Schauspielerin Helena Zengel kommt zur Verleihung der Europäischen Filmpreise (Quelle: DPA/Britta Pedersen)
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Europäischer Filmpreis - Zengel und Scheer unterliegen Colman und Banderas

Oscar, Golden Globe, Bafta und nun der Europäische Filmpreis: Gegen Olivia Colman als Königin am Rande des Nervenzusammenbruchs in "The Favourite" hat die elfjährige Berlinerin Helena Zengel den Kürzeren gezogen. Auch Alexander Scheer ging leer aus.

Die Farce "The Favourite" ist nach Meinung der Europäischen Filmakademie der beste europäische Film des Jahres. Der Film des griechischen Regisseurs Yorgos Lanthimos war am Samstagabend der große Gewinner des Abends und wurde auch als beste Komödie ausgezeichnet.

Die britische Schauspielerin Olivia Colman spielt darin die übellaunige Queen Anne, um deren Gunst zwei Frauen (Rachel Weisz und Emma Stone) im 18. Jahrhundert buhlen. Für die Rolle wurde Colman nun zur besten Schauspielerin Europas gewählt. Für diese Rolle hat sie bereits mehr als 30 internationale Preise erhalten, unter anderem den Oscar, den Golden Globe, den Bafta und den Preis als beste Schauspielerin des Filmfestivals von Venedig.

Damit ging die elfjährige Berlinerin Helena Zengel leer aus. Sie war neben Colman nominiert, für ihre Tour de Force im Film "Systemsprenger" - dem deutschen Kandidaten für den besten fremdsprachigen Oscar.

Verloren, aber nicht ganz leer ausgegangen

Auch Alexander Scheer ging leer aus. Er war für rbb-Co-Produktion "Gundermann" als bester europäischer Hauptdarsteller nominiert. In dieser Kategorie gewann der Spanier Antonio Banderas für seine Rolle als alternder Filmregisseur in "Leid und Herrlichkeit". Der Film von Pedro Almodóvar war auch als bester Spielfilm nominiert. Ebenso wie "Systemsprenger", der Debütfilm von Regisseurin Nora Fingerscheidt.

Insgesamt waren sechs Filme in dieser Kategorie nominiert. Neben den genannten auch die Mafiageschichte "The Traitor", das Sozialdrama "Les Misérables" und Roman Polanskis neuer Film "An Officer and a Spy" (französischer Originaltitel "J'accuse"). Der Europäische Drehbuchpreis ging an die Französin Céline Sciamma für "Porträt einer jungen Frau in Flammen".

"Babylon Berlin" ist Europas beste Serie

"The Favourite" erhielt insgesamt acht Preise. Der Grieche Yorgos Lanthimos wurde zum besten Regisseur gewählt. Die Preise für Kamera, Kostüm, Schnitt und Maske konnte der Film ebenfalls gewinnen. Der Münchner Regisseur Werner Herzog ("Fitzcaraldo") wurde für sein Lebenswerk geehrt. Die ARD-Sky-Koproduktion "Babylon Berlin" erhielt den Preis als beste europäische Serie, der erstmals verliehen wurde.

Ganz leer ging "Systemsprenger" aber nicht aus. Der Pris für die beste europäische Filmmusik war dem Film bereits im Vorfeld verliehen worden. Der Europäische Filmpreis wird jährlich wechselnd in Berlin und in einer anderen europäischen Stadt vergeben. Die Mitglieder der Europäischen Filmakademie stimmen über viele Preise ab.

Sendung: Radioeins, 07.12.2019, 22 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Sehr schade, ich hätte es diesem wunderbaren Filmteam und vorallem dieser unglaublich talentierten Hauptdarstellerin so sehr gegönnt.
    Der Film hat mich buchstäblich umgehauen.

  2. 1.

    Gut so. Der Hype um diese Helena Zengel ist ja nicht mehr zu ertragen.

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