Regisseur Harry Kupfer (Quelle: Herbert Pfarrhofer/dpa)
Bild: dpa/Herbert Pfarrhofer

Langjähriger Chefregisseur der Komischen Oper - Opernregisseur Harry Kupfer mit 84 Jahren gestorben

Harry Kupfer feierte große Erfolge in Bayreuth, Salzburg, Sydney und an der Berliner Staatsoper - doch seine längste und wichtigste Station war die Komische Oper. 21 Jahre lang war der dort Chefregisseur. Nun ist der Berliner 84-jährig verstorben.

Harry Kupfer, einer der erfolgreichsten Opernregisseure Deutschlands, ist tot. Kupfer starb am Montag im Alter von 84 Jahren in Berlin, wie seine Agentur Arsis in Wien am Dienstag mitteilte. 

Kupfer, der 21 Jahre lang Chefregisseur an der Komischen Oper Berlin war, hatte mit seinen Inszenierungen unter anderem bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth große Erfolge.

Inszenierungen in Bayreuth, Dresden, Sydney - und immer wieder Berlin

Zu den Meilensteinen seiner Karriere gehörte auch die Produktion der zehn wichtigsten Opern von Richard Wagner an der Berliner Staatsoper Unter den Linden mit dem Dirigenten Daniel Barenboim.

Der am 12. August 1935 in Berlin geborene Schüler von Regie-Meister Walter Felsenstein gab sein Regiedebüt mit 23 Jahren bei Antonin Dvoraks "Rusalka" in Halle. Nach Stralsund, Chemnitz, Weimar und zuletzt als Staatsoperndirektor in Dresden zog es ihn 1981 wieder nach Berlin und an die Komische Oper.

1978 brachte er in Bayreuth den "Fliegenden Holländer" auf die Bühne. Zehn Jahre später produzierte er dort mit Daniel Barenboim den "Ring des Nibelungen". Er wolle auf der Bühne Menschen mit ihren Konflikten, Problemen und Widersprüchen zeigen, sagte Kupfer einmal.

In den letzten Jahren arbeitete er in Dresden und Sydney, brachte den "Ring" in Barcelona und den "Parsifal" in Helsinki heraus. In Salzburg inszenierte er mit großem Jubel den "Rosenkavalier" in Shanghai ein Musical. Zur Seite stand ihm dabei immer wieder sein langjähriger Bühnenbildner Hans Schavernoch.

Kosky: "Die Komische Oper war seine künstlerische Heimat"

"Der Tod von Harry Kupfer erfüllt das Ensemble der Komischen Oper Berlin mit großer Trauer", heißt es in einer Mitteilung seiner alten Wirkungsstätte. "Kaum eine andere Künstlerpersönlichkeit war der Komischen Oper Berlin künstlerisch und emotional so tief verbunden wie Harry Kupfer", wird Intendant Barrie Kosky in der Mitteilung zitiert. "Seine außerordentlichen künstlerischen Instinkte, sein virtuoses Regiehandwerk, seine leidenschaftliche Art zu kommunizieren, seine große Liebe zu Detail und Rhythmus und nicht zuletzt sein einzigartiger, wunderbarer Humor machten ihn zu einem der außergewöhnlichsten und einflussreichsten Musiktheater-Regisseure der vergangenen 60 Jahre. Die Komische Oper Berlin war seine künstlerische Heimat und er wird im Geiste und in unseren Erinnerungen immer bei uns sein."

Auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), würdigte Kupfer für dessen Leistungen: "Seine Arbeit war wegweisend und Vorbild für viele nachfolgende Kolleginnen und Kollegen."  Der bayerische Kunstminister Bernd Sibler (CSU) teilte am Dienstag mit: "Sein Schaffen in Bayreuth war ein Glücksfall für die Festspiele und Wagner-Fans allerorten." 

Sendung: Inforadio, 31.12.2019, 12:40 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Hatte das Glück den Bayreuther Ring zu erleben gibt nichts besseres

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