Staatsbibliothek Unter den Linden (Bild: imago images/PEMAX)
Bild: imago images/PEMAX

Mit jahrelangem Verzug - Sanierung der Berliner Staatsbibliothek ist abgeschlossen

Mit mehrjähriger Verspätung und letztlich wesentlich teurer als geplant ist die Staatsbibliothek jetzt umfassend modernisiert. Das Gebäude Unter den Linden erstrahlt in neuem Glanz. Bis zur Eröffnung müssen sich die Besucher aber noch etwas gedulden.  

Nach 14 Jahren Bauzeit sind die Sanierungsarbeiten in der Berliner Staatsbibliothek Unter den Linden weitgehend abgeschlossen. Wie das Haus am Freitag mitteilte, ist die Schlüsselübergabe mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) für Montag geplant.

Zum Abschluss der Bauarbeiten wurde das Gebäude geschlossen. In den kommenden Monaten sollen unter anderem die Lesesäle und Magazine wieder eingerichtet und der provisorische Eingang abgebaut werden. Die fertige Bibliothek werde im Frühjahr 2020 neu eröffnet, hieß es.

Mozarts "Zauberflöte" schlummert im Archiv

Die Grundsanierung des Gebäudes hatte 2005 begonnen und fand überwiegend bei laufendem Betrieb statt. Ursprünglich sollten die Arbeiten an dem riesigen Komplex 2012, dann 2016 beendet sein. Auch die Kosten sind deutlich gestiegen: Aus den angepeilten 326 Millionen Euro wurden etwa 470 Millionen.

Die Allee zwischen Brandenburger Tor und rekonstruiertem Stadtschloss hat damit fast 75 Jahre nach Kriegsende eines ihrer markantesten Bauwerke zurück in neuem altem Glanz. Mit einer 35 Meter hohen Kuppel hat die Staatsbibliothek ihre ursprüngliche Silhouette wieder. Das Original war 1941 durch eine Bombe zerstört und nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut worden.

Die Staatsbibliothek ist die größte wissenschaftliche Universalbibliothek im deutschsprachigen Raum. In ihren Regalen und Archiven finden sich etwa 25 Millionen Medien und Objekte. Zu den größten Schätzen zählen dabei die originalen Partituren etwa von Beethovens Neunter Sinfonie, Mozarts großen Opern wie der "Zauberflöte" oder 80 Prozent von Bachs Handschriften, darunter etwa die Passionen.

Nach der Sanierung ist vor der Sanierung

Neben dem Standort Unter den Linden gibt es noch ein zweites Haus der in Berlin auch nur kurz "Stabi" genannten Bibliothek am Potsdamer Platz. Der gut 40 Jahre alte Bau von Hans Scharoun gilt als herausragendes Beispiel der Architektur der Moderne. Auch dort muss nun umfassend saniert werden. Die Sanierung wird wieder Jahre dauern. Die Kosten sind noch unbekannt.

Sendung: Abendschau, 1.11.2019, 19:30 Uhr

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7 Kommentare

  1. 6.

    Finde ich auch. Ein Kulturschatz ist wieder geboren und ich habe selber vor zwei Jahren bei einer Baustellenführung mitgemacht und war damals schon beeindruckt von dem Gebäude sowie auch was dort alles an Büchern etc. vorhanden ist. Es werden ja regemäßig kostenfreie Führungen angeboten, welche ich jeden Kritiker empfehle.

  2. 5.

    Ich freue mich sehr auf die Wiedereröffnung. Ich bin 30 und kenne dieses Haus nur als Baustelle. Der Kritik an der verlängerten Restaurierungszeit und den erhöhten Kosten kann ich mich nicht anschließen. In dieser Stadt wird Geld für den unmöglichsten Schwachsinn verbraten, allem voran für den BER, der dieser Stadt durch Overtourism den Rest geben wird, von der Ökologie ganz zu schweigen. Da freue ich mich, dass auch mal größere Summen Geld für ein Haus der Bildung und der Kultur in die Hand genommen wurden. Die Aufnahmen vom Hausinneren sind jetzt schon spektakulär anzusehen.

  3. 4.

    Liebe(r) Henny,
    da können wir Ihnen nicht Recht geben. Berliner Stadtschloss ist der korrekte Name.
    Viele Grüße und ein schönes Wochenende,
    rbb|24

  4. 3.

    Viel später und viel teurer. Das ist doch nichts Neues. Aber beruhigend, dass überhaupt mal was fertig wird.

  5. 2.

    Auch hier keine konsequente Planung der Arbeitsabläufe, kaum Kontrolle. Es ist ein Trauerspiel mit der Berliner Verwaltung. Hinweis an die Redaktion: Bitte schreiben Sie Berliner Schloss. Ein Stadtschloss gab es nie, das ist eine sehr junge Erfindung und schlichtweg falsch.

  6. 1.

    Ein Glück, dass es noch gute Nachrichten gibt. Ich brauche zwar keine Staatsbibliothek; finde das Gebäude jedoch sehr schön.

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