Die magdeburger Indierock-Band <<Berlin Syndrome>>. (Quelle: berlinsyndrome.com/N. Nedel)
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Audio: Inforadio | 15.01.2020 | Simon Brauer | Bild: berlinsyndrome.com/N. Nedel

Konzertkritik | Berlin Syndrome - Eigentlich wie gemacht für größere Bühnen

Die Magdeburger Indierock-Band Berlin Syndrome hat gerade einen neuen Schlagzeuger gefunden - und feiert das mit neuen Songs und einer Tour. Das Konzert in einem Club in Berlin-Kreuzberg war allerdings nur mäßig besucht. Von Simon Brauer

Er fällt sofort auf: Felix Noster, der neue Schlagzeuger der Magdeburger Band Berlin Syndrome. Nicht wegen seiner Spielweise oder seiner Lautstärke. Nein, er ist der einzige in dieser fünfköpfigen Band ohne Vollbart.

Angeführt wird die Band vom gebürtigen Briten Graeme Salt. Das Studium hat ihn einst von Manchester nach Magdeburg geführt. 2014 gründet er dort die Band Berlin Syndrome. Ihre Musik erinnert an die großen Namen des schwermütigen Indierocks: Editors, The National, Joy Division.

Archiv: Graeme Salt, Sänger der Band Berlin Syndrome. (Quelle: dpa)
Bild: dpa

Von Manchester nach Magdeburg

Was auf dem Debütalbum "Sweet Harm" hier und da noch zaghaft klingt und ein bisschen eintönig, ist live auf der Bühne ein mitreißendes Erlebnis: Die fünf Musiker sind perfekt eingespielt, der neue Schlagzeuger bestens integriert – bis auf die bereits erwähnte fehlende Gesichtsbehaarung. Melancholische Hymnen wechseln sich ab mit tanzbaren New-Wave-Passagen, manchmal sogar innerhalb eines einzigen Songs.

Keine Witze, nur Musik

Der Auster Club in Berlin-Kreuzberg ist nicht mal zur Hälfte gefüllt beim Konzert von Berlin Syndrome. Aber die, die da sind, sehen ein kraftvolles Konzert einer kraftvollen Band, tanzen oder nicken zumindest rhythmisch mit dem Kopf. Schade, dass die Band zwischen ihren Songs nicht viel zu sagen hat - nur das übliche "Thank you, dankeschön".

In einer längeren Pause fragt Frontmann Graeme Salt doch tatsächlich: "Soll ich jetzt wirklich etwas erzählen? Kennt vielleicht jemand von euch gute Witze?" Schweigen im Publikum. Gut, dass gleich der nächste Song beginnt. Abgesehen davon sind Berlin Syndrome und ihre Songs wie gemacht für größere Bühnen. Ein größeres Publikum ist der Band auf jeden Fall zu wünschen.

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