Wolfsskulptur mit dem Künstler Opolka und der Berliner Publizistin Lea Rosh (Quelle: rbb/Karsten Steinmetz)
Video: rbb24 | 20.08.2019 | Bild: rbb/Karsten Steinmetz

Skulptur des Künstlers Opolka - Wolfsfigur zeigt Hitlergruß vor Brandenburger AfD-Zentrale

Eine Wolfsfigur, die vor der AfD-Zentrale in Potsdam einen Hitlergruß zeigt - damit wollte der Künstler Rainer Opolka wenige Wochen vor der Landtagswahl ein "Zeichen gegen Rechts" setzen. Die Partei hat davon auf ihrer Klausurtagung wenig mitbekommen.

Der Brandenburger Bildhauer Rainer Opolka hat am Dienstag eine bronzene Wolfsmensch-Skulptur mit einem Lastenwagen vor die Potsdamer AfD-Zentrale gefahren. Die Skulptur zeigt den Hitlergruß. Sie solle ein "Zeichen gegen Rechts" sein und vor einem drohenden Wahlerfolg der AfD bei der Landtagswahl am 1. September warnen, hatte die Agentur des Künstlers am Montag mitgeteilt.

Gemeinsam mit der Berliner Publizistin Lea Rosh steckte der Künstler zudem "einen offenen Brief mit acht drängenden Fragen" in den Briefkasten der Landesgeschäftsstelle. Darin stellen sie dem Brandenburger AfD-Spitzenkandidaten Andreas Kalbitz unter anderem Fragen zu seinem langjährigen Vorsitz in einem rechtsgerichteten Kulturverein und zu angeblichen Äußerungen von ihm im Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik sowie in der Auseinandersetzung mit politischen Gegnern.

AfD war laut Sprecher nicht vor Ort

Die Aktion wurde nach zwei Stunden beendet. Ein rbb-Reporter berichtete von einem "übermannsgroßen Wolfmenschen" und gelben Spruchbändern mit mutmaßlichen AfD-Zitaten, die Opolka ausgelegt hat. "Es war eine Menge los", sagte er bei rbbKultur und sprach von "einem großen Auflauf". So seien viele Fotografen und auch SPD-Politiker vor Ort gewesen. Es sei aber alles friedlich gewesen. Unter den Passanten, die die Aktion gesehen haben, hätten sich keien AfD-Anhänger befunden, erklärte er.

AfD-Parteisprecher Detlev Frye wollte sich nicht zu der Aktion äußern. Die gesamte Landesgeschäftsstelle sei am Dienstag auf einer Klausurtagung außerhalb von Potsdam gewesen, erklärte er. "Ich kann mich nicht zu etwas äußern, was ich nicht gesehen habe." 

"Mit Neonazis marschieren, die den Hitlergruß zeigen"

Nach Angaben Opolkas nimmt die Statue Bezug auf Äußerungen oder Taten des AfD-Spitzenkandidaten Kalbitz. "Und da Sie ja gerne, wie etwa in Chemnitz, gemeinsam mit Rechtsradikalen und Neonazis marschieren, die unverblümt den Hitlergruß zeigten, werden Frau Rosh und ich Ihnen nicht irgendeinen, sondern einen den 'deutschen Gruß' zeigenden Wolf mitbringen", heißt es in einer Mitteilung Richtung Kalbitz'. Dazu trage das Tier einen Helm, "weil Sie sinngemäß sagen, sollte die AfD nicht legal an die Macht kommen, helfe nur noch 'Helm auf'".

Vorwürfe gegen Künstler

Opolka hat bereits mehrfach mit ähnlichen Aktionen bundesweit Schlagzeilen gemacht. Zuletzt hatte er Mitte Juli nach dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) mit übergroßen Wolfsfiguren zum Widerstand gegen Hass und Hetze aufgerufen. Nach rechten Ausschreitungen hatte Opolka im September vergangenen Jahres in der ostsächsischen Stadt Chemnitz ebenfalls solche Skulpturen aufgestellt.

Der Künstler aus Wendisch-Rietz (Oder-Spree) hatte Ende Juli die Brandenburger SPD mit einer Großspende in Höhe von 76.650 Euro im Wahlkampf für die Landtagswahl unterstützt. Die Opposition wirft ihm vor, er wolle sich mit dem Geld die Zustimmung für seinen seit sechs Jahren geplanten Kunst- und Literaturpark in Storkow erkaufen. Opolka wies die Anschuldigungen in einem rbb-Interview als "absurd" zurück.

Die Publizistin Rosh gilt als Initiatorin des Denkmals für die ermordeten Juden Europas. Die 2.711 quaderförmigen Beton-Stelen wurden bis 2005 zwischen dem Brandenburger Tor und dem Potsdamer Platzes errichtet. Rosh ist eigenen Angaben zufolge seit 1968 Mitglied der SPD.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 19.08.2019, 19.30 Uhr

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76 Kommentare

  1. 76.

    Nein. Die Treuhand war ein Instrument das aus einer bestimmten politisch-ökonomischen Grundhaltung und ihrer Rezepte entstand. Vertreten -auch- von der CDU. Sie sollten sich nicht in die Irre führen lassen von Leuten, die Politik in Parolen, Markennamen und bloss Personen beschreiben. Das Programm (die ursprüngliche Entstehungsgeschichte noch mehr) der AfD ist eine ultra-neoliberalistische, sozialdarwinistische Agenda. Das nationalistisch-wirtschaftsliberale, das den Gründern aus der Hand glitt war bereits im Mainstream des "nationalen Eigeninteresses" in Fragen der EU angelegt. Weit verbreitet über alle Parteigrenzen hinweg. Sie folgen Westfunktionären einer AfD, denen selbst die Agenda der FDP zu "staatsdirigistisch" ist. Kommt es auf Ökonomie und Soziales. Selbstverständlich gibt es Brüche. Manchmal muss investiert werden. Marktorientiert gezielt. Man könne zum Beispiel "deutsche" Familien fördern. Nicht einfach Familien. Sowas nenne ich Missbrauch öffentlicher Mittel. Niedertracht.

  2. 75.

    Die Treuhand war ein Instrument der Kohlregierung - also der CDU. Damit liegt auch die Verantwortung bei der CDU. Wie Sie da auf einen Zusammenhang mit der AfD kommen, bleibt Ihr Geheimnis.

  3. 74.

    Es ist dem gemeinen Bürger ja kaum in Erinnerung zu bringen. So er so gemein ist die AfD zu wählen. Wie schon einmal das treudeutsche Deutschland mit Treuhand und Ausschaffungswut von blühenden Landschaften sprach. Wenn nur als erstes der Vertragsarbeiter massenweise und selbstverständlich das Land zu verlassen hat. So brannten die Wohnungen der Vietnamesen. In Solingen, Wuppertal, Mölln gleich die gefühlt Ausreisepflichtigen dazu. Während ein CDU-Innenminister verkündete, sie seien selbst schuld. Was seien sie denn überhaupt noch da. Und das Asylrecht mit 2/3 das Grundgesetz verließ. So wars vor 30 Jahren. Irgendwie AfD schon da. Aber die Treuhand, der Wirtschaftsverstand, die Sozialpolitik, diese DNA der AfD, geteilt mit der "Werteunion" der CDU - war sie nicht die Treuhand? Hatte man nicht völlig sinnlos den "ausländischen" den fremdkulturellen Nachbarn behetzt und verbrannt? War die Fabrik, der Arbeitsplatz nicht gleichzeitig trotzdem abgewickelt? Wozu also charakterlos werden?

  4. 73.

    Aha - "Linke" wie Sie. herrlich diese sozialrevolutionäre SA-Rethorik. Als wäre Melodie, Praxis, Folge dieses Marschliedes nicht bekannt. Schon vergessen was die Funktionäre -Hierarchie drüber- gleich als Erstes machten? Der sozialrevolutionäre Nazi wurde als Schwuler enttarnt quasi noch in seinen Hotelbetten exekutiert. Sie sind offenbar ein Langschläfer. Haben es verpasst. Was glauben Sie tickt in den Hirnen der Funktionäre heute? Ausnahmslos mit Westbiographie. Fragen Sie Oberst a.D. Pazderski, wie er antiimperialistische nicht-Elite war. Als er im Offiziersrang mit US-General Petraeus 2005 am Irakkrieg teilnahm. In der Etappe selbstverständlich. Worin kann die soziale Ökonomie eines Herrn Meuthen, einer Weidel bestehen. Ist beiden selbst die FDP zu staatsdirigistisch in wirtschaftlichen Fragen? Alles so "antiimperialistisch" wie die Treuhand. Deren Kontinuität die AfD vertritt. Kommt es zum Schwur. Wo Pathos und nationale Girlande nicht reicht. In der politisch-sozialen Praxis.

  5. 72.

    Nö, Linke wie Hans Modrow, oder Rainer Rupp, die ich beide aus mehrjähriger gemeinsamer Arbeit kenne und schätze. Die sind wirkliche Linke und rufen nicht dazu auf die Linke nicht zu wählen, solange man dort Frau Wagenknecht nicht rausgeschmissen hat, wie jetzt einige Linke Spitzen- Kandidaten, die auf der Wahlliste stehen. So geht links für mich nicht!

  6. 71.

    Also wer sich zu Andreas Kalbitz mal schlau macht, der kann die AfD in Brandenburg eig. nicht mehr wählen. Die Vielzahl rechtsextremer Kontakte und Vereine wo er tätig ist/war, sollte selbst jedem Bürgerlich/Konservativen zu Denken geben.

  7. 70.

    Ich glaube sehr wohl dass es genug Alternativen zu der rechtsextremen, völkisch-nationalen AfD in Brandenburg gibt.

    Auch die Ausrede, dass die Menschen diese "Partei" aus irrationalen Gründen wählen zieht nicht mehr, auch nicht mit so gesalbten Worten.

    Wer die AfD wählt weiß dass er eine rechtsextreme, völkisch-nationale "Partei" mit einem Vorsitznden mit eindeutiger Vita wählt PUNKT

  8. 68.

    Rechtsextreme AfD Propaganda in Reinstform. So ähnlich haben die Nationalsozialisten unter Goebbels auch "argumentiert".

    Überhaupt scheint Goebbels in der AfD als Vorbild zu gelten oder wie ist die Rede Höckes zu verstehen?

    „Schaf oder Wolf. Und ich, liebe Freunde, meine hier, wir entscheiden uns in dieser Frage: Wolf.“

    Das Original klang so: "„Wir kommen nicht als Freunde, auch nicht als Neutrale. Wir kommen als Feinde! Wie der Wolf in die Schafherde einbricht, so kommen wir!“

  9. 66.

    Sie wählen die AfD, weil sie sich ihr Land zurückholen wollen, gemäß der Inschrift auf dem Reichstagsgebäude "Dem Deutschen Volke".

  10. 65.

    Im Herz und Seele der Menschen herrscht eine Urkraft, die sich weder von Zeitgeist noch Propaganda blenden lässt. Wenn etwas nicht mehr verkraftbar ist und eine Grenze überschritten wird, dann sagt diese Urkraft „Schluss“, sie folgt keiner Lüge, keiner Propaganda mehr. Die Urkraft der Menschen sagt nur „Schluss“ und nichts weiteres. Der Mensch rennt jetzt dem hinterher wovon er glaubt dass dies aussichtsreicheres für ihn bringt. Nach dem "Schluss" orientiert sich der Mensch über seine Hoffnungen, ein tiefgründiges Nachdenken ist bei den meisten Menschen ausgeschaltet. Wer jetzt versteht die Gefühle der Menschen anzusprechen wird Gewinner.
    Es gibt als Hoffnung für die Menschen, die das "Schluss" erreicht hat, wie 1989 keine "BRD", es gibt gegenwärtig nur die AfD und leider keine andere Alternative.

  11. 64.

    Entweder, er kann die Dinger nicht unterscheiden, oder für ihn ist auch die BW voll Nazi. Wahrscheinlich beides.

  12. 63.

    "Denn die AFD wird nicht gewählt weil die so gut ist, sondern...Richtig. Weil die Menschen keinen anderen Ausweg mehr sehen. "

    Nein, sie wählen die rechtsextreme AfD, weil sie eine rechtsextreme, völkisch-nationale "Partei" wählen wollen. Die dumme Ausrede mit den Lemmingen, die gezwunden sind sowas zu wählen zieht schon lange nicht mehr.

  13. 62.

    Nach jahrelanger Auseinandersetzung mit den Genehmigungsbehörden hatte nach Pressemeldungen Opolka im Frühjahr 2018 gedroht, das Anwesen wieder zu verkaufen.
    CDU Geschäftsführer Redmann stellte im Juli Antrag auf Akteneinsicht in die Prozesse der Genehmigung für den Kunstpark. Redmann beklagt derweil, dass die rot-rote Landesregierung der CDU bis heute keine Akteneinsicht zu den Verhandlungen gegeben habe, und forderte, diese schnellstmöglich zu gewähren. "Wir befürchten, dass die Landesregierung dies bis nach der Wahl verzögern will", sagte Redmann.
    Von der AfD Brandenburg ist in dieser Angelegenheit wenig zu hören. Schließlich will die SPD in der Woche vor der Landtagswahl mit den 70000 € von Opolka eine anti-AfD Wahlkampfzeitung an alle Haushalte verteilen.

    Vielleicht ist die AfD deswegen so ruhig, weil sie darin einen Selbstläufer sieht, der für die AfD wirkt.

  14. 61.

    Die Panik bei der SPD muß ja groß sein.

  15. 60.

    Na vielleicht bekommt Herr Opolka seine Baugenehmigung, wenn er noch ein paar Wölfchen aufstellt und sich damit Liebkind macht.

  16. 57.

    Es gibt keinen Rechtsvorgänger. Die Linke, oder wie sie vorher unterschiedlich genannt wurde, ist rechtlich die alte SED. Das hat Gysi ausdrücklich festgestellt.

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