Corinna Harfouch, Wien 2014; © imago-images
Audio: rbb 88,8 | 19.02.2020 | Miriam Keuter | Bild: imago-images

Neubesetzung ab 2022 - Corinna Harfouch wird neue "Tatort"-Kommissarin in Berlin

Die Schauspielerin Corinna Harfouch ermittelt ab 2022 als neue Kriminalhauptkommissarin im "Tatort" des rbb. Harfouch spielt dann an der Seite von Mark Waschke, der weiterhin den Ermittler Robert Karow verkörpert. Meret Becker wird den Berliner "Tatort" verlassen.

Die Schauspielerin Corinna Harfouch wird ab 2022 die neue Kriminalhauptkommissarin im "Tatort" aus Berlin.

Die prominente Film- und Fernsehdarstellerin löst in dem Darstellerteam des Rundfunk Berlin-Brandenburgs (rbb) Meret Becker ab, die die Rolle der Kriminalhauptkommissarin Nina Rubin seit 2015 spielt. Für Kontinuität im Team sorgt Darsteller Mark Waschke: Er spielt auch weiterhin den Kriminalhauptkommissar Robert Karow, nun an der Seite von Harfouch.  

Neubesetzung mit Harfouch war Wunsch des Senders

rbb-Intendantin Patricia Schlesinger erklärte, die Neubesetzung sei der Wunsch des Senders gewesen, dass Harfouch dann auch zugesagt habe, sei allerdings auch eine Überraschung gewesen: "Wir freuen uns sehr. Corinna Harfouch beherrscht wie keine andere Schauspielerin ein Stilmittel, das in Deutschland im Film selten Anwendung findet: Understatement."

Dieses Understatement sei die beste Voraussetzung, in Berlin eine Kommissarin zu sein. Mit Mark Waschke an ihrer Seite werde der Sender nun in den nächsten Monaten ein Team für die Hauptstadt entwickeln. "Wir sind gespannt, wieviel Geheimnis und Überraschung die beiden in den Berliner 'Tatort' einbringen werden", sagte Schlesinger.

Erfolgreich in vielen Rollen an Deutschlands Bühnen

Seit dem Beginn ihrer Karriere arbeitete Corinna Harfouch an vielen wichtigen Bühnen Deutschlands und erhielt dafür zahlreiche Auszeichnungen.

Insgesamt wirkte Harfouch seit ihrem Debüt vor der Kamera in mehr als 80 Film- und Kinoproduktionen mit. Zu ihren bedeutendsten Filmen gehören unter anderem "Gefährliche Freundin" (1996) von Hermine Huntgeburth, "Sexy Sadie" (1996) von Matthias Glasner, "Irren ist männlich" (1996) von Sherry Hormann, "Vera Brühne" (2001) von Hark Bohm, "Der Untergang" (2004) von Oliver Hirschbiegel, "Whiskey mit Wodka" (2008) von Andreas Dresen, "Im Winter ein Jahr" (2008) von Caroline Link, "Berlin Calling" (2008) von Hannes Stöhr, "This is love" (2009) von Mathias Glasner, "Der Fall Bruckner" (2014) von Urs Egger oder "Viel zu nah" (2016) von Petra K. Wagner. Zuletzt war sie in der rbb-Leuchtstoff-Produktion "Lara" (2017) von Jan Ole Gerster zu sehen, der im Vorjahr in die Kinos kam.

Auch im mehreren "Tatort"-Folgen war sie bereits als Darstellerin zu sehen und zu Beginn ihrer Schauspielerinnen-Karriere Anfang der 1980er Jahre auch im Polizeiruf.

Mehrfach für ihre Arbeiten ausgezeichnet

Für ihre Filmarbeiten wurde Corinna Harfouch mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis, dem Deutschen Fernseh-, Film- und Schauspielpreis. Im Deutschen Theater Berlin ist sie derzeit in Phädra (Regie: Stephan Kimmig), Die Möwe (Regie: Jürgen Gosch) und Persona (Regie: Anna Bergmann) zu sehen.

Corinna Harfouch selbst nannte ihr "Tatort"-Engagement "eine großartige Idee". Sie freue sich, "zusammen mit Mark Waschke in Berlin zu arbeiten". Harfouchs Vorgängerin Becker hat die Rolle der Kriminalhauptkommissarin Nina Rubin seit 2015 in bislang zehn Fällen gespielt, insgesamt sollen es bis zu ihrem Ausscheiden dann fünfzehn "Tatorte" werden. Sie begründete ihren Weggang damit, sich nun "anderen künstlerischen Aufgaben widmen" zu wollen. Am Sonntag, dem 15. März, wird der nächste "Tatort: Das perfekte Verbrechen" im Ersten ausgestrahlt.

Sendung: Inforadio, 19.02.2020, 11.00 Uhr

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13 Kommentare

  1. 13.

    Herbert Köder wäre auch keine schlechte Wahl.

  2. 12.

    Na nu aber... Gute Schauspiler/-innen können Figuren unterschiedlichen Alters spielen. Es gibt immer einen Unterschied zwischen dem tatsächlichen Alter des Schauspielers und dem Alter der Figur, die sie/er verkörpert. Sicher nimmt man Corinna Harfouch einen Teenie nicht mehr ab, eine erfahrene Frau in den 50er Labensjahren aber schon. Ich bin gespannt, was für einen Charakter die Drehbuchschreiber ihr verpassen.

  3. 11.

    Frau Harfouch ist eine tolle Schauspielerin. Aber definitiv zu alt. Bei der Polizei geht der gehobene Dienst mit 61-63 Jahren in Pension. Fr Harfouch soll erst ab 2022 in Dienst gehen. Sie ist 1954 geboren. Das sieht dann genauso lächerlich aus, wie Horst Tappert als Derrick. Es gibt mit Sicherheit jüngere und glaubwürdige Schauspieler.

  4. 10.

    Den Tatort muss man wirklich leben, ansonsten überzeugt er nicht.

  5. 9.

    Ach Du Schreck, und dafür sollen wir dann auch noch GEZ bezahlen...

  6. 8.

    Das mit seiner Tochter habe ich auch gelesen aber auch ich hoffe das es nicht dazu kommt denn Schimmi und Thanner bleiben unerreicht !! Alles hat seine Zeit und damals hat alles zusammen gepasst von vorne bis hinten . Das währe genauso als würden ABBA jetzt mit über 70 nochmal auf die Bühne zurück kehren und Versuchen die Zeit von damals zu kopieren . Das geht meistens schief und deshalb ist es immer klug zu wissen wann der richtige Zeitpunkt zum Ausstieg ist . Habe aber so gut wie alle Folgen von Schimmi und Thanner auf DVD und auch einen großen Teil von Stoever und Brockmöller und schaue mir diese immer wieder gerne an .

  7. 7.

    Ich finde es zwar sehr schade, dass Frau Becker aus dem Tatort aussteigen wollte, finde aber die Neubesetzung super. Frau Harfouch ist eine tolle Schauspielerin und wird der neuen Figur ihren eigenen Charakter und Tiefgang geben. Ich freu mich drauf...

  8. 6.

    Nichts gegen Corinna Harfouch die bestimmt eine tolle Schauspielerin ist. Bei einer Neubesetzung sollten dann aber auch Nachwuchsschauspieler berücksichtigt und eingesetzt werden! Vielleicht ist ja aber auch der Grund das hier alte Seilschaften greifen, attraktiver macht es den Berliner Tatort jedenfalls nicht.

  9. 5.

    Ja, Schimanski war eine sichere Bank. Wussten Sie, dass es eine neue Schimanski-Serie geben soll? Es soll dann seine Tochter sein. Ich finde diesen Ansatz nicht so toll. DIe von Ihnen genannten Teams finde ich auch gut.

  10. 4.

    Sehr, sehr schade! Meret Becker zu ersetzen ist ein ziemliches Wagnis. Frau Harfouch ist eine gute Schauspielrin, aber eingepfiffen auf einen bestimmten Typus und eben auch nicht mehr jung.

  11. 3.

    Für mich gab und gibt es nur ein wirklich interessantes Tatort Team was über viele Jahre begeistert hat und das waren Schimanski ( Götz George ) und Thanner ( Eberhard Feik ) in Duisburg . Mit einen etwas größeren Abstand noch die Teams Stoever ( Manfred Krug ) und Brockmöller ( Charles Brauer ) aus Hamburg und Freddy Schenk ( Dietmar Bär ) und Max Ballauf ( Klaus Behrendt ) aus Köln . Alle anderen Teams die es gab und gibt haben mich nie vom Hocker gerissen und der Berliner Tatort ist nach dem Weggang von Dominic Raacke und Boris Aljinovic noch schlechter geworden als er schon vorher war . Schade denn Berlin als Kulisse bietet so viel interessantes aber es muss halt auch das richtige Tatort Team sein was den Zuschauer mit nimmt und begeistert.

  12. 2.

    Hat niemand mal über eine Verjüngung nachgedacht? Neue Gesichter? Schaffen andere Sender doch auch

  13. 1.

    Eine dann 68jährige Kommissarin...sehr realistisch Frau Intendantin....

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