Archivbild: Jules Ahoi & The Deepsea Orchestra im Konzert. (Quelle: dpa/Rudi Keuntje)
Audio: Inforadio | 29.07.2020 | Hans Ackermann | Bild: dpa/Rudi Keuntje

Kleinkonzert aus Kesselhaus im Stream - Sehr live und ein bisschen zu akustisch

"Kesselhaus Acoustics" ist die Open-Air-Konzertreihe hinter dem Frannz in der Kulturbrauerei überschrieben: ein Konzert mit großem Publikum im Netz und dem ganz kleinen Publikum im Biergarten. Von Hans Ackermann

"Love, Peace, Bierchen und Acoustics" - dieser Slogan steht auf den T-Shirts, die am Bühnenrand als Konzertsouvenirs an Kleiderbügeln im Wind baumeln. Von "Love and Peace" handeln dann auch die meisten Lieder, die der Singer-Songwriter Shelterboy singt, zwischendurch am Bierchen nippt, und sich natürlich auf einer akustischen Gitarre begleitet.

Mehr Britpop als Indie-Folk

Mit den Beatles und Oasis sei er aufgewachsen, sagt Shelterboy alias Simon Graupner im Interview. Wenn er Songs wie "Use Me" singt, erinnert das stimmlich durchaus an die Gallagher-Brüder aus Manchester. Doch eigentlich steht nicht Britpop, sondern "Indie-Folk" als Überschrift über dem Konzertabend. Aber auch der isländische Sänger Mani Orrason lässt britische und irische Vorbilder anklingen, singt mit hoher Stimme wie der U2-Sänger Bono und mindestens genauso ausdrucksvoll.

Trotz aller Melancholie in den Songs, von denen einige in der Quarantäne der letzten Monate geschrieben wurden, herrscht auf der Bühne eine gute Stimmung - so wie mutmaßlich auch im Publikum, was die fest nach vorn montierte Kamera aber nicht zeigen kann, und was die Mikrofone der Sänger auch nur schwach aufzunehmen in der Lage sind. Ein Saal-Mikrofon hätte dann auch die Stimmung deutlich heben können, denn so ganz ohne klingt der Applaus nach den Stücken im Stream immer ein bisschen dünn.

Im Netz allerdings, wo das Konzert zusätzlich live gestreamt wird, ist der fehlende Saalapplaus Nebensache.

Akustischer Surfpop fast wie über den Wolken

Dabei bekommt auch der dritte Künstler des Abends im Frannz-Biergarten zu Recht kräftigen Beifall: Jules Ahoi, der mit seinem akustischen Surfpop millionenfach gestreamt wird. Etwa sein Titel "Denmark", eine Hymne und Erkennungsmelodie des Musikers aus Köln, der vor Jahren das Surfen in Hvide Sande an der dänischen Westküste gelernt hat.

Auf dem Wasser ist die Freiheit fast so grenzenlos wie über den Wolken - diese Botschaft zieht sich wie ein blauer Faden durch einen sehr gelungenen musikalischen Sommerabend. In zwei Wochen sei man wieder in Berlin, erzählt der Hamburger Veranstalter der Konzertreihe am Ende noch. Dann hoffentlich auch wieder im Livestream.

Sendung: Inforadio, 29.07.2020, 06:55 Uhr

Beitrag von Hans Ackermann

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1 Kommentar

  1. 1.

    Radioelns sendet übrigens auch jeden Tag live die Abendsendung aus dem Frannz und jeden Tag Livebands auf der Bühne :) Alle 2 Wochen streamen wir das ganze auch mit mehreren Kameras (und Atmomikros haha) und Netz und redButton TV.

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