Das fertig-sanierte Schloss Cecilienhof mit dem davorliegenden Prinzengarten in Potsdam. Quelle: dpa/Christoph Soeder
Video: Brandenburg aktuell | 13.07.2019 | Frank Drescher | Bild: dpa/Christoph Soeder

Verhandlungen über Rückforderungen - Hohenzollern wollen wieder im Schloss Cecilienhof wohnen

Die Nachfahren des letzten deutschen Kaisers verhandeln seit Jahren im Geheimen mit der öffentlichen Hand über Kunstgegenstände in Berlin und Brandenburg. Das wurde nun bekannt. Laut einem Medienbericht soll es auch um das Schloss Cecilienhof gehen.

Das Adelshaus Hohenzollern und die öffentliche Hand streiten in erst jetzt bekannt gewordenen geheimen Verhandlungen seit Jahren über Kunstgegenstände von historischer Bedeutung. "Zur Zeit liegen die Verhandlungspositionen immer noch sehr weit auseinander", hieß es am Freitag aus dem Haus von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Bei den Gesprächen mit dem Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg, die seit mehreren Jahren liefen, gehe es um eine dauerhafte Gesamtlösung für verschiedene Kunst- und Sammlungsgegenstände. 

Zuerst hatte der "Tagesspiegel" berichtet, die Nachfahren des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. erhöben Ansprüche auf tausende Kunstwerke aus öffentlichen Museen in Berlin und Brandenburg. 

"Gegenstände von erheblichem Wert"

Gegenstand der Verhandlungen sind laut Angaben von Grütters' Behörde Sammlungsobjekte, die sich vor allem bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und beim Deutschen Historischen Museum befinden. "Darunter befinden sich auch Gegenstände und Gemälde von erheblichem Wert und historischer Bedeutung", hieß es aus der Behörde der Kulturstaatsministerin.

Hintergrund der Verhandlungen sei ein Gesetz aus dem Jahr 1926 über die Vermögensauseinandersetzung zwischen dem damaligen Staat Preußen und dem Haus Hohenzollern. Nun gehe es unter anderem um rechtliche Unklarheiten im damaligen Vertrag.

Hohenzollern fordern unentgeltliches Wohnrecht im Schloss

Laut "Tagesspiegel" fordern die Hohenzollern auch ein dauerhaftes unentgeltliches Wohnrecht im Potsdamer Schloss Cecilienhof oder zwei anderen Schlossvillen. Schloss Cecilienhof, dessen Restaurierung im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde, war der letzte Schlossbau der Hohenzollern. Dabei geht es etwa um Teile des früheren Hausarchivs und die Bibliothek der Preußenkönige. Der Zeitung zufolge lehnen der Bund, Berlin und Brandenburg die aktuellen Forderungen der Hohenzollern als unannehmbar ab.  

Hohenzollernchef-Klage gescheitert

Nach "Tagesspiegel"-Informationen schrieb Grütters' Stab in einem Brief an den Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., der mit dem Ende der Monarchie 1919 hatte abdanken müssen: "Im Ergebnis dieser eingehenden Beratungen und Prüfungen muss ich Ihnen aber leider mitteilen, dass wir - die Vertreter Berlins, Brandenburgs und des Bundes sowie der drei Kultureinrichtungen - übereinstimmend in den von Ihnen übersandten Unterlagen keine hinreichend geeignete Grundlage für erfolgsversprechende Verhandlungen sehen."

Gerade erst war Georg Friedrich Prinz von Preußen am Landgericht Koblenz mit einer Klage um die Burg Rheinfels gescheitert. Der Hohenzollernchef hatte den einstigen Familiensitz bei St. Goar am Rhein zurückgefordert. Die Burg Rheinfels war seit dem 19. Jahrhundert im Besitz des Hauses Hohenzollern. 1924 wurde die Stadt St. Goar Eigentümerin.

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39 Kommentare

  1. 39.

    Aber das Handpferd-ein zwangsweise kastrierter Hengst-brach zusammen und in der Kirche hörte man zum Teil schauerliche Klänge.

  2. 37.

    Völlig richtig. Leider ist man im Deutschen Reich noch viel zu ängstlich mit diesen Herrschaften umgegangen. In Österreich wurden die Habsburger des Landes verwiesen und durften nur zurückkehren, wenn sie die Republik anerkannten. Und konsequenterweise hat man dort vor exakt hundert Jahren den Adel ganz abgeschafft. Da ist Prinz Putzi von und zu Bauernlegen seither nur noch Putzi.

    Leider wird von unseren boulevardisierten Medien noch viel zu viel über diese Leute berichtet, und übrigens kaum über jene unter ihnen, die sich vorbildlich verhalten haben, wie z.B. Elisabeth Petznek (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_Petznek).

  3. 36.

    "weil das modern war und Ruhm brachte (Zeitgeist)." Falsch. Es geht in jedem Krieg um Materielles. Um Macht und damit um Besitz. Die Kriegsziele des Deutschen Reiches im 1. WK sind im Septemberprogramm beschrieben. Annexionen bringen Steuereinnahmen und Ressourcen. Und die Rüstungsindustrie verdient sich ebenfalls dumm und dämlich.

  4. 35.

    Mal ganz abgehoben: die Hohenzollern waren sozusagen der Staat (Monarchie). Sie „wurden“ abgedankt. Waren ihre Besitztümer nun Eigentum des Staates oder der Familie. Geht ja in der Monarchie etwas anders als in der Demokratie. Ich finde, mit dem damaligen Vertrag sind die Hohenzollern schon mehr als gut bedient. Von mir hätten Sie nichts bekommen. Ich würde eine Gegenforderung aufmachen. Reparation der Familie ggü. dem Staat. Schließlich wurden Kriege zu damaliger Zeit meist aus Streitigkeiten familiärer Art geführt. Familienpolitik auf Kosten der Gemeinschaft.

  5. 34.

    Alle Herrscher und Ländereien waren Kriegstreiber, weil das modern war und Ruhm brachte (Zeitgeist).
    Das Volk war der Pöbel. Nur die Adligen hatten Reichtum.
    Sonnst könnte man das Territorium aller Staaten komplett überdenken.
    Sie haben doch auch jetzt nur Geld als Währung, weil die Obrigkeit (Jetset) das so möchte.
    damit Sie sich keine Mehl- und Getreidesäcke zu Hause einlagern müssten und Platz verschwenden.
    Wenn jemand entscheidet, merken sie nicht einmal etwas.

  6. 32.

    Naja, den eigentlichen Zweck meiner Kommentares haben Sie nicht verstanden, das habe ich geahnt.
    Ich verdiene ziemlich gut, ohne Menschen über die Leisten zu ziehen sondern ich helfe ihnen; mehr brauchen Sie nicht zu wissen.
    Nur zur Inf, falls Sie nur auf Geld reflektiert seinssollten und danach die Menschen beurteilen, jedoch Geschichte keine Beachtung schenken.

  7. 31.

    Oreo, was haben Sie denn gegen Immobilienbesitzer? Mit irgendwas muss man ja sein Geld verdienen. Immobilien sind wenigstens was Bodenständiges, was Greifbares. Ist es Ihnen lieber, wenn man sein Geld mit Aktien- oder Nahrungsmittelspekulationen verdient? Was machen Sie denn beruflich?

  8. 30.

    Als Nachtrag aus dem Rheinland. die Klage wg. Rheinfells wurde im Juni in Koblenz abgewiesen. Man kann aber nach
    dieser Nachr. annehmen, das bis nach Karlsruhe geklagt wird, Man kann nur hoffen/Wünschen, daß das dort auch
    abgewiesen wird. Das betrifft auch Potsdam etc. u. das wird wohl schwierig sein. Es ist bestimmt ein lg. Gerichtsweg
    u. mit hohem Zeit-u. Kostenaufwand verbunden. Soviel dazu

  9. 29.

    Dem möchte ich mich anschließen und noch ergänzen dass es einem die Zornesröte ins Gesicht treibt mit welcher Unverfrorenheit dieser Clan irgendwelche Forderungen stellt.

    Die sollten mal lieber die Güter und Millionen zurückgeben, die man ihnen ungerechtfertigt nach dem verlorenen Krieg überlassen hatte.

    "...Wilhelm konnte den wichtigsten persönlichen Familienbesitz nach Doorn kommen lassen; insgesamt 59 Güterwaggons mit Möbeln, Kunstwerken und Erinnerungen sollen es gewesen sein."

    https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Doorn

    https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrstenenteignung

  10. 28.

    Das Prinzlein braucht unbedingt eine Residenz in Potsdam. Dann hat er es nicht so weit, wenn er nach der nächsten Reichstagswahl den Bernd Höcke zum Größten Reichskanzler aller Zeiten ernennt. Cottbus wird jubeln.

  11. 27.

    Zur barocken Kleinstadt Potsdam mit neuen Schloss, von einigen Kritikern auch Rosa Klotz genannt, würde der Adel gut passen.

  12. 26.

    Wer geschichtlich und überhaupt auch keine Ahnung hat, sollte ruhig bleiben.
    Sorry, aber wer Kriegstreiber moralisch solche Unterstützung gewährt, dem gebührt moralisch kein Respekt.
    Oder sind Sie ein Immobilienbesitzer mit Angst um Rendite, wie Sie bereits durch mehrere Kommentare unter anderen Beiträgen bewiesen haben?
    So viel Verständnis und Unkenntnis der Geschichte kann nur Unverständnis erzeugen.

  13. 24.

    Der rbb hatte die Preußenhochzeit einst prunkvoll übertragen. Und nun bitte nicht wundern!

  14. 23.

    Kann man nur hoffen das sich jemand findet, in dessen Familiengeschichte Leibeigene für diese Hohenzollern geschuftet haben. Da wären -mit Zinsen- jetzt mal endlich Entschädigungen fällig. Musterfeststellungsklage. Zugewinn durch Monarchie und Sklaverei verjährt nicht. Geerbt wird nicht nur die Habenseite.
    Die sollen froh sein wenn ihnen nicht noch mehr in Rechnung gestellt wird.
    Ich glaub´es hackt. Demnächst fordern die Herrschaften noch ihre Kolonialgebiete zurück.

  15. 22.

    Wenn es der Familie gehört, sollten sie es auch wiederbekommen.

  16. 20.

    Es gibt es einen Vertrag. Die Hohenzollern stellen nun überzogene Ansprüche. Ja, die Monarchie würde davon gejagt, dennoch haben die Hohenzollern viel behalten dürfen. Das reicht dann aber auch.

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