamen ein paar musikbegeisterte Berliner auf die Idee, Sponsoren zu suchen und Politiker zu begeistern, um in Berlin ein Klassik-Festivals zu organisieren. Im Mittelpunkt sollte die Exzellenz des Musiknachwuchses stehen. Hinzu kam eine verbindende Idee: Völkerverständigung im Alltag transportieren, hier also im musikalischen Alltag. Gemeinsam. Als Begegnung. Auf der Bühne. In und mit der Musik.

Entstanden ist ein Klassikfestival, zu dem jeden Sommer die Nachwuchsorchester aus aller Welt nach Berlin reisen und zwei Wochen lang das Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Besitz nehmen. Die Musiker treten auf, tauschen sich aus und feiern miteinander, egal ob sie nun aus Palästina, Israel, Russland, den USA oder Armenien kommen. Und das Konzept geht auf: Die Besucherzahlen wachsen Jahr für Jahr; die Begeisterung schwappt auf die Zuhörer über.

Frische Interpretationen und mutige Annäherungen

Eröffnet wird das Festival in diesem Jahr vom Sinfonia Iuventus Orchester aus Polen. Im Mittelpunkt der Young Euro Classics 2019 (19. Juli bis 6. August) steht dabei die Musik Ludwig van Beethovens, dessen 250. Geburtstag nächstes Jahr gefeiert wird. Den jungen Orchestern geht es dabei vor allem um frische Interpretationen und mutige Annäherungen, die dem Klassik-Genre das muffige Image nehmen sollen. So passt es auch, dass zum Eröffnungskonzert zwei Mal Beethoven auf dem Programm steht (die 5. und 6. Sinfonie), dann aber auch Artur Malewskis unkonventionelle Toccata für kleines Orchester von 1947. Die Young Euro Classics pflegen hier beides: Tradition und Neuerung.

Neue Debütanten und prominente Paten

Viele Orchester sind zum ersten Mal dabei – wie etwa das International Tatarstan Youth Orchestra  aus Kasan, das Mozart und Bach, aber auch die Musik unbekannter Komponisten spielen wird. Außerdem kommt das  National Youth Orchestra of the USA , dirigiert vom großen britischen Künstler Antonio Pappano. Der Deutsche Christoph Eschenbach wiederum leitet das neue bi-nationale Projekt Young Euro Classic Festivalorchester Griechenland – Deutschland.

Und auch in diesem Jahr führt in die Konzerte ein prominenter Pate – mit dabei "Tatort"-Kommissar Devid Striesow, oder Dietmar Bär. Ein besonderes Highlight ist das alljährliche Konzert unter dem Titel "Klassik meets Jazz": Hier führt der Jazz-Enthusiast Helge Schneider in das Konzert und holt den schwedischen Jazz-Trompeter Nils Landgren auf die Bühne.

Musik an ungewöhnlichen Orten

Zudem gibt es wie immer Sonderaktionen. So sind am 4. August alle Berliner dazu eingeladen, vor das Konzerthaus zu kommen und per Live-Stream das Young Euro Classic Orchestra und den Ernst-Senff-Chor unter der Leitung von Vasliy Petrenko zu hören. Auf dem Programm steht Beethovens 9. Sinfonie. Im Anschluss werden alle Besucherinnen und Besucher gemeinsam Beethovens „Ode an die Freude“ singen.

Aber nicht nur die Stadt kommt ins Konzerthaus, sondern auch die Musik in die Stadt. Am 1. und 3. August spielen verschiedene Ensembles zum ersten Mal klassische Musik an ungewöhnlichen Orten. Kammermusikensembles des National Youth Orchestra of Great Britain und des European Union Youth Orchestra treten unter anderem im Deutschen Technikmuseum, Holzmarkt, Deutschen Historischen Museum, C/O Berlin und im Klunkerkranich auf. So viel ist sicher: Young Euro Classic steht für junge Musik in Höchstform, ohne die oft sehr steife Ernsthaftigkeit, die man aus Klassik-Veranstaltungen eigentlich kennt.

Sendung: Kulturradio, 19.07.2019, 12 Uhr

Beitrag von Tomasz Kurianowicz

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