Demo zum Erhalt der Griessmühle (Quelle: rbb)
Video: rbb|24 | 22.01.2020 | Material: ARD-aktuell | Bild: rbb

Pachtvertrag in Neukölln endet - Alternative für Techno-Club Griessmühle gefunden

Dem Techno-Club Griessmühle in Neukölln ist der Mietvertrag gekündigt worden. Dagegen protestierten am Mittwoch Hunderte vor dem Rathaus. Gleichzeitig kam die Nachricht: Es gibt eine neue Bleibe für den Club. Doch auch der alte Standort ist nicht ganz verloren.

Für den Neuköllner Techno-Club Griessmühle, für den der Mietvertrag über den Januar hinaus nicht verlängert wurde, gibt es eine Zwischenlösung. Am Mittwoch gab die Clubcommission Berlin, der Interessenvertretung vieler Clubs in der Stadt, in einer Mitteilung bekannt, dass ab Februar ein alternativer Standort für den Club gefunden wurde.

Dort sollen bereits gebuchte und angekündigte Veranstaltungen stattfinden. Wo genau dieser Standort sein soll, wurde in der Mitteilung nicht erwähnt. Laut "Tagesspiegel" soll er sich in Mitte oder Lichtenberg befinden.

Zudem bestätigte die Clubcommission in ihrer Mitteilung die Bereitschaft der S Immo AG, Eigentümerin des Geländes, einen langfristigen Club-Betrieb auf dem jetzigen Gelände der Griessmühle prüfen zu wollen. Am Dienstag hatte es darüber bereits positive Gespräche zwischen Clubbetreibern, Politikern und Eigentümern gegeben.

Abschiedsveranstaltung bis zum 3. Februar

Der Untermietvertrag der Griessmühle läuft eigentlich zum 31. Januar aus und war zuletzt nur noch halbjährig verlängert worden. Der Grund: Investoren wollten das Gelände neu entwickeln, dafür wird umfassend saniert. Es bleibe also Fakt, dass der Club ab Februar nicht weiter an Ort und Stelle bestehen bleiben könne, schreibt die Clubcommission. Demnach will der Eigentümer des Grundstücks den Clubbetreibern allerdings eine Abschiedsveranstaltung bis zum 3. Februar gestatten. Zudem habe die S Immo AG den Zeitraum für die Räumung noch bis Mitte Februar verlängert.

Protest vor dem Neuköllner Rathaus

Laut Mitteilung hat der Eigentümer erklärt, die künftige Entwicklung des Geländes zu Veranstaltungs-, Gastronomie- und Clubflächen gemeinsam mit der Clubcommission prüfen zu wollen. Laut Clubcommission hat der Eigentümer dabei ausdrücklich erklärt, dass ein Club auch künftig Bestandteil des Areals sein könnte. Zudem wolle der Eigentümer prüfen, ob Freiflächen des Geländes bereits während der Bauphase genutzt werden können.

Am Mittwochnachmittag fand eine Kundgebung unter dem Motto #savegriessmuehle vor dem Rathaus Neukölln statt, an der mehrere hundert Menschen teilnahmen. Für den Erhalt wurde eine Petition mit dem Titel "#saveourspaces - Rettet die Griessmuehle" gestartet. Mittlerweile haben diese mehr als 40.000 Menschen unterschrieben.

Auch Sage und KitKat stehen vor dem Aus

In Berlin wird schon länger ein Clubsterben durch steigende Mieten, Lärmbeschwerden und Gentrifizierung beobachtet. Dabei traf es zuletzt bekannte Einrichtungen wie Jonny Knüppel auf der Lohmühleninsel, das White Trash in Treptow oder den Bassy Cowboy Club in Prenzlauer Berg.

Auch den beiden bekannten Berliner Clubs Sage und KitKat droht das Aus. Wie der Sage-Betreiber dem rbb bestätigte, wurde der Mietvertrag für das von beiden Clubs gemeinsam betriebene Haus in Berlin-Mitte vom Besitzer gekündigt. Demnach müssen beide Clubs bis Juni 2020 ausziehen.

Sendung: Abendschau, 22.01.2020, 19:30 Uhr

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