Mark Foggo spielte auf dem Resist to Exist Festival in Kremmen Am 05.08.2018 spielte Mark Foggo auf dem Resist to Exist Festival, im brandenburgischen Kremmen., Kremmen Brandenburg Deutschland Kremmen (Quelle: imago-images/Carsten Thesing)
Bild: imago-images/Carsten Thesing

Streit um Baugenehmigung - "Resist to Exist" lässt erneut in Marzahn den Punk raus

Das Punkfestival "Resist to Exist" wird wegen einer fehlenden Baugenehmigung auch im nächsten Jahr nicht in Kremmen stattfinden. Dauerhaft soll der Umzug nach Berlin aber nicht sein. Die Veranstalter haben geklagt - und schreiben einen Bauantrag.

Das Punkfestival "Resist to Exist" wird auch im Jahr 2020 in Berlin-Marzahn stattfinden. Wie die Veranstalter am Donnerstag mitteilten, sei mit dem Bezirk die Nutzung einer Fläche im Industriegebiet des Cleantech Park zwischen Clara-Immerwahr-Straße und dem Nordring vereinbart worden. 

Der Versuch, die Veranstaltung "Resist to Exist" wieder nach Kremmen zu holen, ist damit auch für 2020 gescheitert. "Das Festival würde gerne nach Kremmen zurückkehren, da sie den Großteil der Gemeinde als sehr weltoffen und tolerant kennengelernt haben", erklärten die Veranstalter in einer Mitteilung. Gespräche mit Vertretern des Landratsamts Oberhavel und dem Kremmener Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) hätten allerdings nicht zu einem Kompromiss geführt. 

Mit Bauantrag und Gerichtsverfahren

Die Veranstalter wollen aber das Festival zumindest ab 2021 wieder in Kremmen stattfinden lassen. "Während das ehrenamtliche Organisationsteam einerseits an einem Bauantrag arbeitet, wird parallel ein Hauptsacheverfahren vor dem Verwaltungsgericht Potsdam vorangetrieben", so die Organisatoren. Ziel sei es, "Rechtssicherheit für alle Beteiligten" herzustellen.

Das Festival musste bereits in diesem Jahr unfreiwillig in Berlin-Marzahn stattfinden. Hintergrund ist ein Streit zwischen den Veranstaltern und lokalen Behörden über eine Baugenehmigung, die in diesem Jahr erstmals von den Behörden angefordert worden war. Die zuständige Untere Baubehörde hatte per Ordnungsverfügung unter anderem das Ausweisen von Zeltplätzen und das Einfrieden mit Sicherheitszäunen untersagt, weil kein Baugenehmigungsverfahren eingeleitet worden war. Die Einzäunung ist jedoch ein entscheidender Teil des Sicherheitskonzepts. Nach einem Eilantrag der Veranstalter hatte auch das Oberlandesgericht die Entscheidung der Baubehörde bestätigt.

Lob für Berliner Behörden

Wegen dieser Auflagen haben die Organisatoren beim Potsdamer Verwaltungsgericht Klage gegen den Landkreis Oberhavel eingereicht. Eine Entscheidung gibt es in dem Verfahren aber noch nicht.

"Wir werden diesen wunderbaren Festivalstandort und unsere Einbettung in die Region nicht kampflos aufgeben", sagte Jule Winter vom Organisationsteam des Festivals. "Gleichzeitig arbeiten wir seit Spätsommer am geforderten Bauantrag. Das alles ist in Brandenburg sehr kompliziert und sprengt unsere Kapazitäten. Wir machen das alles schließlich ehrenamtlich." 

Den Veranstaltern zufolge waren im August 2.500 Zuschauer zu "Resist to Exist" gekommen. Mit den Behörden in Berlin haben die Organisatoren nach eigenen Angaben zumindest keine Probleme. "Die Ämter vor Ort kennen und schätzen uns. Wir bedanken uns und freuen uns auf die altbekannte kooperative Zusammenarbeit."

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