Silvesterkonzert mit Kirill Petrenko und Diana Damrau (Quelle: Berliner Philharmoniker/Monika Rittershaus)
Audio: Inforadio | 30.12.2019 | Maria Ossowski | Bild: Berliner Philharmoniker/Monika Rittershaus

Petrenko dirigiert erstes Silvesterkonzert - Mit den Philharmonikern und Broadway-Melodien ins neue Jahr

Ob der "Zauberer von Oz" oder "West Side Story": Für sein erstes Silvesterkonzert lässt Kirill Petrenko, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, das Jahr mit Broadway-Klassikern ausklingen. Maria Ossowski stimmt uns auf die Gala am letzten Tag des Jahres ein.

Vergessen Sie alles Schwere, vergessen Sie an diesem Abend die deutsche Romantik, die russische Klassik oder ausnahmsweise den Jubilar Beethoven. Ich verspreche Ihnen, weder vor dem Fernseher noch im Konzertsaal werden Sie sitzen bleiben, denn Sie müssen einfach mittanzen. Erstmals seit seinem Antrittskonzert im August dirigiert Kirill Petrenko das Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker. Zusammen mit der Sopranistin Diana Damrau wird der neue Chefdirigent des Orchesters am 31. Dezember Broadway-Melodien von George Gershwin, Leonard Bernstein, Kurt Weill oder Stephen Sondheim aufführen.

"Für sein erstes Silvesterkonzert wollte er unbedingt ein Broadway-Programm machen", sagt Stanley Dodds, Geiger und Sprecher des Orchesters. "Viele Lieder haben den Weg in den Film gefunden, wie beispielsweise der 'Zauberer von Oz'. Aber ihre Ursprünge liegen auf dem Broadway. Und das Schöne ist, mit dem Komponisten Kurt Weill schlagen wir auch eine Brücke zu Berlin und zu Deutschland." Weill arbeitete unter anderem mit Bertolt Brecht in Berlin zusammen, woraus 1928 "Die Dreigroschenoper" entstand. In den 1930er Jahren emigrierte er nach New York und machte sich dort einen Namen.

Was leicht klingt, ist hart erarbeitet

Bernsteins "West Side Story", Kurt Weills "Touch of Venus" oder Gershwins "Ein Amerikaner in Paris" machen eine unglaublich starke Silvesterstimmung. Was leicht klingt, ist hart erarbeitet. Kirill Petrenko hat intensivst mit seinem Orchester geprobt, hat an einzelnen Takten noch in der Generalprobe gefeilt, mit Humor und Energie und einem unbestechlichen Ohr. "So ein Programm will auch durch seine Exzellenz überzeugen, nicht nur durch die Tatsache, dass die Musik Spaß macht" so Geiger Stanley Dodds. "Es gibt Melodien zum Mitsummen, zum Mitschwippen, zum Kopfnicken und zum Tanzen." Damit es besonders gut beim Publikum ankommt, habe es sich gelohnt, sich die Zeit zu nehmen, um alles auszufeilen und die Details zu zelebrieren, erzählt der Orchester-Geiger weiter.

"Eine wunderbare Show"

An der Seite von Petrenko und den Philharmonikern wird die Star-Sopranistin Diana Damrau stehen. Ob Strauß, Mozart, Verdi oder auch die Maria aus Bernsteins "West Side Story" – sie kann alles. "Sie hat eine Vorliebe für dieses Repertoire. Und sie macht das wahnsinnig gut", sagt Stanley Dodds. "Das ist eine wunderbare Show. Sie lebt das mit Leib und Seele.“

Wenn der Jubel verklungen ist und alle Besucher der restlos ausverkauften Philharmonie nach Haus oder auf die Silvesterparties strömen, wie feiern dann die Musiker? "Nach dem Konzert kommt das Orchester nochmal zusammen. Wir trinken ein Glas Champagner und lassen das Jahr Revue passieren bevor wir zu unseren privaten Silvesterfeiern und zu einer schlaflosen Nacht hinüberwechseln.“

Also: Bitte am Silvesterabend das Radio oder den Fernseher einschalten. Ich werde garantiert nicht sitzen bleiben, sondern vor dem Fernseher tanzen.

Sendung: rbbKultur, 31.12.2019, 17:00 Uhr

Beitrag von Maria Ossowski

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