Während der Umbauarbeiten im Pergamonmuseum ist der Pergamonaltar eingerüstet. (Quelle: imago-images/epd)
Video: Abendschau | 31.01.2020 | Sabrina Wendling | Bild: imago-images/epd

Medienbericht - Sanierung des Pergamonmuseums soll deutlich teurer werden

Seit 2013 wird das Pergamonmuseum umgebaut. Die geplanten Kosten sind im Laufe der Jahre gestiegen - auch weil aufwendiger gebaut wurde. Dabei ist der zweite Bauabschnitt noch nicht einmal gestartet. Und der soll laut einem Bericht deutlich teurer werden. 

Die Sanierung des Pergamonmuseums auf der Berliner Museumsinsel wird offenbar deutlich teurer als geplant. Wie der "Tagesspiegel" am Freitag berichtet, könnten für den zweiten Bauabschnitt Kosten in Höhe von 350 Millionen Euro entstehen.

Dabei geht es um die Grundsanierung des nördlichen Flügels und den Neubau eines vierten Flügels. Die Zeitung beruft sich auf eine Ausschreibung für Planungsleistungen des zuständigen Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR).

Planung beginnt jetzt erst

Auf Nachfrage des rbb betonte das BBR allerdings, bei den genannten 350 Millionen handele es sich nicht um eine Kostenschätzung oder gar um eine Kostenberechnung. Es sei lediglich eine Angabe für die Architekten des zweiten Bauabschnitts. In einem Auswahlverfahren hatte das Berliner Büro Jan Kleihues den Zuschlag erhalten, das auch schon am ersten Bauabschnitt mitgewirkt hat. Die konkreten Planungen für den zweiten Bauabschnitt beginnen laut dem Bundesamt jetzt erst.

Vor sechs Jahren hatte die damalige Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) die Kosten für den zweiten Bauabschnitt mit 124 Millionen Euro beziffert. Diese Zahl beruhte allerdings auf älteren Planungen, in denen etwa unterirdische Verbindungsbauten nicht berücksichtigt waren.

Noch kein Termin für Fertigstellung

Schon die Kosten für den ersten Bauabschnitt, der 2013 begonnen hatte, waren deutlich gestiegen: von zunächst geplanten 261 Millionen Euro auf 477 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für den Umbau des Museums liegen demnach bei mehr als 800 Millionen Euro. Vor drei Jahren waren laut "Tagesspiegel" 430 Millionen Euro genehmigt worden. 

Zudem dauert die Sanierung länger als ursprünglich geplant: Erst war davon ausgegangen worden, dass die Arbeiten am ersten Abschnitt 2023 beendet werden. Zum Richtfest im vergangenen Frühjahr hieß es allerdings vom Bundesamt für Bauwesen, eine Verlängerung der Bauzeit bis 2025 sei nicht auszuschließen. Ein Puffer von 19 Monaten sei aber von Anfang an mitgedacht worden. Hintergrund seien unter anderem hohe Anforderungen des Denkmalschutzes. Wann der gesamte Umbau abgeschlossen sein wird, wollte das Bundesamt für Raumwesen auf rbb-Anfrage nicht sagen.

Das Pergamonmuseum ist auch während der Umbauten für Besucher zumindest teilweise geöffnet, nicht zu sehen ist allerdings der Pergamonaltar. Im vergangenen Jahr kamen rund 804.000 Besucher in das Museum.

Sendung: Inforadio, 31.01.2020, 10:00 Uhr

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10 Kommentare

  1. 10.

    Kostensteigerungen können viele Gründe haben. Im Falle der Museumsinsel kommen zu den üblichen Problemen (derzeit sind z.B. Baufirmen knapp und Aufträge somit deutlich teuer als vor 7+ Jahren geplant) noch der Denkmalschutz in Kombination mit dem Alter der Gebäude. Wenn da bei den Arbeiten ein vorher unbekannter Riss gefunden wird und bei Nachforschungen dann noch tiefgreifende Probleme auftreten... Bist Du direkt ein paar Millionen los.

  2. 9.

    Es tatsächlich so das wenn ein Museumsdirektor oder jemand anderes der öffentlichen Hand zur Politik geht und sagt wir wollen da was sanieren oder bauen und es wird gesagt das kostet X Millionen Euro wird das Projekt abgelehnt. Kommt nun selbige Person und sagt wir bauen für X tausend Euro wird es bewilligt und während der Bauphase wird dann im Plan nachgebessert und erwerben neue Mittel beantragt usw und am Ende wundern sich alle oh wieder teurer! Nur was viele dann noch vergessen das auch das vermeintliche umplanen gut bezahlt werden darf und hätte man von Anfang an das Projekt mit dem realen geplant fallen diese neuplanungskosten nicht an. Leider in Brandenburg beim Umbau unseres Gerätehauses als Leiter der FF live miterlebt. Und so läuft es bei vielen Projekten es gibt sicher auch Fälle wo Probleme tatsächlich erst zb beim öffnen einer Wand zu sehen sind nur finde ich es sehr naiv bei solch alten Bauwerken. Aber ja wenn das Geld wirklich in solche Projekte gesteckt wird und nicht in anderen Taschen landet kann ich gut damit leben dafür Steuern zu zahlen! Und freue mich sehr wieder diese Kunstwerk der Geschichte unserer Zivilisation auf diesem Planeten sehen zu dürfen!

  3. 8.

    Hallo Markus2, da gebe ich Dir vollkommen recht. es wird für soviel Mist zum teil so viel Geld ausgegeben. Jedoch hier für ist es schon okay.

  4. 7.

    Keine Überraschung. Doch ich muss sagen, bei diesem tollen Gebäude und den Schätzen, die dort lagern, ist das Geld wenigstens gut angelegt.

  5. 6.

    Sie meinen mit 'unserem Land' wahrscheinlich die BRD obwohl ja Berlin auch ein Land ist, wie z.Bsp. Bremen, Hamburg, NRW, etc... Andernfalls liest sich das etwas verworren oder verwirrt - na wissen schon, was ich meine, weil ja 2x 'Land' vorkommt.

  6. 5.

    Weil all die öffentlichen Projekte sonst nicht politisch durchsetzbar wären. Aber wenn das Bauvorhaben nun mal schon gestartet ist... Ein Schelm, wer dabei an Täuschung denkt...

  7. 4.

    Hat jemand etwas anderes erwartet, ist doch in unserem Land und besonders in Berlin Normalzustand.

  8. 3.

    Na das ist ja mal eine Überraschung. Es wird teurer als geplant.

  9. 2.

    Frage eines Laien: Warum werden (anscheinend) die Kosten für Großprojekte stets zu niedrig angesetzt? Will man damit den Zuschlag für den Auftrag gewinnen?

  10. 1.

    Yeah - und wieder machen sich die nächsten die Taschen voll und andere waschen ordentlich Geld an einem öffentlichen Bauprojekt. Es ist so schön!

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