Ein Filmset ist am 04.04.2013 in Berlin vor der "Paris Bar" errichtet. Dort dreht der amerikanische Schauspieler George Clooney Szenen seines Films ""The Monuments Men". (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

Filmarbeiten - In diesen Berliner Bezirken wird am meisten gedreht

In keiner Stadt Deutschlands wird so fleißig gedreht wie in Berlin. Fast täglich kommt man an Sets und riesigen Film-Trucks vorbei. Jetzt zeigen Zahlen des Senats: In der Hitliste der gefragtesten Drehorte Berlins gab es im vergangenen Jahr einen Führungswechsel.

Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hat im vergangenen Jahr Friedrichshain-Kreuzberg als beliebtester Drehort in Berlin abgelöst. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine entsprechende Anfrage der Linken hervor, die dem rbb vorliegt.

Demnach wurden bis Ende Oktober 2019 insgesamt 249 Drehs in Charlottenburg-Wilmersdorf genehmigt. Im Vorjahr waren es dort noch 168. Auf Platz zwei folgt Friedrichshain-Kreuzberg (161 genehmigte Anträge). Dort waren es im Vorjahr 344. Auf Platz drei der gefragtesten Drehorte Berlins folgt Steglitz-Zehlendorf (137), gefolgt von Tempelhof-Schöneberg (133). Schlusslicht ist Marzahn mit lediglich sechs genehmigten Drehanträgen.

Aus Mitte und Lichtenberg lagen keine Angaben vor.

Bezirke verdienen an Dreharbeiten

Die Bezirke profitieren auch finanziell von Dreharbeiten. Friedrichshain-Kreuzberg nahm bis Ende Oktober 2019 für die Drehtage Gebühren in Höhe von knapp 28.000 Euro ein, wie aus der Antwort des Senats weiter hervorgeht. Am längsten gedreht wurde in Tempelhof-Schöneberg mit 354 Drehtagen, wodurch für den Bezirk knapp 38.000 Euro zusammenkamen. Wieviel der Spitzenreiter Charlottenburg-Wilmersdorf an den Dreharbeiten verdienen konnte, ist nicht bekannt. Auch das Erteilen von Sonderrechten auf den Straßen der Drehorte während der Filmarbeiten bringt Berlin Geld: 2018 zum Beispiel nahm der Senat damit knapp 357.000 Euro ein.

Welche Produktionen konkret zu der starken Zunahme der Dreharbeiten in dem Bezirk geführt haben, geht aus der Antwort nicht hervor. Eine Auflistung sämtlicher Film-und Fernsehproduktionen im öffentlichen Straßenland sei wegen des großen Umfangs grundsätzlich nicht möglich, heißt es darin.

Netflix und Amazon Prime auf dem Vormarsch

Berlin und Brandenburg geben gemeinsam vergleichsweise viel Geld für Filmförderung aus, um internationale Produktionen in die Hauptstadtregion zu locken: Das staatliche Unternehmen Medienboard Berlin-Brandenburg hat in den vergangenen 15 Jahren Film- und Fernsehproduktionen mit 374 Millionen Euro gefördert. Das gesamte Fördergeld muss in der Region ausgegeben werden. Und im Erfolgsfall müssen die Produzenten den Betrag zurückzahlen.

Zu den im vergangenen Jahr genehmigten Produktionen gehören Musikvideos, Dokumentationen, Werbefilme, Kino- und Fernsehfilme sowie Serienproduktionen wie der rbb-"Tatort", "4 Blocks", "Gute Zeiten Schlechte Zeiten" (GZSZ), die zweite Staffel der ZDF-Serie "Bad Banks" [zdf.de] und die dritte Staffel der ARD-Serie "Babylon Berlin" [daserste.de] gedreht. In Charlottenburg-Wilmersdorf zum Beispiel wurde dafür das Rathaus Charlottenburg als Drehort genutzt.

Zudem wurden 2019 in Berlin Fernsehfilme wie "Der namenlose Tag", "Das Pubertier" und "Golden Twenties" gedreht, hinzu kamen aufwändige Kinoproduktionen wie "Der Fall Collini", "Silver Cloud" und "Werk ohne Autor". Schwerpunkt in den letzten zwei Jahren seien eindeutig mehrteilige Film-und Fernsehproduktionen, darunter mehrere Staffeln für Internetplattformen wie "Netflix" und "Amazon Prime", heißt es in der Antwort des Senats.

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5 Kommentare

  1. 5.

    Ohne Mitte ist der Überblick nur eingeschränkt möglich. In der berichteten Gesamtheit gehen die genehmigten Anträge aber steil nach unten: 2017: 1.507, 2018: 1.291, 2019: 907 -> von 2017 zu 2019 ein Rückgang um 39,8%.

  2. 4.

    Kommt wohl drauf an, wo man wohnt und arbeitet, ich arbeite in Tempelhof-Schöneberg und lebe in Charlottenburg-Wilmersdorf, da stimmt die Angabe fast täglich auf jeden Fall!

  3. 2.

    Was ist denn mit Mitte? Da wurde doch auch gedreht..?

  4. 1.

    "Fast täglich kommt man an Sets und riesigen Film-Trucks vorbei. " - Ja, ist das so? Oder spielt der Wahrheitsgehalt eines Satzes heutzutage im Journalismus einfach keine so wichtige Rolle mehr …?

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