Die Kuppelspitze mit Engelsfiguren und einem Kreuz (M) ist auf dem Neubau vom Berliner Schloss, dem Humboldt Forum, vor dem Fernsehturm am Alexanderplatz (Hintergrund) zu sehen. Das ursprünglich nicht eingeplante christliche Symbol auf der Rekonstruktion des Schlosses ist umstritten. Die für September geplante erste Teileröffnung des Humboldt Forums ist coronabedingt verschoben worden. Der 644 Millionen Euro teure Bau soll aber noch in diesem Jahr eröffnet werden. (Quelle: dpa/B. Jutrczenka)
Bild: dpa/B. Jutrczenka

Fertigstellung noch 2020 - Bau des Humboldt-Forums trotz Corona-Krise im Plan

Im Dezember soll das Humboldt-Forum fertig sein - so zumindest war der Stand kurz nach Ausbruch der Corona-Pandemie. Nun hat die Stiftung Humboldt-Forum den Termin erneut bestätigt: Eröffnung noch vor Jahresende.

Die Stiftung Humboldt-Forum hält am bisher genannten Öffnungstermin fest. Das Humboldt-Forum werde "wie angekündigt noch im Dezember dieses Jahrs" eröffnen, teilte der Stiftungsrat am Dienstag mit. Grundlage für die Entscheidung war demnach ein Bericht über den Fortschritt der Arbeiten durch den Stiftungsvorstand.

"Dass dies trotz der Behinderungen der Baustelle durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie ermöglicht wird, stellt einen beachtlichen Erfolg aller am Bau Tätigen dar", heißt in einer Mitteilung der Stiftung. Nun sei vor allem das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung gefragt, dass die baulichen Anlagen rechtzeitig geprüft würden.

Fortschritt der Arbeiten in den letzten Monaten

In den letzten Monaten seien die Bauarbeiten in den Erdgeschossbereichen gut vorangekommen, hieß es. Zuletzt war am 29. Mai "als Schlussstein der Rekonstruktion der barocken Fassaden" die Laterne mit dem Kreuz auf die Schlosskuppel" gehoben worden. Zudem gehe in den Ausstellungsbereichen der Museen im zweiten und dritten Obergeschoss auch der Aufbau der komplexen Vitrinenstrukturen voran.

Die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss geht davon aus, dass damit noch in diesem Jahr weite Bereiche im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss dauerhaft geöffnet werden können. Dazu gehören die Ausstellungen der Stiftung zur Geschichte des Ortes im Skulpturensaal im Ostflügel, zwischen Portal 1 und 2 und im historischen Schlosskeller auf der Westseite des Gebäudes.

Im ersten Obergeschoss werde bereits die Ausstellung des Landes Berlin zusammen mit den Kulturprojekten Berlin eingerichtet, und Ende des Monats folge der Ausstellungsaufbau der Humboldt-Universität auf derselben Etage. Der Skulpturensaal im Ostflügel des Schlüterhofs sei nahezu fertig. Die Ausstellungen zur Geschichte des Ortes im Schlosskeller und im Südflügel seien ebenfalls im Aufbau. In den Höfen im Erdgeschoss werde bereits gepflastert, und das Gerüst an der Außenwand vor dem Eosander-Portal werde bis Mitte Juli fallen, hieß es.

Corona-Pandemie sorgte für drei Monate Verzögerung

Die Ausstellungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst sowie weitere Sonderausstellungen in den oberen Geschossen und die Dachterrasse mit dem Restaurant sollen dann 2021 öffnen.

Die zunächst für September geplante erste Teileröffnung des Humboldt-Forums war coronabedingt verschoben worden. Nach insgesamt drei Eröffnungsetappen soll das Forum bis Herbst 2021 komplett zugänglich sein. Das 40.000 Quadratmeter umfassende Gebäude bespielen künftig die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit zwei ihrer Museen, das Land Berlin und die Humboldt-Universität. Gezeigt werden sollen Exponate aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien sowie Objekte zur Geschichte Berlins.

Sendung: Kulturradio, 16. 06. 2020, 16 Uhr

4 Kommentare

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  1. 3.

    Ein Mensch muss kein Monarchist sein, um die Fertigstellung des Humboldt-Forums als einen Höhepunkt in der Geschichte Berlins zu begreifen. Wer die Straße Unter den Linden in aller Ruhe entlang geht, anstatt nur per Auto, per Rad oder zu Fuß dort durchzuhetzen, der spürt geradezu, dass dieser Straße etwas fehlt. Die "Linden" waren bei allen Nachkriegsarchitekten - ob traditionell oder modern - faktisch "gesetzt". Das Brandenburger Tor als Finale war auch unstrittig. Nur beim Ausgangspunkt gingen die Auffassungen auseinander.

    Jetzt ist mit gebührendem zeitlichen Abstand dieser Ausgangspunkt neu erstanden: Architektonisch passend zu den "Linden" und inhaltlich neu, fernab jeglichen Monarchismus und jeglichen Gedankens daran. - Ein wunderbares Zeichen!

  2. 2.

    Gute Nachrichten. Bei mir wächst die Vorfreude auf dieses imposante Ensemble. Hoffentlich trödelt man nicht bei der Anlage , die in die Umgebung einbindet , samt U-Bahn Eingängen. Dann ist dieses städtebauliche Highlight frei zu genießen. Ich kann diese ewigen Baustellen zwischen Tor und Platz nicht mehr sehen. Nach 30 Jahren darf man vielleicht um eine Pause bitten.

  3. 1.

    Komisch, bauen geht trotz Abstands Verbot immer, scheint da mit zweierlei Maß gemessen zu werden, aber Paula weh kann uns bestimmt aufklären...

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