22.11.2019, Berlin: Sting (r) erhält den Preis in der Kategorie Lebenswerk «Hero Award» beim International Music Award (IMA) von Udo Lindenberg (l). (Quelle: Reuters/POOL/Fabrizio Bensch)
Reuters/POOL/Fabrizio Bensch
Audio: Inforadio | 23.11.2019 | Simon Brauer | Bild: Reuters/POOL/Fabrizio Bensch

Kritik | International Music Award in Berlin - "Ich fühle mich nicht wie ein Held"

Es sollte ein rauschendes Fest werden. Ein Fest der Popkultur, des guten Geschmacks und der innovativen Klänge. Der "International Music Award", der neue und etwas andere Musikpreis mit Kategorien wie Style, Future, Visuals und Commitment. Ausgedacht hat sich den Award das Musikmagazin "Rolling Stone"; die Nominierten wurden nicht anhand der Verkaufszahlen ausgewählt, sondern von einer Jury aus Musikerinnen, Musikern und Journalisten. Ein gutes Konzept, findet auch Sänger und Rapper Max Herre: "Es ist sehr international, sehr divers, sehr mutig. Ich finde es toll, dass ich ein Teil davon sein darf."

Musik gut, Moderation schlecht

Der Auftritt von Max Herre zusammen mit seiner Frau Joy Denalane - einer der Höhepunkte der Awardshow in der Verti Music Hall. Tiefpunkt dagegen das Moderatorenpaar: Model Toni Garrn und US-Musicaldarsteller Billy Porter. Die beiden kamen zwar zu jeder Moderation in neuen eleganten Outfits auf die Bühne, ihr Umgang mit den Pausen und technischen Pannen während der Awardshow war aber alles andere als elegant.

Video-Grußbotschaften und Fanclubvertreter

Die meisten Preisträgerinnen und Preisträger nahmen ihren "International Music Award" gar nicht persönlich entgegen: Vom jungen Superstar Billie Eilish gab es nur eine Videobotschaft, der beste Live-Act Rammstein schickte einfach zwei Vertreter des Fanclubs. Aber Udo Lindenberg war da - als Preisträger in der Kategorie "Courage" und als Laudator für Sting. "Wir passen sehr gut zusammen", sagte Lindenberg. "Er ist eine große Inspiration und wir treffen uns auch manchmal in LA und führen uns neue Sachen vor."

Der Police-Gründer und mehrfache Grammy-Gewinner Sting war gekommen, um sich in der Kategorie "Hero" für sein Lebenswerk auszeichnen zu lassen. Wobei er mit der Bezeichnung "Hero" seine Schwierigkeiten hat.  "Ich fühle mich nicht wie ein Held", sagte der britische Musiker, "darum nenne ich die, die mich inspiriert haben, meine Helden: Die Beatles, Miles Davis, David Bowie, Stevie Wonder."

Sting und Udo sind Kumpels

"Es ist mir eine Ehre, diese Anerkennung, den International Music Award, von meinem Freund Udo zu empfangen", sagte Sting auf der Bühne. Zum Finale präsentierte er noch zwei Songs live, darunter den alten Police-Hit "So Lonely". Insgesamt eine eher holprige Premiere für den "International Music Award" - der aber seine besten Momente in den Liveauftritten hatte. Am Drumherum lässt sich ja für die Zukunft noch arbeiten. 

 

Beitrag von Simon Brauer

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

5 Kommentare

  1. 5.

    Ich sagte bereits , dass ich bei der Veranstaltung mit dabei war. Und ich hatte die Karten gekauft ,weil in der Representationsanzeige viele Musicacts kommen sollten u.a Billy Eilish, Rosalia...usw. und Udo ist bestimmt nicht der einzige deutsche Sänger der einen Preis verdient hätte. Nur in Verbindung mit Honecker in Verbinding zu setzen ist ziemlich dürftig und nicht rühmenswert !!

  2. 4.

    Ach Ulla. Da unterstellst Du aber Udo Lindenberg etwas, was fern der Realität entspricht. Im übrigen steht schon hier im Beitrag, das viele der Promis und Preisträger zur Verleihung nicht erschienen sind. Na, einfach mal so abgeschrieben bloß um Udo eins auszuwischen? Ein Schelm der böses dabei denkt.

  3. 3.

    Ich war bei der IMA am vergangenen Freitag. Gegenüber der BritAward trennte die Show riesen Welten. Promis die angemeldet waren bzw. die nominierten sind nicht erschienen ! Und zu letzt Udo Lindenberg, der sich damals bei Honecker angebiedert hatte, um ein Auftritt bei denen Anhängern zu bekommen und nicht bei seinen Fans , auch noch belobhudelt wurde ist fern von jeder Realität.

  4. 2.

    Aber Hallo, was schreiben Sie denn da für einen ausgemachten Unsinn. Wie alt sind Sie, wenn ich mal fragen darf? Immer wieder lese und höre ich davon, wieviele junge Musiker*innen an anderer Stelle für ihre Kunst ausgezeichnet werden. Um mal nur bei den beiden bekannten Musikern zu bleiben. Udo Lindenberg ist bekannt dafür, das er junge Musiker fördert. Sting ebenso. Ist das jetzt nur Neid, den ich aus Ihrem Kommentar herauslese, oder was sonst? Auszeichnungen sind nun mal auch dafür gedacht solch großartige Musiker die Ehre zu erweisen. Obendrein sitzen diese beiden Musiker nicht auf ihr Geld und tun obendrein gutes damit. Ist aber hier überhaupt nicht das Thema. Kopfschüttel von einem alten Zottel.

  5. 1.

    Um nicht von vornherein falsch verstanden zu werden: ich bin großer Sting-Fan und finde, dass diesem immer noch sehr aktiven und kreativen Geist alle Ehre gebührt. Aber mal ehrlich: muss jemand, der schon längst mehr als gut von seinen Tantiemen leben kann, noch einen Preis hinterher geschoben bekommen von einem Freund, dem es mindestens genauso gut geht? Es ist irgendwie wie in der Politik: die alten Herrschaften aus der vor vorigen Generation reichen sich gegenseitig Preise weiter und die Öffentlichkeit bekommt nicht mit, dass junge Leute mindestens genauso kreativ sind und Unterstützung viel nötiger haben. Schade.

Das könnte Sie auch interessieren