Sänger und Gitarrist Moritz Krämer, Die Höchste Eisenbahn, live im Konzert (Quelle: dpa/Jens Niering)
Audio: Inforadio | 21.11.2019 | Simon Brauer | Bild: dpa/Jens Niering

Konzertkritik | Die Höchste Eisenbahn - Die Bahn macht glücklich

Seit ihrer Gründung wird die Berliner Band Die Höchste Eisenbahn von Fans und Kritikern geliebt – für ihre großen Melodien und ihre kleinen Alltagsgeschichten. Im Festsaal Kreuzberg haben sie nun das erste von drei Konzerten gegeben. Simon Brauer war beeindruckt.

Was im Sport gilt, gilt auch in der Musik: Beim Heimspiel soll es immer besonders toll werden. Deshalb stehen die vier Musiker der Höchsten Eisenbahn am Mittwoch zunächst sehr konzentriert auf der Bühne des Festsaals Kreuzberg – zum einen, weil sie ihre drei Berlin-Konzerte wirklich besonders schön machen wollen, zum anderen, weil sie gerade drei Wochen Tourpause hatten. Francesco Wilking, einer der beiden Sänger, muss nach dem zweiten Song zugeben: "Ich fühle mich, als hätte ich drei Wochen nicht gespielt."

Aber schnell spielt die Band sich frei und zaubert mit jedem Song den Fans ein breiteres Grinsen ins Gesicht. Die beiden Songschreiber und Sänger, Moritz Krämer und Francesco Wilking, ergänzen sich nicht nur mit ihren albernen Ansagen. Bei fast allen Songs des neuen Albums "Ich glaub dir alles" singen sie gleichzeitig – auch live auf der Bühne ein toller Effekt.

Keyboarder und Sänger Francesco Wilking, Die Höchste Eisenbahn, live im Konzert (Quelle: dpa/Jens Niering)
| Bild: dpa/Jens Niering

Beeindruckend, ohne aufdringlich zu sein

Bei fast jedem Song wechseln die Musiker ihre Instrumente: Vom Bass an den Synthesizer, von der Gitarre an die Orgel, vom Keyboard ans Theremin. Nur der Schlagzeuger bleibt sitzen. Beeindruckend, wie vielseitig deutschsprachige Popmusik klingen kann, wenn sie von der Höchsten Eisenbahn gespielt wird: Disco, Rock, Wave, Soul – alles schlau arrangiert und live mit deutlich mehr Kraft gespielt als auf den drei Studioalben. "Genau richtig", sagt ein Konzertbesucher. "Solche Bands muss es geben – von den anderen haben wir genug." Zwei jüngere Fans ergänzen: "Wir hören die, auch wenn sie älter sind als wir. Sie schreiben gute Texte – ganz anders als alle anderen Bands."

Sausympathisch

In Berlin hätte die Band locker in eine größere Halle gehen können, aber der kleine Rahmen im Festsaal Kreuzberg mit Platz für 1.000 Besucher ist selbst gewählt: Die Höchste Eisenbahn genießt die Nähe zum Publikum.  Die vier haben auf der Bühne so viel Spaß, immer wieder gibt es Blickkontakte, ein Lächeln, ein Lachen – das überträgt sich aufs Publikum. "Die sind sausympathisch", so ein Konzertbesucher, "und sie schreiben Popsongs, die scheinbar die Welt verändern können." Nach dem knapp zweistündigen Konzert können zumindest alle einen seltenen Satz sagen: Die Bahn macht glücklich!

Sendung: Inforadio, 21.11.2019, 7:55 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

Das könnte Sie auch interessieren