Archivbild: Die deutsche Dichterin, Autorin, Übersetzerin Elke Erb. (Quelle: imago images)
Audio: Inforadio | 07.07.2020 | C. Geiß | Bild: imago images

Akademie für Sprache und Dichtung - Schriftstellerin Elke Erb erhält Georg-Büchner-Preis 2020

Die Berliner Schriftstellerin Elke Erb wird mit dem renommiertesten deutschen Literaturpreis ausgezeichnet: Sie erhält den Georg-Büchner-Preis für ihr "unverwechselbares und eigenständiges schriftstellerisches Lebenswerk".

Die Schriftstellerin Elke Erb bekommt den Georg-Büchner-Preis 2020. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt mit. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland.

Mit Elke Erb ehre die Akademie ein unverwechselbares und eigenständiges schriftstellerisches Lebenswerk, dessen Anfänge 1975 in der DDR lagen und das sich nach deren Ende unbeirrt bis in die Gegenwart fortsetzt habe, heißt es in der Begründung der Jury. "Für die unverdrossene Aufklärerin ist Poesie eine politische und höchstlebendige Erkenntnisform."

Von der Landarbeiterin zur Schriftstellerin

Die 82 Jahre alte Erb lebt in der Oberlausitz und in Berlin. Sie wurde im rheinländischen Scherbach geboren und ist die Tochter des marxistischen Literaturwissenschaftlers Ewald Erb. Ihr Vater galt seit 1941 als vermisst. Nach dem Zweiten Weltkrieg holte er seine Familie 1949 vom Rheinland in die DDR nach Halle (Saale). Elke Erb kam jedoch kurze Zeit später mit ihren zwei jüngeren Schwestern in ein Heim.

Fast zehn Jahre arbeitete die spätere Schriftstellerin als Landarbeiterin und studierte daraufhin unter anderem Germanistik. Von 1963 bis 1965 arbeitete sie als Lektorin beim Mitteldeutschen Verlag. Ein Jahr später wurde sie freie Schriftstellerin. Elke Erb schreibt Lyrik und Kurzprosa.

Neben ihrer eigenen Schreibtätigkeit übersetzte sie zahlreiche hauptsächlich russische Romane und Gedichte ins Deutsche, wie zum Beispiel von Oleg Jurjew oder Olga Martynowa. Außerdem war sie 1986 Herausgeberin des Sammelbands "Jahrbuch der Lyrik". In ihrer Zeit in der DDR wurde sie unter anderem wegen ihrer Sympathie für die unabhängige Friedensbewegung von der Staatssicherheit überwacht.

Erb ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste. Im Mai 2012 wurde sie außerdem als Mitglied in die Akademie der Künste in Berlin berufen.

Frühere Preisträger wie Max Frisch und Günter Grass

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung vergibt den Georg-Büchner-Preis seit 1951 an Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in deutscher Sprache schreiben. Die Preisträger müssen "durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten" und "an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben".

2019 war der Schweizer Schriftsteller und Dramatiker Lukas Bärfuss ausgezeichnet worden. Zu den weiterem Preisträgern gehören Max Frisch (1958), Günter Grass (1965) und Heinrich Böll (1967) sowie zuletzt seit 2015 Rainald Goetz, Marcel Beyer, Jan Wagner und Terézia Mora. Erb ist die elfte Frau, die den Preis bekommt.

Namensgeber ist der Dramatiker und Revolutionär Georg Büchner ("Woyzeck"). Er wurde 1813 im Großherzogtum Hessen geboren und starb 1837 in Zürich. Die Verleihung ist für den 31. Oktober in Darmstadt geplant.

Sendung: Inforadio, 7.7.2020, 9:45 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Wunderbar, eine Lyrikerin... Ich hätte mir auch Thomas Rosenlöcher aus Dresden vorstellen können. Aber auch diese Wahl ist sehr zu begrüßen.
    Lesen, Fühlen und Denken... Dann kann auch Hoffnung entstehen.

  2. 1.

    Glückwunsch! Freut mich!

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