Die Grafik zeigt das Museum der Moderne beim Kulturforum am Potsdamer Platz Berlin Tiergarten. (Quelle: Stiftung Preußischer Kulturbesitz/Herzog & de Meuron)
Audio: rbb 88,8 | 12.09.2019 | Ricardo Westphal | Bild: Stiftung Preußischer Kulturbesitz/Herzog & de Meuron

Medienbericht - Kosten für Museum der Moderne könnten sich verdreifachen

Nichts als Ärger um das geplante Museum der Moderne in Berlin: Der erste Entwurf wurde als "Kulturscheune" verlacht. Die überarbeitete Fassung des Baus dürfte einem Medienbericht zufolge nun deutlich teurer werden - und später öffnen.

Die Kosten für das neue Museum der Moderne in Berlin könnten sich möglicherweise verdreifachen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" am Donnerstag. Eingeplant waren dafür bislang 200 Millionen.

Im Herbst vergangenen Jahres sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bereits, dass voraussichtlich "deutlich höhere Mittel" nötig sind. Nun ist von 600 Millionen Euro die Rede.

Auf Anfrage des rbb hat die Pressestelle von Kulturstaatsministerin Monika Grütters diese Meldung nicht bestätigt. "Viele der in dem Artikel genannten Angaben und Zahlen zum Museum sind spekulativ beziehungsweise unzutreffend. Insbesondere die Spekulation, dass sich angeblich die "Kosten verdreifachen", ist völlig aus der Luft gegriffen", erklärte ein Sprecher. Grütters werde den Abgeordneten des Haushaltsausschusses am Montag neueste Kostenrechnungen mit belastbaren Zahlen vorstellen. Erst danach wolle man die Öffentlichkeit informieren.

Teurere Handwerker, teurere Konstruktion

Einer der Gründe für die Kostensteigerung ist nach Informationen der Zeitung, dass der erste Entwurf der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron nach massiver Kritik überarbeitet worden ist. Demnach wird das Museumsgebäude verkleinert, um mehr Abstand zur St.-Matthäus-Kirche zu halten. Um die dadurch fehlende Fläche zu ersetzen, ist jetzt ein zusätzliches Untergeschoss geplant. Ein weiterer Grund für die höheren Kosten ist, dass Bauen in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden ist.

Der geplante Termin für die Eröffnung des Museums der Moderne ist der Zeitung zufolge ebenfalls nicht zu halten. Ursprünglich war die Fertigstellung für 2021 vorgesehen. Jetzt ist offenbar von Mitte der 2020er-Jahre die Rede. Auch die Verzögerung hatte sich bereits im vergangenen Jahr abgezeichnet.

Als "Reitstall" oder "Scheune" verspottet

In dem Museum soll künftig hochkarätige Berliner Sammlung von Kunst des 20. Jahrhunderts gezeigt werden. Geplanter Standort ist auf dem Kulturforum, zwischen St.-Matthäi-Kirche und zwei Architektur-Ikonen: Mies van der Rohes Neuer Nationalgalerie und Hans Scharouns Berliner Philharmonie.

Ein erster Entwurf des Architekturbüros Herzog & de Meuron vom Herbst 2016 war in der Berliner Öffentlichkeit eher auf Kritik gestoßen: Der Bau wurde mit einem Supermarkt oder einer Scheune verglichen. Auch die Nähe zu der benachbarten Kirche stieß manchen auf. 2018 wurde der Entwurf daher weiterentwickelt.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

11 Kommentare

  1. 11.

    Mit Verlaub: Das klingt jetzt etwas beleidigt.
    Ich selber würde da zwischen Kritik als Volkssport und Kritik aufgrund individueller Empfindungen unterscheiden.
    Das ist am Tonfall schon zu hören, ob da Dauerkritiker sitzen oder Menschen, die sich auf den konkreten Ort beziehen und Angelegenheiten mal so und mal so einschätzen.

    Selber werde ich stutzig und ich will Ihnen auch sagen warum: Gerade die Animationen, die mit dem Bauwerk verbunden sind, empfinde ich als wesensfremd für den Ort. Da wird das Bauwerk als Beiwerk für eine Schnellstraße abgebildet, die die B 1 niemals ist und auch niemals sein sollte, dann wieder wird die Ansicht gedreht, um visuell einen größeren Abstand zum Schinkel-Bauwerk der Matthäus-Kirche zu illustrieren, als dieser tatsächlich ist.

    Das Computer-Aided-Design erscheint all zu verführerisch. Vielleicht sollte das Bauwerk einfach - wie bspw. das Berliner Schloss / Humboldt-Forum mit Planen 1 : 1 nachgebildet werden ...

  2. 10.

    Ich finde Den Bau gewagt, aber sehr Interessant. Und die Kosten, na und hier in Berlin ist doch immer alles teurer gewesen wie geplant....Ich freue mich auf einen Besuch, wenn es so weit ist.

  3. 9.

    Als jemand an der Planung beteiligter kann ich Ihnen versichern, dass die meisten der Darstellungen in diesem Artikel nicht der Realität entsprechen. So sind z.B. die Kosten immer Baupreissteigerungen und Inflation unterlegen, und frühe Schätzungen (auf deren Grundlage dann später "es verdoppelt sich!!" geschriehen wird) immer latent unzuverlässig.
    Es gab auch nicht plötzlich ein "zusätzliches" UG. Das leichte Abrücken von der Kirche hat damit nichts zu tun. Auch wurde nicht nach "massiver Kritik" überarbeitet, sondern ein unter Einbezug der Nachbarschaft und des Kulturforums durchgeführtes Abstimmungsverfahren mit der Stadt und eben den Nachbarn vollzogen.
    Das elende öffentliche Gehetze gegen Baumaßnahmen jedweder Signifikanz in Berlin ist leider Volkssport geworden. Dabei plant hier ein super Team, dass sich um die Kosten (die ja schließlich vom Steuerzahler getragen werden) jederzeit bewusst sind. Recherchiert doch mal ein wenig besser, bevor Sie hier Öl ins Feuer kippen.

  4. 8.

    Es "könnte" teurer werden? LOL!

  5. 7.

    Vielleicht haben die Animateure und Visualisten des Museums der Moderne doch (etwas) gelernt: Statt schnell fahrender Autos im Vordergrund und dem Museum als bloßes Beiwerk dazu, sind jetzt wirkliche Menschen zu sehen. Das wirklich Herausragende am Bau - der Baum an der rechten Dachkante - zeigt: Es ist die Nordansicht.

  6. 6.

    Hübsch hässlich....wie fast alle Neubauten.

  7. 5.

    Wer glaubt noch den vor politischen Entscheidungen genannten Kostenschätzungen? Unternehmen können schnell im Konkurs landen, wenn Projektkosten mal eben dreimal so hoch sind wie vereinbart. Da gibt es schnell harte Schadenersatzforderungen auch gegen Mitarbeiter, wenn Vorsatz im Spiel war. Bei Politikern gäbe es auch nicht nur ein Achselzucken, wenn fahrlässige oder mitverschuldete Budgetüberschreitungen von Diäten und Renten abgezogen würden.

  8. 4.

    Sind da die Spezialisten vom BER dabei?

  9. 3.

    Wir brauchen so einen Pferdestall nicht. Baut lieber Wohnungen auf dieser Fläche!Die brauchen wir.

  10. 2.

    ....häßlich, immer teurer, wird sicher ewig nicht fertig,gibt es auch was neues in Berlin?

  11. 1.

    Ach, wen wundert's...

Das könnte Sie auch interessieren

Sängerin Lizzo bei einem Konzert in London im November 2019.
www.imago-images.de

Konzertkritik | Lizzo in der Columbiahalle - Sterile Schubladensprengung

Spätestens ihre Single "Truth Hurts" katapultierte Lizzo dieses Jahr in die Liga der Superstars. Während sie im Juni noch im Festsaal Kreuzberg auftrat, füllte sie am Donnerstagabend schon die Columbiahalle. Ein vielseitiger Abend - mit Widersprüchen. Von Dave Rossel