Symbolbild: Besuchergruppe in der Gemäldegalerie im Kulturforum Berlin (Quelle: Imago Images/ Kremming)
Video: Brandenburg Aktuell | 14.08.2019 | P. Beng/P. Barnstorf | Bild: Imago Images/ Kremming

Stiftung Preußischer Kulturbesitz - Hohenzollern fordern die Rückgabe von 5.000 Kunstwerken

Entschädigungszahlungen fordern die Hohenzollern derzeit ein, dazu ein Wohnrecht im Potsdamer Schloss Cecilienhof, aber auch die Herausgabe von Kunstschätzen. Und zwar nicht wenige, wie der rbb jetzt von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz erfuhr.

In den umstrittenen Verhandlungen zwischen dem Adelshaus Hohenzollern und der öffentlichen Hand geht es unter anderem um die Herausgabe von 5.000 Kunstwerken der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Das bestätigte die Stiftung dem rbb auf Nachfrage. Die Objekte befinden sich demnach vor allem in der Gemäldegalerie, dem Kunstgewerbemuseum, dem Münzkabinett, der Staatsbibliothek und im Geheimen Staatsarchiv.

Die Forderungen der Hohenzollern wurden kürzlich erst bekannt, es geht neben den Kunstgegenständen auch um Wohnrecht, zum Beispiel im Potsdamer Schloss Cecilienhof. Die Brandenburger Linke hat eine Volksinitiative gegen die Ansprüche der Adelsfamilie gestartet.

Größtenteils lagern die zurückgeforderten Kunstwerke in Depots. Werke aus Depots sind selten in die Liste des national wertvollen Kulturerbes eingetragen. Bei einer Übergabe an die Familie Hohenzollern wären sie dann auch international verkäuflich. Dass die Familie zu einem solchen Verkauf bereit sein könnte, zeigen diverse Auktionen in den vergangenen Jahren.

Keine genauen Listen öffentlich

Genaue Listen des Kulturguts, auf das die Familie Hohenzollern Anspruch erhebt, sind derzeit nicht öffentlich. Die Familie und die staatlichen Institutionen verweigern die Herausgabe mit Verweis auf die aktuellen Verhandlungen.

Auch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten ist nach rbb-Informationen von den Forderungen betroffen. Alleine in der Gemäldesammlung der Schlösserstiftung handelt es sich den Angaben zufolge um etwa 4.000 Werke. Der größte Teil davon befindet sich ebenfalls im Depot.

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17 Kommentare

  1. 17.

    Nein, nicht doch. Loriot ist am Hohenzollernplatz aufgewachsen, also wäre es gut, wenn man den Platz und Damm in Vicco-von-Bülow-Damm bzw. Platz umbenennt. Das wäre eine gute Alternative.

  2. 16.

    Meines Wissens steht im Einigungsvertrag bei der Wiedervereinigung von Deutschland, daß von den Sowjets enteignete Güter nicht mehr zurückgegeben werden dürfen und zwar handelt es sich da um Adel und Großgrundbesitzer und nicht das Häuschen oder Gartengrundstück des kleinen Mannes. Und die HOHENZOLLERN fallen garantiert unter die Kategorie Adel und Großgrundbesitzer.

  3. 15.

    Einige der Interviewten sind doch vorbildlich: Gut zurückkaufen (meist für wenig Geld, da Betrieb aufwendig) Arbeit und Geld reinstecken und angemessen sanieren, dann auch noch Ökobauer werden. Daran sollten sie die Hohenzollern ein Beispiel nehmen und nicht das gemachte Nest fordern.

  4. 14.

    Also, was soll die ganze Aufregung?
    Es ist doch wohl legitim, wenn eine von den Sowjets und dem SED-Regime enteignete Familie Alteigentümeransprüche geltend macht. Daß es sich hierbei um die Hohenzollern handelt, dürfte wohl kein Grund sein, diese jetzt als geld- und raffgierig darzustellen. Und meines Geschichtswissens nach waren die direkten Vorfahren von Georg Friedrich von Hohenzollern in keinerlei Kriegsverbrechen während des 2. Weltkrieges beteiligt und waren auch während der NS-Zeit nicht in der NS-Partei aktiv. Wenn der von der SED-Nachfolgepartei "Die Linke" gestellte brandenburgische Finanzminister mit einem Auftragsgutachten zu einem anderen Ergebnis kommt, dann ist das nicht mehr als peinlich, weil ja schon bei der SED Geschichtsklitterung hoch im Kurs stand. Soetwas sollte 30 Jahre nach der Wende im vereinigten Deutschland eigentlich nicht mehr möglich sein. Dieser Minister sollte seinen Hut nehmen und man sollte bei der BSTU mal über seine Vergangenheit nachfragen.

  5. 13.

    Ich vermisse in dem Artikel Hintergrundinformationen:
    Wie realistisch ist es überhaupt, dass diese Forderungen erfüllt werden? Besteht aus juristischer Sicht tatsächlich ein Anspruch? Gibt es dazu verlässliche Einschätzungen von Experten?

  6. 12.

    Sehr gut, Ihr vorschlag. Die haben genug Not und Elend über Deutschland gebracht. Für mich ist es völlig unverständlich, daß die immer noch so hofiert werden.

  7. 10.

    Den 2. WK habe wir nicht nur Hitler zu verdanken sondern den Eliten, die ihn an die Macht gebracht haben und die den Krieg schon lange vor Hitlers Machtantritt geplant hatten. Die von General v. Seeckt gefertigten Struktur- und Aufmarschpläne lagen schon seit 1925 in den Tresoren der Reichswehr. Da war Hitler noch ein ganz kleines Licht. Den Plan Otto als Vorgänger des Planes Barbarossa hatte Halder schon ausgearbeitet, da war der Gefreite noch mit Frankreich beschäftigt. Belesen Sie sich, welche Wirtschaftseliten Mitglied der "Gesellschaft zum Studium des Faschismus" war. Dann wissen Sie auch, wer den Faschismus in Deutschland eingeführt hat. Die Rolle Hitlers hätte auch jeder andere Clown übernehmen können. Der wird heute vor allem dazu benutzt, daß das Großbürgertum seine Schuld auf ihn abwälzen kann. Natürlich war Hitler ein Massenverbrecher - aber er war nur eine von vielen. Und er konnte es nur sein, weil einflußreiche Eliten ihn stützten.

  8. 9.

    Können wir bitte als erste Maßnahme schon mal den Hohenzollerndamm umbennen?

  9. 8.

    Und wie sieht es aus mit dem Salon fähig machen von Hitler durch die Preußen, dem wir den Zweiten Weltkrieg zu verdanken hatten mit viel Not und Elend.

  10. 7.

    Es ist traurig das der Raffgier dieser Leute keine Grenzen gesetzt sind. Nach Jahren kommen sie aus ihren Löchern und stellen unerhörte Forderungen. Die Hohenzollern haben doch genug Grauen und Elend über die Menschen gebracht.

  11. 6.

    So eine Entscheidung - Rückgabe oder Nicht -, sollte nicht in Hinterzimmern getroffen, sondern "Im Namen des Volkes" entschieden werden.

  12. 5.

    Hätten doch in 50 er Jahren einen Antrag zum Wohnen im Cecilienhof stellen können.

  13. 4.

    Die Hohenzollern sollen doch einfach klagen. Diese ewigen Forderungen und Verhandlungen nerven nur noch. Eine gütliche Einigung würde ich als Staat nicht mitmachen. Ich finde die Forderungen der Hohenzollern einfach unverschämt.

  14. 3.

    Welch unverschämtes Feudaldenken!
    Anstand war noch nie sehr royal, hier ein Beweis.

    Dann möchten die Hohenzollern sicher auch Entschädigungen für den 1. Weltkrieg an Kriegsgegner und besonders an die deutsche Bevölkerung zahlen!?
    Erstmal die Entschädigung leisten und dann nochmal schauen was übrig bleibt, so viel Zeit muss sein.
    Mal ganz zu schweigen von der Frage mit welchem Geld die nun geforderten Dinge erworben wurden.
    Etwa ergaunertes Vermögen aus Jahrhunderten im Feudalsystem?

  15. 2.

    die hohenzollern haben wohl wieder blaues blut geleckt und gieren nach den kapital der anderen - frueher mittels soldaten - heute mittels anwaelten - frueher schlachtfelder - heute hinterzimmern

    vllt. glauben sie den deutschen michel wieder mithilfe der afd, bild, bertelsmann und co an die kandare zu bekommen so wie einst der alte 2. wilhelm.

  16. 1.

    Na jedenfalls haben die Russen solche Probleme gar nicht erst.

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