Archiv: Der designierte Intendant des Staatsballetts Berlin, Johannes Öhman und die Choreographin Sasha Waltz nehmen am 28.04.2017 in Berlin an einer Pressekonferenz des Staatsballetts Berlin teil. (Bild: dpa/Maurizio Gambarini)
Audio: Inforadio | 22.01.2020 | Sabine Lüders | Bild: dpa/Maurizio Gambarini

Berlin - Staatsballett-Intendanten Öhman und Waltz hören auf

Von Beginn an gab es Streit um die Intendanz von Sasha Waltz und Johannes Öhman am Staatsballett. Zum Jahresende nun soll Schluss sein. Öhman übernimmt einen neuen Posten in Stockholm.

Die beiden Intendanten des Berliner Staatsballetts, Sasha Waltz und Johannes Öhman, legen zum Ende des Jahres ihre Ämter nieder. Das teilte die Senatskulturverwaltung am Mittwoch mit.

Der ehemalige Tänzer Johannes Öhman hatte die Intendanz des Staatsballetts seit August 2018 inne. Die Choreografin Sasha Waltz stieß im Sommer 2019 als Ko-Intendantin dazu.

Öhman wechselt 2021 ans Dansens Hus in Stockholm

Laut Kulturverwaltung führt Öhman zum Beginn des kommenden Jahres das Dansens Hus in Stockholm als neuer Geschäftsführer und zugleich künstlerischer Leiter. Vor diesem Hintergrund werde auch Sasha Waltz dann ihre Co-Intendanz am Staatsballett beenden, hieß es zur Begründung vom Senat.

Öhman ist Schwede, in Stockholm geboren und studierte dort Ballett. Er arbeitete in Schweden sehr erfolgreich als Tänzer und später als Leiter der Göteborg Operans Danskompani von 2007 bis 2011 sowie von 2011 bis zu seinem Engagement in Berlin als Leiter des  Royal Swedish Ballet.

Sasha Waltz studierte Tanz in Amsterdam und arbeitete in New York als Tänzerin in mehreren Kompanien. Später arbeitete sie mit Choreografen, Bildenden Künstlern und Musikern schuf eigene Choreografien. Seit Beginn der 90er Jahre arbeitete sie an verschiedenen Häusern in Berlin, darunter am Künstlerhaus Bethanien und der Schaubühne, und gründete später die Berliner Sophiensäle als Spielstätte und zusammen mit Jochen Sandig die Tanzkompanie Sasha Waltz & Guests. Im Jahr 2016 entschied dann der Senat, Öhman und Waltz zu engagieren.

Das Modell der Ko-Intendanz der beiden sah eine geteilte Verantwortlichkeit mit unterschiedlichen Kompetenzen vor.

Streit um Eignung seit Engagement

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), dem damals das Kulturressort unterstand, hatte zusammen mit seinem damaligen Kulturstaatssekretär Tim Renner die beiden Künstler berufen. Ihre Nominierung führte aber von Beginn an zu Streit in Künstlerkreisen und im Ensemble selbst. Waltz sei als Vertreterin des modernen Tanztheaters für klassisches Ballett ungeeignet, so die Kritik.

In wenigen Wochen, Ende April, soll nun die erste eigene Kreation Sascha Waltz' mit dem Staatsballett Premiere haben: die "Sym-phonie 2020".

Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es fälschlicherweise, Sasha Waltz probe derzeit für die auf Herbst 2020 Produktion "Dornröschen". Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Sendung: Inforadio, 22.1.2020, 10.30 Uhr

3 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 2.

    Die auf Oktober verschobene Premiere von Dornröschen ist nicht als neue Kreation von Sasha Waltz geplant gewesen. Geplant war die Einstudierung des Werkes der Stuttgarter Primaballerina Marcia Haydee aus dem Jahre 1987, also ein echter Klassiker.
    Es laufen derzeit keine Proben für Dornröschen beim Staatsballett Berlin.

  2. 1.

    Das ist wirklich schade. Durch diese gute Kombi aus Klassischen Ballett und Modern war ich im letzten Jahr tatsächlich öfter bei Vorstellungen als je zuvor. Ich hatte auch den Eindruck, dass es immer gut besucht war. Hoffe das Ensemble bleibt bei dem Mix.

Das könnte Sie auch interessieren