Publikum steht in der Schlange vor dem Eingang ins Berghain (Quelle: imago images/Roland Owsnitzki)
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Video: rbb|24 | 13.12.2019 | Material: Abendschau, Abendshow | Bild: imago images/Roland Owsnitzki

Berliner Techno-Club Berghain - 15 Jahre Schlange stehen

Für knallharte Eingangskontrollen draußen und wilde Orgien drinnen ist das Berghain bekannt. Jetzt feiert die Berliner Techno-Institution, die regelmäßig wegen Eskapaden oder Drogen in die Medien gerät, seinen 15. Geburtstag.

Der Berliner Techno-Club Berghain in Berlin-Friedrichshain wird 15 Jahre alt. Der Club im ehemaligen Fernheizwerk auf dem Gelände des alten Berliner Ostbahnhofs öffnete am 18. Dezember 2004 erstmals offiziell seine Türen.

Seinen 15. Geburtstag feiert das Berghain nun etwas vorzeitig: von Samstagnacht (14. Dezember) bis Montag, "mit vielen Resident-DJs wie Marcel Dettmann und Norman Nodge, aber auch bestens bekannten Gästen wie Speedy J und Surgeon und ein paar selten gehörten Acts auf drei verschiedenen Ebenen", wie es in einer Mitteilung heißt.

Sven Marquardt (Quelle: imago images/T.Seeliger)
Er steht im Berghain an der Tür: Sven Marquardt | Bild: imago images/T.Seeliger

Sven Marquardt kontrolliert

Das Berghain mit seinen riesigen alten Kraftwerkshallen gilt als besonders angesagter Club in Deutschland und ist auch weitweit bekannt. Beim Ranking der Top-100-Clubs weltweit, erstellt durch das Fachmagazin "DJ Mag", steht das Berghain auf Platz 10 [djmag.com].

Den Club, zu dem neben dem gleichnamigen Hauptfloor auch "Panorama Bar" und "Säule" gehören, umgibt ein Mythos von strengen Türstehern und frei gelebter Sexualität.

Wer wirklich wissen will, wie Berlins bekanntester Club aussieht, muss ihn sich selbst anschauen: Foto- und Video-Aufnahmen im Innenbereich sind streng verboten. Doch viele Besucher scheitern an der Türpolitik des Clubs, der die "härteste Tür der Welt" haben soll. Die Schlangen dort sind legendär lang, mitunter betragen die Wartezeiten bis zum Türsteher bis zu drei Stunden. An der Tür angekommen entscheidet unter anderen der langjährige Türsteher und Fotograf Sven Marquardt, wer den Club betreten darf und wer nicht. Erklärungen für Abgewiesene gibt es keine.

Drogentod einer Besucherin in den Schlagzeilen

Weil es im Club wild hergeht, setzten die Architekten bei der Innengestaltung auf Stahl und andere extrem stabile Materialien. Sitzmöbel seien mit Kunstleder überzogen. "Die müssen abwischbar sein, vor allem in den Darkrooms, und preisgünstig, weil wir sie öfter mal ersetzen müssen", sagte Thomas Karsten, der 2003 den Innenraum gestaltete, im April dem "SZ-Magazin".

Die Toiletten wurden demnach so konstruiert, dass sie nicht zum Drogenkonsum einladen. Deshalb gebe es keine Spülkästen und generell keine horizontalen Flächen, sagte Karsten. In vielen Clubs nehmen die Besucher Kokain, das etwa auf eine gerade Fläche geschüttet und durch ein Röhrchen in die Nase gezogen wird.

Drogen sind dennoch im Zusammenhang mit dem Berghain immer wieder Thema: Im April 2018 geriet der Club nach einem Bericht über den Drogentod einer Besucherin aus den USA in die Schlagzeilen.

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19 Kommentare

  1. 19.

    Der Cosmic Club in Münster war immer viel geiler. Leider gibt es den nicht mehr, aber hier haben die besten Partys überhapt stattgefunden. Berlin ist ja ganz nett, aber MS ist Rave City!

  2. 18.

    Wäre ich Türsteher vom Berghain, würde ich niemanden in den Club lassen.

  3. 17.

    Oh, mit dem Du habe ich keine großen Probleme, komme ich doch aus einer Generation, wo sich von Anfang bis Ende durch-ge-duzt wurde :-) (Jutesack-Strickpulli-Lichterketten-Generation). Wenn man bedenkt, dass es so viele heimliche Fotografen wie dich/Sie in Berlin gibt und dann doch so vergleichsweise wenig Bilder aus der Zeit vor und kurz nach der Wende, in der Berlin noch nicht komplett anderen Großstädten glich, öffentlich zugänglich sind, dann ist das echt schade. Ich kannte Sven Marquardt erst ja nur als "Türsteher", was ja viel zu tief gegriffen ist, wenn man seine recht einzigartige Karriere zu DDR-Zeiten bedenkt. Genau diesen Blick braucht es glaube ich eben als "Einlass", ein "untrügerischer Blick" auf die Menschen. Back to Berghain:
    Als der Club öffnete, war ich hart an der Grenze zum Oldie. Jetzt sind die, die damals Mitte zwanig waren, dort angelangt. Eine Generation quasi. Und dennoch trägt das Konzept "be yourself tonight"! Klasse!

  4. 16.

    Zuerst mal sorry, wenn ich Sie spontan gedutzt habe. Ich habe meine Havelchaussee Tour auf den Dienstag verschoben. Zum einen sah es am Sonntagmorgen so aus, als würde es weiter regnen. Wie man sich doch irren kann;-)Zum anderen stellte ich fest, mein guter alter Braun Fotoapparat aus den 80er Jahren braucht dringend neue Batterien. Auch ein neuer s/w Film muß her. Ihr Musikgeschmack gefällt mir sehr. Und ja, Sam Smith mit“I feel Love“ ist einfach super. Kalkbrenner ist klasse. Digital photographiere ich nicht.Habe auch meine eigene Ausrüstung für die Bearbeitung von Negativen. Läßt sich locker aufbauen in meiner Küche. Muß nur für gute Verdunkelung sorgen. Ach ja, bevor ich weiter hier in mein Hobby abgleite, der berühmte Fotograf Jim Rakete gab mir vor vielen Jahren mal bei einem Gespräch gute Tipps für gute s/w Bilder ohne Blitzlicht. LG.

  5. 15.

    In den Tagen der frühen Love Parade bis zur Sonnenblumenzeit, als Techno noch kein Kirmes-Techno war :-) das waren Zeiten! Ja, ich habe auch in der Stadt in OWL, die es bekanntlich nicht gibt, schon auf Dancefloors "aciiiid" gebrüllt *lach* oh Mann! Gleichzeitig war "mein DJ" ja auch dereinst "Vertreter" für Decca/Teldec und andere Labels, auch Windham Hill, daher mag ich (at last!) Lou Rawls beispielsweise oder auch George Winston. Ich gebe zu, Ariana Grande ist nicht mein Ding, aber die Kalkbrenners wiederum. Oder Sia. Sam Smith hat mit "I feel love" einen Klassiker wiederbelebt :-) mein derzeitiger Tip. Ich glaub, ich hab ne Musick-Macke...
    Ich habe auch immer gerne fotografiert, aber meine Nikon FM2 liegt im Keller und wird nicht mehr benutzt :-( mir fehlt die Zeit. Paar rasche digital-Fotos, aber mehr ist nicht mehr. Bedaure ich sehr. Ich bin gespannt, ob Ihnen die Tour Havelchaussee und weiter gefallen hat und Fotos entstanden sind - gerade dort lohnt es sich wirklich!

  6. 14.

    Hallöchen Berlinerin. Niemals würde ich Dich als nen Alten Sack sehen;-) Na das liest sich ja ganz toll hier. Ums kurz zu machen. Ich bin ein ausgesprochener Liebhaber guter Musik. Da kenne ich fast keine musikalischen Grenzen. Bis auf den Rap. Besonders was schöne Stimmen anbelangt. Ob männlich oder weiblich. Deshalb bin ich jetzt sang und klanglos besonders dem Blues und Soul verfallen. Dann folgt der Jazz. Ich verteufel nicht die Techno Musik. Ab und an höre ich zuhause( beim Saubermachen) Paul Van Dyk. Als damals die Loveparade in Berlin seinen Lauf noch über den Kuhdamm nahm, fand ich die Bässe, wie sie an den Häuserwänden abgeprallt daher kamen fast schon orgiastisch geil. Als ehem. DJ in Diskotheken kannte auch ich kein Pardon, die Leute auf der Tanzfläche immer b.Laune zu halten. Zu Herrn Marquardt möchte ich anfügen, dass mir seine Photos ausgesprochen gut gefallen. Bin ja selber ein Hobbyfotograph, der ausschließlich in s/w Bilder schießt. LG.

  7. 13.

    Ich würde nie einen Club betreten, der jemanden wie mich hereinlässt.

  8. 12.

    Liebe Schwester, ich mag ja auch als "alter Sack" noch immer Techno, allerdings bin ich auch schon in OWL damals infiziert worden :-) mein Ex war DJ und hatte einen "Plattenladen", es gab nur einen Tag in der Woche, wo wir keinen Club/Disse hatten, wo wir hinfuhren. Ich habe aber auch genauso gern The Mission, Sisters, ganz viel tiefschwarzes Zeug gehört, bin auf Yazoo und NW eingestiegen, war aber auch auf den ersten DAF-Konzerten und habe Gabi vergöttert (noch heute rede ich mit meinem Friseur ne Stunde nur über Musick..der einzige, der sich an diese Zeiten noch erinnert...). Ich mag eigentlich fast alles an Musik, außer Latino-Kacke... aber ich bin zu alt geworden für zu lange Nächte in Clubs.
    Den Herrn Marquardt kenne ich nur als Fotograf, er ist schon ein echter Typ, kennst Du seine Fotos? Er hat eine Zeit festgehalten mit untrügerischem Blick, die auch "unsere" war, aber auch sonst blickt er rein, dahinter, für mich strahlt er sowas wie "Ruhe" aus, eine Eule.... faszinierend.

  9. 11.

    Lieber Lothar, auch wir hatten es wegen dem perfekten Outfit geschafft dort ein paar Stunden zu verbringen. Es war cool, aber Die Musik war nicht so ganz unser Ding....

  10. 10.

    Waren Sie mal drin, wenn da echt die Luzie abgeht? Und ja, es IST DIE Club-Institution schlechthin in Berlin und Weltweit. Der Türsteher ist sowas von cool. Ein Freund riet mir unbedingt, in Lederkluft zu erscheinen, sonst läßt der mich nicht rein. Schon wegen meines Alters. Und richtig, ich wurde durchgewunken. Aber ich muß gestehen trotz der tollen Atmosphäre dort, mir gefällt eben diese Techno Musik überhaupt nicht.

  11. 9.

    „... die regelmäßig wegen Eskapaden oder Drogen in die Medien gerät, seinen 15. Geburtstag.“ - was für ein Blödsinn.
    Jede Berliner Straßenkreuzung bietet mehr Tote und mehr Skandale. Der Club bedient nicht den Bedarf der rbb Redaktion an Unterstem Bild-Niveau. Das möge bitte auch so bleiben.

  12. 8.

    @ FeaGender.. War Jahre da regelmäßig.. 0 Uhr war Einlass und wenn man da zu besagter Zeit an der Tür stand und "Blechmann" öffnete und der Satz kam "komm rein" cool, oder "heute nicht" na hey, alles klar, ab in nächsten Club. Wer sich da ab 1 freiwillig anstellt dem ist wirklich nicht zu helfen.. Und wer hart feiern will kommt sowieso erst Sonntag ab Mittag.. Grüße

  13. 7.

    Verstehe ich Sie richtig, dass Sie der Meinung sind, sämtliche (?) Freizeiteinrichtungen sollten abgerissen und stattdessen an selber Stelle Wohnungsbau betrieben werden?!? Nur noch wohnen und arbeiten und sonst nix mehr im Leben?
    Vielen Ur-Berlinern fehlt da ein wenig der Blick dafür, aber verglichen mit anderen deutschen Städten gibt es in Berlin (noch) jede Menge Platz, um Wohngebäude zu errichten und ich meine auch schon des öfteren gelesen zu haben, dass es nicht an mangelndem Baugrund liegt, dass man momentan nicht mit dem Wohnungsbau hinterherkommt, sondern daran, dass man einfach die letzten Jahre und Jahrzehnte zu wenig gebaut hat und das jetzt erstmal aufholen muss - was wiederum nicht von heute auf morgen geschehen wird.

    Im Übrigen waren die Grünen zur Eröffnung des Berghain nicht an der Berliner Regierung beteiligt, das sind sie während der Berghain-Ära erst seit knapp drei Jahren.

    Glückwunsch ans Berghain zum 15. Geburtstag!

  14. 4.

    Wieviele Wohnungen könnten dort entstehen?
    So etwas kann es nur deshalb seit 15 Jahren geben weil R2G es als Aushängeschild für seine Lobbyistenpolitik braucht.

  15. 2.

    Drei Stunden warten um dann abgewiesen zu werden, bloß weil Herr Marquardt meint, einen Halbgott mimen zu müssen? Heute top, morgen flop - neenee.....
    Ich hab ja schon viele Clubs erlebt, aber solche Lokalitäten meide ich generell. Mache mich doch nicht freiwillig zum Brot.

  16. 1.

    für einen Club ist 15 Jahre eine Ewigkeit. Ge-ne-ra-tio-nen von (Touristen äh) U30 haben dort ihre Erfahrungen gesammelt, von denen sie ihren Enkeln NICHT erzählen werden :-) und das alles bei einer Einrichtung mit einem Charme zwischen Gerichtsmedizin und Autohof-Toilette an der A2, das ist gekonnt! Respekt! Schon allein der Türsteher, der ausschaut wie der kleine Bruder der EDEKA-Werbegestalt ist es wert, sich anzustellen ;-) (ganz davon ab, der Mann hat einen unglaublichen Blick, siehe seine Fotos!).

    Könnte man sagen, es ist eine Institution??

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