Schauspieler Wolfgang Winkler (Quelle: imago images/Hardt)
Audio: Antenne Brandenburg | 08.12.2019 | Michael Voß | Bild: imago stock&people/Hardt

Bekannt aus "Polizeiruf 110" - Schauspieler Wolfgang Winkler gestorben

17 Jahre lang "ermittelte" Wolfgang Winkler im Duo mit Jaecki Schwarz in der Sendung "Polizeiruf 110". Gemeinsam unterhielten sie ein Millionenpublikum. Nun ist Winkler nach schwerer Krankheit verstorben. Zueltzt hatte er in Berlin gelebt.

Der Schauspieler Wolfgang Winkler ist tot. Der Intendant des Neuen Theaters Halle, Matthias Brenner, teilte am späten Samstagabend mit, dass Winkler vor wenigen Tagen einem Krebsleiden erlag. Er wurde 76 Jahre alt. Theaterintendant Brenner machte seine Trauer am Samstagabend auf Facebook öffentlich. Er sei bestürzt und bewegt, schrieb er über Winkler: "Ein so wunderbarer Mensch, der mir mein ganzes Berufsleben wichtig und teuer war!"

17 Jahre Morde mit Halle als Kulisse

Bekannt war der Schauspieler zuletzt vor allem für seine Rolle als schnauzbärtiger und hemdsärmeliger ARD-Ermittler Herbert Schneider im "Polizeiruf 110" aus Halle. 17 Jahre lang löste Winkler an der Seite von Jaecki Schwarz als Kommissar Herbert Schmücke zur besten Sonntagskrimizeit Fälle und unterhielt ein Millionenpublikum.

In dieser Zeit sei der gebürtige Görlitzer und gelernte Lokführer auch auf der Straße oft als Schneider angesprochen worden, wie er erzählte. Winkler und Schwarz untersuchten genau 50 "Polizeiruf"-Fälle. Im Jahr 2013, kurz vor Winklers 70. Geburtstag, mussten die beiden sich dann von ihren Serienfiguren verabschieden.

Privat blieben die Schauspieler aber eng verbunden. Er und sein Filmpartner teilten in der Serie nicht nur den Namen Herbert ihrer beiden Ermittlerfiguren. Sie bestanden auch auf eine gemeinsame Garderobe, in der sie zusammen Zeitung lasen, wie Buchautor Andreas Kurtz mal notierte. Auch Kosenamen sind überliefert: "Mausi" und "Dicker". 

Erst im April war Winkler bei den "Rentnercops" ausgestiegen

In Halle wirkte Winkler nicht nur als TV-Kommissar, sondern sowohl vor als auch nach der deutschen Einheit auf der Theaterbühne. Er habe gewusst, dass Winkler sehr krank war, schrieb Brenner: "Aber der Zeitpunkt überrascht dann immer." Das Theater Halle denke nun darüber nach, wie es Winkler würdigen könne. "Er hatte ja immer noch Bezüge zu Halle, sein Sohn wohnt hier, seine Tochter in der Nähe, in Merseburg."

Winkler selbst wohnte zuletzt mit seiner Frau Marina in Berlin - und schlüpfte auch nach der Polizeiruf-Ära wieder in die Rolle des TV-Ermittlers. Bei den "Rentnercops" war er bis dieses Jahr im ARD-Vorabend zu sehen. Erst im April hatten die Serienmacher Winklers Ausstieg verkündet.

Defa-Filme, ARD-Vorabendprogramm und Sat1-Serien

Zur Schauspielerei zog es ihn früh, erzählte Winkler kurz vor seinem 75. Geburtstag in einem Interview der "SuperIllu". Seiner Familie zuliebe habe er aber zunächste eine Lehre zum Lokführer gemacht. "Meine Großeltern, bei denen ich aufgewachsen bin, hatten Angst, dass ich in dem 'Milieu' auf die schiefe Bahn gerate", sagte er. "Aber wenn man in sich die Lust verspürt zu spielen, kann der Lokführer da nicht mithalten."

Schließlich wechselte Winkler an die Filmhochschule Babelsberg und spielte dann 1965 in "Das Kaninchen bin ich". Der Defa-Film wurde wegen seiner kritischen Sicht auf das Verhältnis von Justiz und Politik in der DDR verboten. Dieses Verbot habe ihm einen Knacks gegeben, aber noch keine Zweifel, sagte Winkler dem Blatt weiter. "Ich bin politisch so erzogen worden. Großvater war im KZ, Mutter in der Partei."

In der DDR spielte er unter anderem in "Das Pferdemädchen" mit, nach der deutschen Einheit war er etwa in der Sat1-Serie "Kurklinik Rosenau" oder bei "Schloss Einstein" zu sehen. Und eben als Kommissar Schneider im "Polizeiruf".

Sendung: Inforadio, 08.12.2019, 09.30 Uhr

Kommentar

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11 Kommentare

  1. 11.

    Fans verabschieden sich eben manchmal so und das sollte man respektieten. Sie müssen es ja nicht lesen.

  2. 10.

    Eine Kommentare lassen hier ja tief blicken.
    Dieser Artikel erschien unter der Rubrik "Kultur"
    und wer keine hat oder mag, muss das ja nicht lesen.

  3. 9.

    Ich habe diesen Schauspieler sehr gern gesehen und bedauere, dass es ihn nun nicht mehr gibt.

    Lächerlich finde ich allerdings, bei einem 76-jährigen von "viel zu früh" gegangen zu sprechen oder dieses übergriffige herzliche Beileid und tiefe Trauer.
    Das sollte doch nahen Angehörigen und Freunden vorbehalten sein.

  4. 8.

    Ich habe diesen Schauspieler sehr gern gesehen und bedauere, dass es ihn nun nicht mehr gibt.

    Lächerlich finde ich allerdings, bei einem 76-jährigen von "viel zu früh" gegangen zu sprechen oder dieses übergriffige herzliche Beileid und tiefe Trauer.
    Das sollte doch nahen Angehörigen und Freunden vorbehalten sein.

  5. 7.

    An den Herrn der so negativ geschrieben hat.Wenn Ihnen der berühmte Schauspieler der uns viel zu früh verlassen hat,nicht bekannt ist,dann sind Sie Weltfremd oder sehen kein TV. Ich bedaure sehr seine Einkehr in die Ewigkeit.
    In tiefer Trauer Hajü Ferron, Schriftsteller.
    hajueferron@gmail.com

  6. 5.

    Mein herzliches Beileid an die Familie

  7. 4.

    Wolfgang,warum musste das sein
    Es gab keine Sendung,die wir uns nicht zig Mal angesehen haben.
    Rentnercops war das Beste ,dass im Fernsehen gelaufen ist.
    Wir sind unendlich traurig und hoffen ,dass die Familie gut über
    diesen Schmerz hinweg kommt,
    Unsere herzliche Anteilnahme
    G.und H.Glufke

  8. 3.

    Danke für den Link. Trotzdem ein Hinweis, der rbb|24 ist für Nachrichten gedacht und keine Boulevardzeitung. Hier können und sollen nur wichtige Fakten geschrieben werden - ansonsten artet die Berichterstattung aus.

    Ich kenne diesen Schauspieler weder vom Namen noch vom Fernsehen her.

  9. 2.

    Mein herzliches Beileid an die Familie.Er war ein guter+großartiger Schauspieler wir werden ihn nie vergessen,was er uns für gute Abwechslung brachte.Wir Berliner trauern um ihn sehr.
    In Trauer Hajü Ferron / Schriftsteller

  10. 1.

    Sein Lebenswerk ist bedeutend größer als im Artikel beschrieben und z. B. bei Wikipedia nachzulesen. https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Winkler_(Schauspieler)

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