Nach Bericht der Süddeutschen Zeitung - Grütters: Keine Kostenexplosion beim Museum der Moderne

Schon über die Gestaltung des Museums der Moderne wurde heftig gestritten - nun sorgen auch die Kosten für Ärger. Einem Medienbericht zufolge sollen sie um das Dreifache steigen. Stimmt nicht, sagt Kulturstaatsekretärin Grütters.

Die Kosten beim geplanten Neubau des Berliner Museums der Moderne werden sich nicht verdreifachen. Das teilte die Bundesregierung auf Nachfrage von rbb-Kultur mit. Sie wies damit einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vom Donnerstag zurück.

Laut "SZ" sollen Kulturfunktionäre von bis zu 480 Millionen Euro, möglicherweise sogar 600 Millionen Baukosten ausgehen. "Viele der in dem 'SZ'-Artikel genannten Angaben und Zahlen sind spekulativ beziehungsweise unzutreffend", teilte die Pressestelle von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) auf rbb-Nachfrage mit." Eine Verdreifachung der Kosten sei "völlig aus der Luft gegriffen".

Grütters will am Montag zahlen nennen

Grütters werde am Montag den Abgeordneten des Haushaltsausschusses neueste Kostenrechnungen mit belastbaren Zahlen vorstellen. Nähere Angaben könne die Stiftung Preußischer Kulturbesitz deshalb jetzt noch nicht machen. Grütters selbst hatte allerdings in der Vergangenheit bereits angekündigt, dass der Bau teurer werden würde als zunächst geplant.
 
In der Machbarkeitsstudie von 2013 wurden 200 Millionen Euro veranschlagt. Die Schweizer Architekten Herzog & de Meuron hatten ihren Entwurf in den vergangenen Monaten gründlich überarbeitet. So musste die Grundfläche des Museums verkleinert werden, um nicht zu dicht an die St. Matthäus-Kirche zu kommen. Stattdessen wird ein zusätzliches Geschoss in die Tiefe gebaut. Ein weiterer Grund für die Mehrkosten seien die Baupreissteigerungen, hieß es.

Der Spatenstich für das Museum der Moderne ist jetzt für Anfang Oktober vorgesehen. Ursprünglich war die Fertigstellung schon für 2021 geplant.

Sendung: Abendschau, 13.09.2019, 19:30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Das sehe ich genauso. Einfallslos und langweilig. Ausweichhalle. Eher peinlich für Berlin. Dort an solch einer Stelle hätte man etwas hinsetzen können, was nachhaltig wirkt. Siehe Nationalgalerie.

  2. 4.

    Unter Kaiser Wilhelm Zwo war aber auch nicht alles so richtig sahnig. Und danach wurde es wirklich bitter. Demokratie mag Geld kosten (wobei Nichtdemokratien ja niemals Geld verschwenden), aber sie ist ohne gleichwertiges Gegenmodell.

  3. 3.

    Was ist an einer Scheune neben der Frittenbude auszusetzen? In Berlin wird doch seit Schinkel nichts Schönes mehr gebaut. Wenigstens lassen sie der alten Kirche mehr Raum als zuvor.

  4. 2.

    Sieht denn niemand, wie hässlich dieses Gebäude ist?

  5. 1.

    " Grütters will am Montag zahlen ( nennen ) "--gut so
    ALLES, was sich hinzieht wird vieeeel teurer- aber kurzfristig geht eben nix in einer "Demokratie "
    ein alter Spruch : Viele Köche verderben den Brei -------

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