Die Betreiber der Märchenhütte im Monbijoupark, Roger Jahnke (l.) und David Regehr vor ihrer Spielstätte. (Quelle: imago-images/tagesspiegel)
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Berlin-Mitte - Märchenhütte im Monbijoupark schließt Ende des Jahres

Die Betreiber der Märchenhütte im Berliner Monbijoupark ziehen im Streit mit dem Bezirk Mitte den Kürzeren: Das Theater stellt zum Jahresende seinen Spielbetrieb ein. "Uns werden nur Steine in den Weg gelegt", so der Vorwurf.

Die Märchenhütte im Monbijoupark in Berlin-Mitte stellt zum Jahresende ihren Spielbetrieb ein. Das teilte der Betreiber, die Märchenhütten und Monbijoutheater gGmbH, am Donnerstag mit. 

"Wir [...] haben einen gültigen Mietvertrag für das Areal, der Theaterbetrieb ist beim Gewerbeamt ordnungsgemäß angezeigt, die Hütten sind geprüft und brandsicher – trotzdem werden uns nur Steine in den Weg gelegt", heißt es in der Mitteilung.  "Das erfolgreichste freie Theater Berlins gibt unter diesen Bedingungen an diesem Ort auf." 

Baustadtrat verlängert Duldung nicht

Am Freitag hatte die erste Produktion der neuen Spielzeit Premiere gefeiert. Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) bekräftigte jedoch im rbb, dass die Nutzung des Areals nicht zulässig sei, und kündigte juristische Schritte an. Es handle sich um eine Grünanlage mit einem Bebauungsplan, der das auch festsetze, betonte Gothe. In der Vergangenheit sei es so gewesen, dass die Hütte geduldet wurde, aber es sei auch seit diesem Frühjahr klar gewesen, dass diese Duldung nicht verlängert werde - und er habe das auch zu keinem Zeitpunkt in Aussicht gestellt. 

Die Betreiber hatten dennoch zunächst angekündigt, bis Ende Februar zu spielen. Nun soll zwei Monate früher Schluss sein. Der Spielbetrieb bis Ende des Jahres ist nach Angaben der Betreiber aber nicht gefährdet. Auch die für Freitag geplante Premiere "Frau Holle" finde statt.

Florian Kluckert, kulturpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus, sprach von einem "kulturellen Verlust für die Stadt". Er forderte den Senat auf, "schnellstmöglich eine neues Grundstück für die traditionellen Hütten und das Theater in Berlin zu finden".

Die Märchenhütte besteht aus zwei Holzhütten, die im Monbijoupark auf einem alten Bunker aufgestellt wurden. Sie stammen nach Angaben des Betreibers aus einem polnischen Waldgebiet. Auf dem Spielplan stehen Stücke für Kinder sowie für Jugendliche und Erwachsene.

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10 Kommentare

  1. 10.

    Es ist wirklich schlimm in Berlin. Alles was hier schon Jahre existiert und tolle Abende für Berliner und Touristen veranstaltet hat wird kaputt gemacht. Wenn sich Mitte mal um richtigen Probleme kümmern würde.
    Es ist einfach nur traurig was in dieser Stadt alles falsch gemacht wird.

  2. 8.

    Was Sie vermuten, ist uninteressant. Fakten zählen. Und zu diesen Fakten gehören Bebauungspläne, an die sich alle zu halten haben. Will man die Bebauung/ Nutzung ändern, ist der B-Plan zu ändern. So einfach ist das. Andere Bürger bekommen auch keine Extrawurst und haben sich an die Gesetze zu halten. Auf Ausnahmegenehigungen gibt es keinen Rechtsanspruch. Dann zu faseln, es würden einem Steine in den Weg gelegt, ist an Realitätsferne schwer zu überbieten. Künstler eben.

    @Marion: Haben Sie auch Substanzielles beizutragen, oder halten Sie Ihre Bemerkung etwa für produktiv?

  3. 6.

    Theater gespielt wurde in dieser Ecke des Mobijou Parks jetzt seit mind. 20 Jahren und niemanden hat das gestört ganz im Gegenteil!
    Ich vermute eher dass sich die neuen Nutzer der verkauften und inzw. fertig sanierten ehemaligen Charité Gebäude durch den abendlichen Theaterbetrieb gestört fühlen könnten.,

  4. 5.

    Ja genau. Ich werde auch einfach in das nächstbeste B-Plan-Wohngebiet einen Gewerbekomplex knallen und mich beschweren, wenn mir dann "Steine in den Weg gelegt" werden. Mein Gott. Typisch Künstler.

  5. 4.

    Es ist wie immer seit r2g an der Regierung ist fällt Kultur einfach weg,es wird immer schlimmer sollten sich schämen Hauptsache Hochhäuser am Alexanderplatz stehen bald, jaanz wichtig

  6. 3.

    Erstaunlich, wie konsequent der Bezirk Mitte sich bei solchen Kleinigkeiten durchsetzt. Die weitaus wichtigeren Themen, wie zum Beispiel das realistisch zunehmend mangelhafte Miteinander der Kulturen, notwendige Schulsanierung, fehlende Sporthallen, Lehrermangel, fehlender bezahlbarer Wohnraum ,fehlende Kitaplätze, mangelhafte soziale Angebote für Senioren und Familien, der Personalmangel in allen Ämtern, fehlende Kinderärzte, befinden sich leider oft weitaus weniger im Fokus der Verantwortlichen.

  7. 2.

    Also diese Holzhütten sind wunderschön.

  8. 1.

    Herr Lederer, KULTURSENATOR !!!!!!!!!
    Partei: DIE LINKE !!!!!!
    wo sind Sie ????
    Wieso dulden Sie so etwas und sind völlig desinteressiert ????
    Es ist einfach nur schlimm .....

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