Schauspieler Brad Pitt (l-r), Regisseur Quentin Tarantino und Schauspieler Leonardo DiCaprio kommen zur Premiere ihres Films "Once upon a time...in Hollywood". (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
Audio: Inforadio | 02.08.2019 | Alexander Soyez | Bild: dpa/Jens Kalaene

"Once Upon a Time in Hollywood"-Premiere - Hollywoods Heilige Drei Könige in Berlin

Brad Pitt, Leonardo DiCaprio UND Quentin Tarantino: Für die Deutschland-Premiere von "Once Upon a Time in Hollywood" gab sich das Star-Triumvirat in Berlin die Ehre. Auf dem Potsdamer Platz wurden die Schauspieler wie Könige gefeiert. Von Frauke Gust

Mitten in Berlin ist Hollywood-Hochstimmung ausgebrochen: Palmen säumen den Roten Teppich, 2.000 Fans warten mit Fotos, Plakaten und Autogrammstiften bewaffnet auf Hollywoods – ja man muss schon fast sagen - heilige Dreifaltigkeit: Leonardo DiCaprio und Brad Pitt und Kultregisseur Quentin Tarantino. Alle drei auf einmal in Berlin: Das gab's noch nie.

Als die Limousinen vorfahren, bricht die Fan-Menge in ein Kreischkonzert aus. Strahlend betritt Brad Pitt als erster den Potsdamer Platz. "Ich liebe es einfach in Berlin zu sein [...], das weißt du doch!", sagt er breit grinsend auf dem Roten Teppich. Mit Leonardo und Quentin mache es ihm besonders viel Spaß. "Wart ihr schon mal in Tarantinos Bar? (in der Brunnenstraße, Anm. d. Red.) – die ist ziemlich gut", empfiehlt der Schauspieler.

Schauspieler Brad Pitt (l-r), Regisseur Quentin Tarantino, Schauspielerin Margot Robbie und Schauspieler Leonardo DiCaprio kommen zur Premiere ihres Films "Once upon a time...in Hollywood". (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
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Tarantino: Bestes Filmduo seit Redford und Newman

Für Tarantinos neunten Film "Once Upon a Time in Hollywood" hat sich das Dreamteam DiCaprio und Pitt zum ersten Mal in der Filmgeschichte gemeinsam vor die Kamera gestellt. Tarantino vergleicht die Chemie seines Starduos mit der von Robert Redford und Paul Newman. Brad Pitt ist geschmeichelt: "Das ist ein sehr freundlicher Vergleich, dazu kann ich nichts sagen, Redford und Newman sind einfach die absolute Messlatte", sagt Pitt. "Aber Leo und ich, wir arbeiten wirklich gut zusammen. Wir haben eine Menge ähnlicher Erfahrungen gemacht und sind so ziemlich zum gleichen Zeitpunkt aufgetaucht. Ich habe großen Respekt vor dem was er leistet."

DiCaprio wird gefeiert wie ein König

Als Leonardo diCaprio ankommt, wird er gefeiert wie ein König. Die Fans skandieren seinen Namen, freundlich lächelnd gibt er Autogramme und lässt Selfies mit sich machen. Im Film spielt er einen Western-Serienhelden, der auf dem absteigenden Ast seiner Karrierelaufbahn gelandet ist. Brad Pitt spielt sein Stunt-Double.

Im echten Leben könne er auch manchmal ein Double gebrauchen, sagt DiCaprio. "Viele Leute haben mir schon vorgeschlagen, wenn ich irgendwo bin und draußen viele Paparazzi rumstehen, sollte ich mir ein Double zulegen. Aber sowas funktioniert dann doch nie wirklich. Wie Lil' Kim schon sagte: Die Paparazzi kriegen dich - auf die eine Art oder die andere."

Schauspieler Leonardo DiCaprio kommt zur Premiere seines Films "Once upon a time...in Hollywood" und gibt seinen Fans Autogramme. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
| Bild: dpa/Paul Zinken

Filmenthusiasmus als Lebenselixier

Als dann Kultregisseur Quentin Tarantino noch über den Roten Teppich kommt, gibt es bei den Fans kein Halten mehr. Ein junger Mann ist völlig aus dem Häuschen: "Ich liebe Ihre Filme. Ich würde alles, alles, alles tun, um bei einem dabei zu sein. Ich tue alles –egal was!" Tarantino bedankt sich freundlich für das Angebot. Filmenthusiasmus gefalle ihm - es sei sein Lebenselixier. "Once Upon a Time in Hollywood" sei dabei nun sein persönlichster Film geworden, erzählt er.

Für die Geschichte, die in der Filmwelt von 1969 spielt, hat er vier Blocks des Hollywoodboulevards in Los Angeles nachbauen lassen, so wie er sich aus seiner eigenen Kindheit noch daran erinnert. "Das war schwer, die Sets einzurichten. Wir haben uns echt den Hintern abgearbeitet. Ich sag‘s mal so, nächstes Jahr hätten wir den Film nicht mehr machen können – so schnell verändert sich die Stadt", erklärt Tarantino. "Es war, als ob wir auf einer brennenden Brücke gedreht hätten und wir ganz schnell machen müssen und unser Zeug zusammen packen und weiter – so war das die ganzen 100 Drehtage lang."

Alles stimmt bis aufs kleinste Detail

Von der Detailversessenheit, die Tarantino dabei an den Tag legt, ist Brad Pitt sehr beeindruckt: "Quentin ist ein Purist. Das heißt: keine Computer generierten Bilder. Alles ist wirklich da für die Kamera, jede Kleinigkeit", schwärmt Pitt. Und so sieht man im Film nicht nur Bushaltestellen-Bänke mit Werbung aus der damaligen Zeit - auch in den Schaufenstern hängen Plakate für eine damals angesagte Radioshow, es liegen Bücher aus der Zeit aus. "Das war etwas sehr Besonderes für mich, zu sehen, wie sich der Hollywoodboulevard auf diese Weise transformierte", sagt Pitt.

Auf dem Roten Teppich ist derweil zu beobachten wie der Regierende Bürgermeister Michael Müller mit dem weiblichen Star aus Tarantinos Film flirtet: Margot Robbie kommt in einem langen grüngoldenen Abendkleid auf den Roten Teppich und genießt sichtlich, während sie ihren Star-Glamour versprüht, die tolle Stimmung auf dem Potsdamer Platz.

US-Regisseur Quentin Tarantino (r) und Schauspieler Brad Pitt (l) begrüßen sich vor der Premiere ihres Films "Once upon a time...in Hollywood". Zwischen ihnen steht Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
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In Berlin zu feiern toppt alles

Als Tarantino anrief, um ihr zu sagen, dass sie in seinem neuen Film mitspielt, konnte sie es nicht fassen, erzählt Margot Robbie. Mit Brad Pitt und Leonardo DiCaprio in einem Film zu sein, sei schon großartig, aber, lacht Robbie verschmitzt: "Mit den beiden in echt in Berlin zu feiern, das toppt alles."

Beitrag von Frauke Gust

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22 Kommentare

  1. 22.

    Vielleicht haben auch Sie es ja schon mitbekommen. Für die Kulturberichterstattung im RBB werden Gelder zusammengestrichen um zu sparen. Was ich persönlich sehr schade finde. Denn ich finde, die Leute machen ihre Arbeit recht gut und ich fühle mich dadurch wie immer angesprochen. Ob das nun Kulturradio, TV oder hier das Forum ist. Kultur spiegelt unsere Gesellschaft wieder. So etwas darf niemals von der Bühne verschwinden.

  2. 21.

    Es tut mir leid um Ihre jetzige Situation. Aber einen Tipp hätte ich da noch für Sie. Besonders in den noch vorhandenen kleinen Kinos gibt es Vorführungen, wo es Preisnachlässe gibt. Meistens sind das die Nachmittagsvorstellungen. Und als Arbeitslose Person haben Sie sowieso ein Anrecht auf eine Ermäßigung. Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute.

  3. 20.

    Ich bin leidenschaftlicher Jobcenter-Besucher, damit mir z. B. die monatlichen 30,- Euro für Freizeit, Kultur und Sport nicht aufgrund einer menschenverachtenden Sanktion vorenthalten werden können. Keine Sorge, ich weiß was das Wort "Kinoerlebnis" bedeutet. Wir sind auch nicht gerade betucht aufgewachsen, konnten aber manchmal Sonntag nachmittags eine Vorstellung im Spandauer Savoy-Kino ansehen, weil wir Freikarten geschenkt bekamen.

  4. 19.

    Natürlich zwingt mich niemand, die "Kultur"-Seite des rbb zu lesen. Lohnt sich ja auch kaum noch. Es ist aber mein gutes Recht, diese Präsentation der Berliner Kultur zu kritisieren. Mit meinen Gebühren wird diese Seite schließlich mitfinanziert.

  5. 18.

    Man könnte ewig so weiter schwärmen. Um es auf den Punkt zu bringen Alle drei sind großartige Künstler wo man sich einfach auf den Film freut. Und bei Ihrem Kommentar 16 gebe ich Ihnen Recht Kino muß man erleben. Es gibt natürlich viele andere großartige Schauspieler und Schauspielerinnen, aber es ging jetzt gerade in diesem Bericht um die Darsteller und den Regisseur des Films Once Upon a Time in Hollywood. Ich wünsche Ihnen viel Freude bei Ihrem Besuch im Kino.

  6. 17.

    Ja klar. Auf alle Fälle. Mein Lieblingsfilm mit ihm ist“ Gilbert Grape -Irgendwo in Iowa“ . Oder“ Departed-Unter Feinden“. „Django Ein begabter und sehr vielseitiger Schauspieler.

  7. 16.

    Sind Sie leidenschaftlicher Kinogänger? Ich schon und das nicht nur bei diesen drei Herren. Kino muß man Erleben. Möglichst noch mit großer Leinwand. Am besten zu zweit oder in der Gruppe. Zuhause sitzen um sich Filme anzusehen ist eine Sache, doch wenn die große Leinwand aufgeht, dann freue ich mich nach wie vor riesig. Ich bin bitterarm aufgewachsen. Wenn es etwas so schönes gab in meiner Kindheit, dann war es der Sonntägliche Vormittag im Kino mit all den anderen Kindern.

  8. 13.

    Ich kritisiere nicht die drei berühmten Persönlichkeiten der us-amerikanischen Filmindustrie sondern die Bezeichnung "Heilige Drei Könige" in einem außerreligiösen Zusammenhang.

  9. 11.

    "Was soll an diesen drei Personen heilig sein?"
    ihre Schauspielerei als Beruf und sie es schaffen, mich für ein paar Stunden aus IHRER "Problemwelt" zu entführen.

  10. 10.

    "In Berlin zu feiern toppt alles" - Im Armuts-Berlin zu leben toppt alles!

  11. 9.

    Was soll an diesen drei Personen heilig sein? - Heiligkeit für einen Moment? - Erst werden der Bevölkerung eine Vielzahl an belastenden Problemen aufgezwungen und dann werden diejenigen Personen der Filmindustrie als Heilige bezeichnet, die den Menschen bei ihrer Realitätsflucht aus der Problemwelt behilflich sind. Das ist Ironie!

  12. 8.

    Sollte das jetzt ironisch gemeint sein oder politisch. Ein grandioser Regisseur, zwei großartige Schauspieler passt doch für diesen Moment. Sollte Spike Lee zB mit Morgan Freeman , Denzel Washington , Samuel L.Jackson , Laurence Fishbourne oder Will Smith oder oder... einen Film drehen und allesamt würden hier zu Premiere erscheinen wäre die Betitelung wahrscheinlich nicht anders.

  13. 7.

    Für mich ein „Must“ diesen Film zu sehen. I Love Quentin Tarantino. Und Sie dürfen versichert sein, mein Augenmerk wird nicht nur auf die männlichen Darsteller gerichtet sein. Ganz besonders werde ich die Rolle von Margot Robbie verfolgen, da ich mich vom Alter her noch recht gut an diese Mordserie erinnern kann. Besonders an Sharon Tate. Aber ich muß schon zugeben, dass ich ein ausgesprochen großer Fan von Brad Pitt bin. Seufz.

  14. 6.

    Guter Kommentar. Da ich hier sehr gerne viele Artikel querbeet im Forum von rbb24 lese und auch die dazugehörigen Kommentare, fällt mir immer wieder auf, wie wenig Interesse auf die Kulturseite besteht. Es sei denn ein Konzert oder wie jetzt passiert eine Hitliste von über 100 der besten Songs erscheinen. Schade eigentlich. Dabei ist auch diese Seite keineswegs uninteressant.

  15. 5.

    Es geht hier vor allem um Haltung. Die einzige Frage, die dieser extrem talentierten und trotz ihrer jungen Jahre (als ob das eine Rolle spielen sollte) auch super erfolgreichen Frau gestellt wurde, scheint zu sein, wie toll genau es war mit diesen Männern zusammen zu arbeiten. Nicht mal etwas zu ihrer Rolle wurde sie gefragt und dabei spielt sie in dem Film Sharon Tate, eine Ikone!

  16. 4.

    Das liegt vielleicht daran, das die Gute mit ihren erst 29 in Europa bisher kaum in Erscheinung getreten ist. Und die wenigsten Europäer dürften sie in den Jahren 2008-2011 in der australischen Serie Neighbours erlebt haben.

    Man konnte die bei Wolf of Wall Street (2015) und ebenso bei Suicide Squad (2016) erstmals auf der großen Leinwand in einer Nebenrolle bewundern. Für den, in Europa wenig bekannten Film I, Tonya wurde sie 2017 Oscar und Golden Globe nominiert. Aber eine Nominierung ist eben noch kein Gewinn. Also immer ruhig bleiben. Würden wir hier über Katheryn Bigelow, Helen Mirren oder Hillary Swank sprechen, würde der Fall tatsächlich anders liegen.

    @Hr. Waniewski: Niemand zwingt Sie den Kulturteil beim rbb zu lesen.


  17. 3.

    "Hollywoods Heilige Drei Könige" - Wahr klar: Drei Weiße!

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