Deutsche Oper: Staatsballett Berlin La Sylphide von August Bournonville
Bild: Yan Revazov

Würdigung durch internationale Kritiker - Berliner Staatsballett ist "Kompanie des Jahres"

Das Berliner Staatsballett ist zur "Kompanie des Jahres" gewählt worden. Bei einer Umfrage bestimmten 25 internationale Kritikerinnen und Kritiker das größte Ballettensemble Deutschlands zu ihrem Favoriten, wie die Fachzeitschrift "Tanz" am Mittwoch in Berlin bekanntgab. Sie sehen das Ballett inzwischen "aus der tiefen Krise wieder- und neu gefunden", sowie "endlich wieder auf gutem Kurs".

In dem Ensemble war es in der Vergangenheit zu Auseinandersetzungen um den Einstieg der Tanzregisseurin Sasha Waltz (56) gekommen, die das Staatsballett jetzt gemeinsam mit Ko-Intendant Johannes Öhmann (52) leitet.

Lederer musste vermitteln

Die Tänzerinnen und Tänzer hatten angezweifelt, dass Waltz als Vertreterin des modernen Tanztheaters eine klassische Ballettkompanie führen könne. Nach Vermittlung von Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hatten sich Tänzer und Intendantenpaar auf eine Zusammenarbeit verständigt.

Waltz und Öhman freuten sich über die Auszeichnung, die sie "nach einem nicht ganz einfachen Start" in ihrer Vision für das Staatsballett Berlin bestätigt habe. "Wir konnten im letzten Jahr zeigen, dass es möglich ist, das klassische Erbe zu bewahren und dabei zugleich die Gegenwart und Zukunft des Tanzes auf hohem Niveau mitzugestalten", hieß es in einer Mitteilung.

Auch die "beste Aufführung" war in Berlin

Zur Aufführung des Jahres kürten die Kritiker "Die sechs Brandenburgischen Konzerte" in der Choreographie von Anne Teresa de Keermaker - das Werk wurde im September 2018 an der Berliner Volksbühne uraufgeführt. Die Choreographin war noch vom umstrittenen Intendanten Chris Dercon verpflichtet worden, der die Volksbühne mittlerweile verlassen hat.

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