Das Gelände der Grießmuehle in Berlin Neukölln. (Quelle: rbb24)
Video: Abendschau | 21.01.2020 | Tom Garus | Bild: rbb24

Standort soll langfristig Clubkultur bieten - Neue Hoffnung für Techno-Club Griessmühle

Der Techno-Club Griessmühle muss den jetzigen Standort in Neukölln Ende Januar verlassen. Wenn es gut läuft, nur vorübergehend. Denn das Gelände soll saniert werden - und dann sogar langfristig wieder für Clubkultur zur Verfügung stehen.

Für den Neuköllner Techno-Club Griessmühle, dem der Mietvertrag über den Januar 2020 hinaus nicht verlängert wurde, gibt es zumindest langfristig neue Hoffnung. Am Dienstag haben sich drei Vertreter der Stadt - der Abgeordnete Georg Kössler (Grüne), Wirtschaftsstaatssekretär Christian Rickerts und Sascha Disselkamp von der Clubcommission - im Berliner Büro des in Österreich ansässigen Eigentümers des Geländes getroffen.

Dort habe das Immobilienunternehmen deutliche Signale gegeben, dass die Clubkultur mittel- und langfristig an diesem Standort erhalten bleiben könne und es neue Räumlichkeiten für einen Nachfolge-Club der Griessmühle geben soll. "Die Gespräche liefen besser als gedacht", sagte Kössler, der zu dem Gespräch eingeladen hatte, dem rbb unmittelbar nach dem Treffen.

Das Gelände der Griessmuehle in Berlin Neukölln. (Quelle: rbb24)
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Auch die Clubcommission ist zufrieden

Der Standort an der Sonnenallee sei prädestiniert, Gewerbe und Clubkultur zusammenzubringen, weil dort keine Nachbarn gestört würden. Das sehe auch der Besitzer des Geländes so, sagte Kössler weiter.

Auch Sascha Disselkamp von der Berliner Clubcommission sagte, es sei ein erfolgreiches Treffen gewesen, weil das Unternehmen bereit sei, am Standort langfristig Clubkultur zu schaffen und "auch auf Dauer zu halten". Zum Schluss sei das Unternehmen sogar bereit gewesen, über eine Zwischennutzung nachzudenken. Doch zuerst müssten der Boden erneuert und Bau- und Sanierungsarbeiten am Kanal erledigt werden. Diese Arbeiten sollten noch in diesem Jahr anlaufen.

Disselkamp sagte, er hoffe, dass die Betreiber der Griessmühle die Nachrichten positiv aufnähmen, weil sie eine langfristige Perspektive böten. "Wenn sich die Griessmühle einen neuen Standort in der Stadt suchen müsste, wäre es ja sehr viel schwerer", so Disselkamp weiter.

Weitere Gespräche in den kommenden Tagen

In dem kommenden Tagen wollten sich alle Beteiligten an einen Runden Tisch setzen, um zu beraten, wie Clubkultur an dem Standort weitergeführt werden kann. Bislang liegen die Bekenntnisse von Seiten des Eigentümers jedoch nur mündlich vor - das Unternehmen hat sich auch nicht zu den Ergebnissen der nicht öffentlichen Gespräche geäußert. Disselkamp und Kössler hoffen, es seien nicht nur Lippenbekenntnisse. "Aber das Versprechen steht jetzt im Raum, dass dort Clubkultur gehalten werden kann und daran müssen wir jetzt alle zusammen dran arbeiten", so der Abgeordnete Kössler.

Der Mietvertrag für das ehemalige Industriegebäude an der Sonnenallee wurde vom Inhaber nicht verlängert, wie der Betreiber des Clubs Griessmühle Mitte Januar mitgeteilt hatte. Der Vertrag läuft nun Ende Januar aus. Investoren wollten das Gelände neu entwickeln.

Auch Sage und KitKat stehen vor dem Aus

In Berlin wird schon länger ein Clubsterben durch steigende Mieten, Lärmbeschwerden und Gentrifizierung beobachtet. Dabei traf es zuletzt bekannte Einrichtungen wie Jonny Knüppel auf der Lohmühleninsel, das White Trash in Treptow oder den Bassy Cowboy Club in Prenzlauer Berg.

Auch den beiden bekannten Berliner Clubs Sage und KitKat droht das Aus. Wie der Sage-Betreiber dem rbb bestätigte, wurde der Mietvertrag für das von beiden Clubs gemeinsam betriebene Haus in Berlin-Mitte vom Besitzer gekündigt. Demnach müssen beide Clubs bis Juni 2020 ausziehen.

Sendung: Abendschau, 21.01.2020, 19:30 Uhr

Für Mittwoch (22.01., ab 15.30 Uhr) ist eine Kundgebung unter dem Motto #savegriessmuehle vor dem Rathaus Neukölln angekündigt - unter anderem mit Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) und seinem Stellvertreter Falko Liecke (FDP) sowie Georg Kössler (Grüne) als Redner.

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