Archivbild: ILLUSTRATION - Ein älterer Mann hält am 23.02.2015 in der Stadtbibliothek in Hannover (Niedersachsen) ein E-Book Reader der Marke Tolino in den Händen (Quelle: dpa / Ole Spata).
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Softwareprobleme bei Tolino-Reader - E-Book-Ausleihe in Berliner Bibliotheken funktioniert wieder

Mehr als 65.000 E-Books und Hörbücher können sich Nutzer von Berliner Bibliotheken ausleihen, für zehn Euro im Jahr. Die Zahl der digitalen Ausleihen ist stark gestiegen. Doch zuletzt hatten Besitzer des E-Readers Tolino Probleme - inzwischen sollen sie behoben sein.

Nach einer mehrere Tage dauernden Softwarepanne soll das Leihen von E-Books mit dem Gerät Tolino in Berliner Bibliotheken wieder möglich sein. "Es war ein ständiges Hin und Her, aber nun sollte das Problem gelöst sein", sagte Moritz Mutter, Projektleiter "Digitale Welten" der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, am Mittwoch auf Anfrage von rbb|24.

Mit der Software "Onleihe" können Kunden sich in Bibliotheken aus ganz Deutschland elektronische Bücher auf ihr jeweiliges Endgerät laden. Neben Berliner Bibliotheken bieten auch mehrere Häuser in Brandenburg den Service an. Nach einem größeren Software-Update für die Tolino-E-Reader gab es in den vergangenen Monaten aber immer wieder Probleme mit den Abrufen. Seit vergangenem Freitag funktionierte die Ausleihe Nutzerinnen und Nutzern zufolge gar nicht mehr.

Falls es weiter Probleme gibt, empfiehlt die verantwortliche Softwarefirma [externer Link] Divibib aus Reutlingen, E-Medien über einen Browser auf einem Windows-PC auszuleihen und über die Software "Adobe Digital Editions" zu öffnen oder sie von dort auch auf den Tolino zu laden. Wer ein Mobilgerät zur Verfügung hat, kann die Onleihe-App verwenden.

Digitale Angebote werden stärker nachgefragt

Umgerechnet mehr als zweieinhalb Mal ging jeder Berliner im vergangenen Jahr in eine der 81 Bibliotheken. Das Angebot in der Hauptstadt ist fast unüberschaubar: Rund 7,5 Millionen Medien stehen zur Auswahl. Der Großteil der Nutzer interessiert sich noch immer für Gedrucktes, aber die Bedeutung von digitalen Angeboten in den Bibliotheken wächst. "2017 hatten wir noch 1,2 Millionen Ausleihen von E-Books und Hörbüchern, im vergangenen Jahr waren es dann mehr als 1,5 Millionen", sagte Moritz Mutter.

Wer keinen E-Reader besitzt, kann sich in vielen Häusern auch ein Gerät mit seinem normalen Mitgliedsausweis ausleihen. Amazon-Kindle-Geräte sind davon allerdings ausgeschlossen, weil der Weltkonzern seine Kunden dazu bewegen will, sich die Titel einzeln zu kaufen und sich gegen Ausleihmodelle sperrt.

Darüberhinaus bieten die Bibliotheken mehr als 5.000 Zeitungen und Zeitschriften in mehr als 50 Sprachen digital an. Kunden können sich mit ihren üblichen Nutzerdaten auch in Streamingdienste für Serien, Spiel- und Kurzfilme, Konzertmitschnitte sowie Musik einloggen, egal an welchem Ort. Das gesamte digitale Angebot ist mit der Jahresgebühr von jeweils zehn Euro abgedeckt.

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