Archivbild. Plácido Domingo, Sänger, gibt am 07.06.2018 eine Pressekonferenz für die Aufführung "Staatsoper für alle". Der spanische Opernstar hat Vorwürfe sexueller Übergriffe zurückgewiesen. (Quelle: dpa/Britta Pedersen)
Bild: dpa/Britta Pedersen

Sexuelle Übergriffe eingeräumt - Deutsche Oper Berlin sagt drei Auftritte von Placido Domingo ab

Drei Mal sollte Star-Tenor Placido Domingo im nächsten Jahr in Berlin "Don Carlos" singen - jetzt wurden die Auftritte gestrichen. Der Sänger hatte im Februar erstmals sexuelle Übergriffe auf Frauen zugegeben.

Die Deutsche Oper in Berlin hat drei Auftritte des Opernsängers Placido Domingo abgesagt. Nachdem der Sänger sexuelle Belästigung mehrerer Frauen eingeräumt habe, würden geplante Vorstellungen im Jahr 2021 in Solidarität mit den Betroffenen nicht mehr stattfinden, teilte die Oper am Dienstag mit.

Den Angaben zufolge sei ein Vertrag mit Domingo einvernehmlich aufgelöst worden, der Sänger erhalte kein Honorar. Domingo hätte am 6., 10. und 13. Juni 2021 "Don Carlos" singen sollen.

Domingo räumte Fehlverhalten ein

In den vergangenen Wochen hatten schon andere Konzerthäuser Auftritte des Tenors
abgesagt. Ende Februar hatte sich Domingo bei Frauen entschuldigt, die ihm im Zuge der MeToo-Bewegung Übergriffe vorgeworfen hatten. "Ich erkenne die volle Verantwortung für meine Taten an", ließ der 79-Jährige erklären.

Zuvor hatte eine Untersuchung des US-Verbands der Musikkünstler (AGMA) die Vorwürfe zahlreicher Sängerinnen bestätigt. Zuvor hatte Domingo die Anschuldigungen über Monate geleugnet.

Im August hatte die US-Nachrichtenagentur Associated Press Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen den gefeierten Opernsänger publik gemacht. Insgesamt etwa 20 Frauen haben Domingo mittlerweile vorgeworfen, ihnen Küsse aufgezwungen, sie begrapscht oder ohne ihr Einverständnis gestreichelt zu haben. Domingo hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und versichert, dass all seine sexuellen Beziehungen und Handlungen "immer willkommen und einvernehmlich" gewesen seien.

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