Besucher in der Berlinischen Galerie (Bild: imago images/Tom Maelsa)
Video: rbb24 | 08.08.2019 | Heike Schueler | Bild: imago images/Tom Maelsa

Monatlich ab April 2020 - Senat will Gratis-Sonntag in Berliner Museen einführen

"Kostenlos ins Museum?" - Bislang gibt es das nur sehr selten. Der Senat will ab dem nächsten Jahr in seinen Landesmuseen allmonatlich einen eintrittsfreien Sonntag einrichten und neue Besuchergruppen in die Häuser locken.

Der Berliner Senat will mit kostenlosem Eintritt neue Besuchergruppen für die Ausstellungen der landeseigenen Museen begeistern. Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) kündigte am Donnerstag an, ab dem nächsten April einen eintrittsfreien Sonntag pro Monat in den landeseigenen Museen einzurichten.

Zu den landeseigenen Häusern gehören das Stadtmuseum, die Berlinische Galerie, das Bröhan-, das Brücke- und das Deutsche Technikmuseum sowie die Stiftung Berliner Mauer, außerdem das Haus der Wannsee-Konferenz, die Topographie des Terrors und das Dokumentationszentrum Zwangsarbeit. 

Vermittler sollen neue Besuchergruppen in Berlins Museen locken

Lederer kündigte zudem an, dass künftig sogenannte Vermittler eingesetzt würden. Sie sollten potentielle Neubesucher ansprechen und von den Angeboten der Einrichtungen überzeugen.

Für diese Vermittler würden - nach ersten Pilotversuchen noch in diesem Jahr - im nächsten Jahr neun Stellen an den städtischen Museen und Gedenkstätten geschaffen. Zur Begründung dieser Maßnahmen sagte Lederer, dass für den Erhalt der Infrastruktur der Museen erhebliche Mittel eingesetzt würden, doch müsse man hier dann auch fragen: "Wer geht am Ende eigentlich da hin, wer profitiert davon?"

Auf der Suche nach den Ursachen für die aktuelle Besucherstruktur

Diese Idee, neue Besuchergruppen für die Museen zu begeistern, stecke bereits in der Veranstaltung "Lange Nacht der Museen", an der sich am 31. August 75 Museen in Berlin beteiligen werden, betonte Lederer. Die Einrichtungen machten sich für diesen Tag bereits Gedanken, was sie über das reguläre Programm hinaus den Besuchern anbieten könnten.

"Man betritt keinen heiligen Gral der Kunst, sondern es geht letztlich um die Auseinandersetzung mit den Gegenständen, die sich in diesen Einrichtungen befinden", sagte der Linke-Politiker. Lederer erklärte, er denke an neue Angebote "insbesondere für Familien mit Kindern oder für diejenigen Schichten der Stadt, die sonst in den Museen zu selten zu sehen sind".

Gleichzeitig will der Kultursenator weiter über die Öffnungszeiten der Museen reden, "da müssen wir die Einrichtungen mitnehmen". Eine Verlegung der Öffnungszeit etwa von einem Vormittag in den Abend sei auch "ein Prozess der Überzeugung". Lederer setzt dabei auch auf Nutzeruntersuchungen: "Ich bin dafür, wenn es eine entsprechende Resonanz gibt." So solle mit Umfragen ergründet werden, welche Hindernisse es für die Menschen gebe, nicht in die Musen und Theater zu gehen.

Sendung: Inforadio, 08.08.2019, 19:30 Uhr

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15 Kommentare

  1. 15.

    Wer sucht, der findet. man kann bereits jetzt in viele Museen an unterschiedlichen Tagen mit freiem Eintritt gehen. im Musikinstrumentenmuseum gibt es z.b. gratis Konzerte ebenso in Kirchen. gerade in Berlin kann man vieles umsonst besuchen. man muss nur suchen und nicht meckern

  2. 14.

    Sehr gute Idee! Zumal kleine Kinder von den meisten Ausstellungen überhaupt nichts haben, weil sie sie gar nicht verstehen.
    Weiterer Vorschlag: einen Tag im Monat am Wochenende Zutritt zu Ausstellungen im Martin-Gropius-Bau, Nationalgalerie, Hamburger Bahnhof etc. AUSSCHLIESSLICH FÜR BERLINER. Wir arbeiten die Woche über, zahlen hier Steuern, haben aber in den von Touristen bevorzugten und hordenweise belagerten Ausstellungsorten keine Chance, am Wochenende reinzukommen.

  3. 13.

    Wir freuen uns sehr über die Initiative des Senats, egal an welchem Tag, nur als Hinweis: Die Stiftung Berliner Mauer, das Haus der Wannsee-Konferenz, die Topographie des Terrors und das Dokumentationszentrum Zwangsarbeit erheben auch so an jedem Tag keinen Eintritt.

  4. 12.

    Ausgerechnet Sonntags, is es da nich schon voll genug? Gabs nich mal sowas am Dienstag?
    Ich glaube das ist nur eine Methode die Unwirtschaftlichkeit und das Desinteresse zu vertuschen.

  5. 10.

    Liebe Helga, warum können sich ALLE wieder mehr Museumsbesuche wenn die Angestellten im öffendlichen Dienst mehr Geld erhalten???
    In unserem Land sollten doch endlich mal ALLE die hart arbeiten mehr Gehalt bekommen, hier meine ich hauptsächlich Dienstleister-, Handwerker-, Einzelhandel-, Pflegeberufe etc. Und nicht die die immer maulen-, stöhnen und nach "Wertschätzung" jaulen.

  6. 8.

    In Anbetracht der hohen Eintrittspreise, wäre es sehr positiv, vergangene Konzepte wieder aufzunehmen.
    Um eine geregelte Auslastung der Museen zu gewährleisten, bitte auch an ältere Mitbürger denken, die gerne, zum Beispiel in den ruhigeren Vormittagsstunden, kostenfrei das Angebot nutzen würden.
    Angenehm wäre das sicher auch beim Besuch des Botanischen Gartens und der Gärten der Welt.

  7. 7.

    Warum wird nicht stärker der Berliner Famillienpass beworben? Der darf bitte nicht mit dem berlinpass verwechselt werden. Alle Berliner Familien können damit Ermäßigungen in vielen Museen und anderen Attraktionen erhalten.

  8. 6.

    Überall in Berlin fehlt Geld, bei der Infrastruktur, bei den Schulen, dann noch Geld aus den Länderfinanzausgleich nehmen, und nebenbei alles umsonst anbieten, kein Wunder das in Berlin nichts vorwärts geht und Haupteinnahmequelle an Sonntag sind Touristen.

  9. 5.

    Warum erst 2020? Die Idee ist jedenfalls gut, aber nicht neu.

  10. 4.

    Freies Museum. Freies Schulessen. Freie Fahrt der Schüler der Öffis.
    Es wird Zeit, Lehrer, Polizisten und andere Menschen im öffentlichen Dienst besser zu bezahlen!
    Dann können sich alle wieder das Museum leisten.

  11. 3.

    Ich würde gerne häufiger Museen besuchen, aber ich habe keine Lust darauf, ständig durch laute und zum Teil wirklich sehr ungezogene kleine Kinder gestört zu werden. Späte Termine oder spezielle Tage nur für ältere Kinder und Erwachsene wären schon eine gute Sache. Es gibt ja auch für viele Veranstaltungen Familientage - warum nicht auch mal an diejenigen denken, die in Ruhe ohne Geschrei und Herumgewusel etwas ansehen wollen.

  12. 2.

    Ich finde es putzig, die Grüdne erfragen zu wollen, weshalb die Besucherzahlen bei Museen und Theater schwinden.
    Das kann man sich sparen. Die Leute haben schlicht kein Geld dafür. Ich gehe gern ins Theater, muss aber selbst bei den Preisen manchmal schlucken. Und es gab vor einigen Jahren auch mal den Donnerstagabend, wo Museen freien Eintritt angeboten haben. Das gibt es schon lange nicht mehr. Aber ich denke, die Leute würden es annehmen. Ich war nämlich dieses Jahr bei freiem Eintritt im Hamburger Bahnhof und habe gestaunt wie voll das Museum war. Also - Nachfrage ist da!

  13. 1.

    Super Vorschlag, hat wohl in alten Berliner Unterlagen geblättert und gibt es jetzt als seine idee aus. Kostenfreien Eintritt an einerm Sonntag hatten wir in Berlin (West) vor langer Zeit schon mal. Wäre aber gut, das wieder einzuführen!

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