Symbolbild - Die Kolossalstatue des Sonnengottes Helios (r) und einer Göttin im Kuppelsaal im Neuen Museum in Berlin (Bild: dpa/Rainer Jensen)
Audio: Inforadio | 27.07.2020 | Hans Ackermann | Bild: dpa/Rainer Jensen

Livestream aus dem Neuen Museum Berlin - Kleopatra trifft auf Elektro

Elektronische Klänge und ägyptische Kulturschätze - diese reizvolle Kombination gab es am Wochenende als Livestream aus dem Neuen Museum Berlin. Hans Ackermann hat den sechs Künstlern beim Konzert im Rahmen des Festivals "United We Stream" zugehört.

Im Kolonnadenhof vor dem Neuen Museum sitzt Lisa Morgenstern am Klavier. Der Hof ist leer, bis auf die "Amazone", die sich das Konzert von ihrem Bronzepferd herab anschaut. Wenn die Kameraperspektive wechselt, sieht man im Hintergrund auch andere Bronzestatuen - darunter den "Sämann" des belgischen Bildhauers Constantin Meunier oder Reinhold Felderhoffs Jagdgöttin "Diana.

Angenehmer Soundteppich

Von den Skulpturen im Kolonnadenhof geht es direkt in den langgestreckten Pharao-Raum des Museums. Dort hat DJ Acid Pauli im warmen Licht der beleuchteten Vitrinen sein Instrumentarium aufgebaut. Zu unaufdringlichen Elektrosounds zeigt die Kamera Grabstatuen und Büsten ägyptischer Königinnen und Pharaonen. Auch Anubis, der liegende Schakal kommt ins Bild. Mehr als 4000 Jahre ist diese Skulptur des ägyptischen Totengottes alt.

Die altägyptische Grabkultur verträgt sich hervorragend mit den modernen Klängen, die in hypnotischen Grooves durch den Raum flirren. Ein angenehmer Soundteppich, von dem aus die Kamera auch immer wieder nach oben schwenkt. Dort ist in Gold auf Blau die kostbare Deckenmalerei des Raumes zu sehen - Szenen aus dem Leben im alten Ägypten.

Kleopatra fesselt mit Gesang und Tanz

Mit ihrer Klarinette hat sich in der Treppenhalle des Neuen Museums unterdessen die Sängerin Valentin in ein schwarzes Gewand gehüllt. Von dieser geheimnisvollen Kleopatra schwenkt die Kamera kein einziges Mal weg, derart fesselnd ist ihre Gesangs- und Tanz-Performance. Der Auftritt ist ein Höhepunkt, wobei die Sängerin das Museum eher als Kulisse für ihre eigene, allerdings perfekte Inszenierung nutzt.

Später übernimmt mit Amin Fallaha ein DJ mit ägyptisch-syrischen Wurzeln die Bühne. Mit wohltuend leichten Beats präsentiert er im Pharao-Raum authentische Elektrosounds. Dazu gleitet die Kamera immer wieder in detaillierten Nahaufnahmen an Sarkophagen und Totenbüchern entlang.

Nach genau fünfeinhalb Stunden endet der multimediale Museumsrundgang in der Treppenhalle mit einem entspannten Chill-Out. Die elektronische Klanguntermalung sollte auch im echten Museumsbetrieb ausprobiert werden. Im Stream, der weiterhin bei ARTE Concert [externer Link] zu sehen ist, hat das Experiment jetzt jedenfalls bestens funktioniert.

Sendung: Inforadio, 27.07.2020

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