Archivbild: Kammersänger Peter Schreier schaut zu dem Fotografen nach der Verleihung der Bach-Medaille. Der Tenor starb am Mittwoch nach langer Krankheit im Alter von 84 Jahren. (Quelle: dpa/H. Schmidt)
Audio: Kulturradio | 26.12.2019 | Kai Luehrs-Kaiser | Bild: dpa/H. Schmidt

Tenor und Dirigent - Opernstar Peter Schreier ist tot

Kreuzchor, Berliner Staatsoper, Mailänder Scala - die Karriere des Dresdner Tenors Peter Schreier war ein schneller, steiler Weg des Erfolgs. Nun ist der Weltstar im Alter von 84 Jahren gestorben. 

Der Opernsänger Peter Schreier ist tot. Der Tenor, der auch lange in Berlin wirkte, starb am Mittwoch nach langer Krankheit im Alter von 84 Jahren, wie seine langjährige Sekretärin am Donnerstag mitteilte.

In der ganzen Welt gesungen

"Ich habe in der ganzen Welt gesungen, dafür bin ich dankbar", hatte Schreier kurz vor seinem 80. Geburtstag nüchtern festgestellt. Als gefeierter Tenor und Dirigent blickte er auf eine Weltkarriere zurück. 

Unvergessen bleibt Schreier etwa als Evangelist in der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach (1685-1750). "Das war eine sehr zentrale Partie für mich", sagte er einmal in einem Interview. Er habe nie "nur als Vorleser" agiert, sondern gesungen, als greife er quasi in die Handlung ein. Nicht zuletzt für die Interpretation der Passionen erhielt Schreier 2013 in Leipzig die Bach-Medaille.

Vom Kreuzchor an die Mailänder Scala

Schreier wuchs in Sachsen auf: 1935 in Meißen geboren, in Dresden ging er zur Schule, wurde im Kreuzchor ausgebildet und absolvierte ein Gesangsstudium an der Dresdner Musikhochschule. Über seine frühe musikalische Ausbildungszeit sagte er: "Besonders geprägt hat mich der Dresdner Kreuzchor." Insgesamt neun Jahre verbrachte er dort. In der Nachkriegszeit sang er dort unter Kreuzkantor Rudolf Mauersberger (1889-1971). Früh hatte dieser sein Talent erkannt und ihm erste Soli gegeben. "Er hat mir Stücke geschrieben, die genau auf meine Stimme passten", erinnerte sich Schreier. Schon mit 15 oder 16 Jahren sei für ihn klar gewesen, dass er bei der Musik bleiben wird.

Sein erstes Engagement als Tenor hatte er dann 1959 an der Staatsoper Dresden, vier Jahre später wechselte er an die Berliner Staatsoper. Bereits 1966 sang Schreier bei den Bayreuther Festspielen, wenig später auch bei den Salzburger Festspielen, an der Mailänder Scala und der New Yorker Met. 2005 beendete er seine internationale Gesangskarriere.

Als Dirigent stand er vor renommierten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, den Wiener Symphonikern und den Orchestern in seiner Heimatstadt, der Dresdner Philharmonie und der Staatskapelle Dresden.

Sendung: Inforadio, 26.12.2019, 16.40 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Hallo Vorname Nachname,

    kommen Sie doch vorbei, wir erklären unsere Arbeit gerne - gibt nix zu verbergen.

    Beste Grüße und ein gesundes neues Jahr,

    Ihre Redaktion

  2. 4.

    Ja, genau, auch ich bin entsetzt! So etwas ähnliches passiert nicht zum 1. Mal. Nicht nur bei diesem Sender; nicht nur bei diesem Todesfall. Oder wenn, dann wird nicht konkret veröffentlicht, wo derjenige herstammt - oder wirksam war - oder was derjenige tatsächlich für "Erfolge" oder (soziale) Bedeutungen für die / in der Bevölkerung hatte (Ein Land, was es nicht "gab", das muß nun auch noch totgeschwiegen werden?). Da muß man gar nicht extra nach solchen Beispielen "suchen". Das passiert immer wieder: Plötzlich schnappt man irgendwo eine solche o. ähnliche Information ("Presse-Meldung" zeitverzögert) auf & jedes Mal fragt man sich: Wieso wurde es NICHT (gleichberechtigt=landesweit & zeitnah)veröffentlicht? Was sprach dafür/dagegen? Wer "macht" die Nachrichten? Wer trifft die Entscheidungen? Wer bildet Nachrichtenredakteure aus & wer stellt sie (warum) ein? Wer ist Ihnen weisungs- & entscheidungsbefugt? "Wer-Wie-Was? Der-Die-Das! Wieso-Deshalb-Darum? Wer nicht fragt bleibt dumm".

  3. 3.

    Zur Abendschau: Warum gab es kein Beitrag zum Tode des Tenors von Peter Schreier. War ja nur ein Ossi. Schämt Euch. Für jeden Dödel bringt Ihr eine Meldung, aber wie ein Tenor von Weltruf (siehe Goggle), kein Wort.

  4. 2.

    Hätte er Star-Allüren gehabt, wäre ihm die DDR zu wenig gewesen.
    Er war Verkörperung der Bodenständigkeit, während die "Politkaste". bei deren Reden schon nach 2 Minuten eingeschlafene Füße kamen, diesen Boden nie hatte.

  5. 1.

    Er war ein begnadeter Tenor. Danke für viele, unvergessliche Stunden mit seiner Musik.

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