Einheitsdenkmal - graphische Darstellung, perspektivische Ansicht vom Schloss aus (von Norden) (Quelle: Milla & Partner).
Bild: Milla & Partner

Ausnahmegenehmigung des Senats - Die Einheitswippe kann kommen - aber nur mit Fledermäusen

Der Bau des geplanten Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin kann laut einem Medienbericht starten. Am Freitag habe die Berliner Senatsumweltverwaltung eine Ausnahmegenehmigung für den Baustart erteilt, schreibt der "Tagesspiegel" [tagesspiegel.de] in seiner Samstagsausgabe. Eine der Bedingungen: Strenge Auflagen für den Schutz von Fledermäusen.

Brutkästen für Fledermäuse im Plänterwald

Nach Angaben eines Sprechers der Umweltverwaltung sei der entsprechende Bescheid dem ausführenden Architekturbüro "Milla und Partner" zugestellt worden, das im Auftrag des Bundes die sogenannte Einheitswippe errichten soll.

Dem Bericht zufolge sehen die Auflagen die Schaffung neuer Lebensräume für Fledermäuse im Plänterwald vor. Bis Ende Februar sollen dort für 60 Wasserfledermäuse Brutkästen errichtet und längere Uferbereiche renaturiert werden. Außerdem sollen im zu sanierenden Sockelgewölbe der Einheitswippe verloren gegangene Winterquartiere für Zwergfledermäuse wieder hergerichtet werden.

Grütters hofft auf Baubeginn im Herbst

Um das mit etwa 17 Millionen Euro Baukosten kalkulierte Einheits- und Freiheitsdenkmal wird seit langem gerungen. Erste Planungen hatte es 1998 gegeben. Der Bundestag hat sich mehrfach für den Bau des Denkmals ausgesprochen. Trotzdem gab es immer wieder Verzögerungen. Geplant ist eine begehbare, überdimensionierte Schale unter dem Motto "Bürger in Bewegung".

Ursprünglich sollte die "Einheitswippe" zum 30. Jahrestag des Mauerfalls in diesem Herbst eingeweiht werden. Zu Verzögerungen kam es unter anderem wegen des Erhalts von Mosaiken des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals am Standort des neuen Denkmals. Kulturstaatsministerin Monika Grütters geht davon aus, dass die Bauarbeiten noch im Herbst beginnen können.

Sendung: Abendschau, 05.10.2019, 19.30 Uhr

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27 Kommentare

  1. 27.

    Wer trägt die Verantwortung, wenn der Baugrund sich genauso problematisch erweist wie der unter der James-Simon-Galerie? Das ist nicht das Planungsbüro, sondern wieder der Steuerzahler. Ernst zu nehmende Bedenken liegen doch auf dem Tisch, warum nicht mit der Wippe vor den Reichstag? Die Stimmen der Bevölkerung werden nicht wahrzunehmen?

  2. 26.

    Ani diesem Beispiel wird wieder einmal verdeutlicht, dass die Meinung der Bürger der Bundesregierung und dem Berliner Senat vollkommen egal ist. Ich betrachte dieses Monstrum vollkommen fehl am Platze. Wenn so ein "Einheitsdenkmal" für wen auch immer sein soll, dann könnte man eine Stele mcit entsprechender Beschriftung setzen. Aber bitte auch erst dann, wenn die Einheit wirklich hergestellt ist. Herr Grütters soll sich das auf eigene Kosten in seinem Grundstück hinstellen lassen.

  3. 25.

    Assozoationen zur "Einheitswippe": Verschaukelt!
    Vorgaukeln von Balane!
    Mit Kleinkindern geht man auf eine Wippe, nicht mit einem erwachsenen und mündigen Volk!
    Geld verspielt statt ernsthaft, gar sinnvoll verwendet. Müssen wir das eigentlich hinnehmen?

  4. 24.

    Denkmal hat offenbar nichts mit DENK MAL und handle dann, zu tun!
    Hier werden genau die richtigen Fragen gestellt: eer braucht das? Könnten wir das dafür beranschlagte Geld nicht x-fach an diversen Brennpunkten der Gesellschaft und vor allem für sie besser inbestieren?, ... und ich frage:" warum soll ein Denkmal errichtet werden für etwas, was noch gar nicht geschehen ist? Wo bitte ist denn Einheit, wprüber ist sich denn Ost und West einig? Doch allenfalls darüber, dass die Sonne morgens (im Osten) auf und abends (im Westen) wieder untergeht.

  5. 23.

    Also echt, vor Kurzem noch das Thema hier gehabt, das nach 30 Jahren keine wirkliche Einheit existiert, und dann wird so ein Millionen schwerer Klotz hingebaut, den die Mehrheit in Berlin nicht haben möchte. Statt das Geld dahin fliesst, wo es besser genutzt werden kann, aber nöö, Hauptsache noch so ein Betonklotz in der Stadt.

  6. 22.

    Schon witzig, dass da ein Denkmal für das Volk gebaut werden soll und die Bevölkerung möchte das gar nicht. Wofür ein neues Teil, wenn wir mit dem Brandenburger Tor doch DAS Symbol der Teilung haben?

    Bin mal gepsannt wie lange das Teil dann wippt bis der erste verletzt wird. Sehe da schon 24h Wachpersonal stehen, dass aufpasst, dass nicht doch jemand unter die Wippe kommt und am Ende wird das Teil fixiert.

  7. 21.

    Hässlich.
    Hässlicher.
    Am hässlichsten.

  8. 20.

    <sarkasmus enthalten>
    Och - so'ne Einheitswippe - mit einem schönen Rolllager in der Mitte - da können die Besucher von links nach rechts, oder umgekehrt, wechseln. Hätte was von Politik und einer Schiffsschaukel auf einem Rummel.
    Nee - ehrlich das Geld könnte auch sinnvoller verwendet werden.

  9. 19.

    "Kein Rentner muss Flaschen sammeln."

    Nachweislich haben Sie keine Ahnung. Laufen Sie doch einfach mal häufig durch die Stadt. Das sind keine Flüchtlinge, wenig Obdachlose, aber sehr viele alte Menschen, die die Mülleimer durchwühlen.

    @Rainerharald, nicht "selbst" am Ku-Damm und Tauentzien, sondern gezielt dort. Weil die Touristen die Flaschen oft nicht zurückbringen, sondern in die Mülleimer stecken.

  10. 18.

    So ein Schwachsinn. Wer braucht so ein Teil. Das Geld kann man sinnvoller einsetzen. Geld, das von unseren Steuern genommen wird. Hätte man das Volk entscheiden lassen würde das Ding gar nicht gebaut. Der einzige, der sich freut ist der Künstler, der verdient sich damit eine goldene Nase.

  11. 17.

    Wer wie ich vonehmlivh in der Nacht in dieser Stadt unterwegs ist, kann sie beobachten, wie Rentner in fast allen Gegenden nachts nach Flaschen in den Papierkörben suchen. Selbst am Ku-Damm und Tauentzien.

  12. 16.

    Warum denn so aufgebracht ??
    Ganze Generationen werden zu lachen haben über dieses ästhetische Monstrum - und über die Politiker, die den Schrott genehmigt haben !
    Gönnt unseren Nachfahren doch dieses Vergnügen...

  13. 15.

    @Meyer
    Gerade die CDU ist ein glühender Befürworter dieses Denkmals.
    Müssten sie doch wissen,denke ich.

  14. 14.

    Braucht kein Mensch. Mit 50 Millionen könnte man Grünflächen wieder auf vordermann bringen und Bäume pflanzen die im Sommer verdurstet sind, weil die Grünflächenämter auch unterbesetzt sind.

  15. 13.

    Doch, darauf haben wir so lange schon gewartet und das brauchen wir, das Denkmal wie man uns Ossies verschaukelt hat.

  16. 12.

    Es ist unglaublich das für diese Wippe 17 Millionen Euro Baukosten kalkuliert werden, vermutlich wird man wieder total überrascht sein, wenn sich die Kosten dann verdoppeln oder verdreifachen wird man wieder total überrascht sein.

    Dagegen sollte man demonstrieren. Während unsere Infrastruktur, Schulen, Gesundheitswesen und unsere Sozialsysteme am Limit laufen und seid Jahren immer mehr an Substanz verlieren, gibt man bereitwillig Millionen für unnötigen Schnickschnack aus.

  17. 11.

    Ja und ist es dann fertig wird es besprüht und muss teuer gereinigt werden und sicher auch öfter repariert. Sinnlos,häßlich und komisch außer Politiker scheint keiner das Ding haben zu wollen aber wen interessiert das schon. Hauptsache die Touris haben wat zum knipsen.

  18. 9.

    Wird 40 Jahre zu spät sein. Brauchen tut es auch niemand.

  19. 8.

    Ist natürlich lächerlich – eine mehrere Fußballfelder große Wiese wird mit einem Betonklotz ("Stadtschloss") versiegelt, und wo die Wippe stehen soll, ist seit Jahren eine Mega-Baustelle, auf der längst keine Fledermaus mehr brüten kann. Die schöne Wiese direkt gegenüber auf der anderen Spreeseite ist nun auch bebaut, da gab's keinen Baustopp wegen Fledermäusen. Gut, dass die Tiere in der Stadt nicht auf den Menschen angewiesen sind, sonst gäbe es sie schon längst nicht mehr.

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