ARCHIV - 23.09.2019, Berlin: Das Logo der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) ist am Tor zur Villa von der Heyd zu sehen (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Bild: dpa/Christoph Soeder

"Strukturelle Überforderung" - Wissenschaftsrat empfiehlt Auflösung der Preußen-Stiftung

2.000 Mitarbeiter, mehrere Berliner Museen, Bibliotheken und Archive gehören zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Zu viele Institutionen, befindet nun der Wissenschaftsrat - und plädiert dafür, die Stiftung aufzulösen.

Der Wissenschaftsrat empfiehlt nach einem Bericht der "Zeit" (Mittwoch) die Auflösung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Die Vielzahl der Institutionen unter der Dachorganisation führten zu einer "strukturellen Überforderung" der Stiftung, heißt es nach Angaben der Zeitung in einem Entwurf für die Sitzung des Wissenschaftsrats. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hatte das Gremium mit der Evaluation der Stiftung beauftragt.

Zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit rund 2.000 Mitarbeitern gehören unter anderem die Staatlichen Museen Berlin, die Staatsbibliothek, das Geheime Staatsarchiv, das Ibero-Amerikanische Institut und das Staatliche Institut für Musikforschung.

In den vergangenen Jahren war Kritik an der Stiftung laut geworden, als sie mit der Flick-Sammlung eine wichtige Privatsammlung verlor, oder weil es bei verschiedenen Projekten Bauverzögerungen bzw. Kostensteigerungen gab, so beispielsweise beim Museum der Moderne oder beim Pergamonmuseum.

Mehr Informationen voraussichtlich am Montag

Für Montag (13.7.) hat der Wissenschaftsrat eine Pressekonferenz angekündigt, an der auch Grütters und Stiftungspräsident Hermann Parzinger teilnehmen sollen.

Der Wissenschaftsrat berät Bund und Länder in Sachen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Darin vertreten sind überwiegend Wissenschaftler, aber auch Vertreter des öffentlichen Lebens. Träger sind Bund und Länder.

Sendung: Inforadio, 7.7.2020, 13 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um eine Antwort zu verfassen.

Antwort auf [Nachtweih] vom 10.07.2020 um 13:10
Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

10 Kommentare

  1. 10.

    Mensch Heinz, Sie haben recht!
    Ich habe gerade erstmals etwas auf der Seite des Rechtschreibrats nachgeschlagen.
    Ich hatte es bei der Einführung des großen scharfen S seinerzeit so verstanden, dass es ab sofort verpflichtend zum Einsatz käme.

    In der nach großem Anfangsbuchtstaben klein weitergeschriebenen Variante ist das scharfe ß allerdings obligat, außer - wie von Ihnen ganz richtig erwähnt - in der Schweiz.

    Hat Spaßß gemacht, mit Ihnen hier ein bisschen zu fachsimpeln! ;-)
    Hoffen wir das Beste für die Zukunft der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bzw. die zukünftige Erfüllung ihrer Aufgaben!

  2. 9.

    Hmm, dann haben Sie wohl recht und der Duden nicht. -> "Bei Verwendung von Großbuchstaben steht traditionellerweise SS für ß. In manchen Schriften gibt es aber auch einen entsprechenden Großbuchstaben; seine Verwendung ist fakultativ".

  3. 8.

    Selbst wenn man das Wort in Blockbuchstaben schreibt, müsste seit 2017 ein großes scharfes S mit rein - zumindest nach der deutschen Rechtschreibung. ;-)

  4. 7.

    Scharfes s schreib ich nach System Schweiz - immer ss. Für hier korrigiere ich es dann - PREUSSEN. Sieht auch besser aus....

  5. 4.

    Die Stiftung war ursprünglich eine Übergangsregelung, bis zur Wiedervereinigung der getrennten Teile Deutschlands. Stattdessen ist sie nach der Wende noch verfestigt worden. Es standen wohl zu viele renommierte Posten auf dem Spiel. Also, von daher wäre es vernünftig und mehr als das. Die Staatsbibliothek sollte der Stadt bzw. dem Land Berlin zugesprochen werden (ist das wirklich eine gute Idee?), das Humboldtforum im Berliner Schloß sollte Bundeseigentum sein etc. Berlin und Brandenburg haben ja sogar noch die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten gegründet - genau so ein anachronistischer Blödsinn. Sollen sie die gleich mit auflösen.

  6. 3.

    "preußische Geschichtsverklärung". Es ist und bleibt Teil der Geschichte unserer Heimat. Wenn bei Einigen schon die Statue vom "Hauptmann von Köpenick" ein Problem ist, dann weiß man woher der Wind weht. Wer meint mit dem Mantra "Kolonialismus" lasse sich Geschichte beenden, möchte dort nur Platz für seine seine politische Ideologie schaffen."what the romans did for us?". Was kommt als nächsten die umbenennung der römischen Kolonie namens "Köln"? Was passiert wenn Geschichte zur politisch-ideologischen Gefahr erklärt wird, konnte man in Afghanistan und Syrien beobachten, wo man mit Hämmern durch die Museen ist.

  7. 2.

    Raubkunst ? Hätten Schliemann und Kollegen die nicht ausgegraben würden diese immer noch in der Erde schlummern...
    Preussen wird nie untergehen.

  8. 1.

    Längst überfällig und als Spinnerei von Sozialromantiker*innen verlachte Kritik waren genau diese Forderungen! V.a. ehemalige Mitarbeitende können über die Intransparenz und Unschlüssigkeit des eigenen Zwecks der Organisation berichten, genauso wie über die großen Gelder, die ziellos verpuffen - anstatt Bildung und Forschung zu fördern! Das beste Beispiel ist das Humboldt-Forum. Ein "Museum" ohne wissenschaftliche Anbindung, das preußische Geschichtsverklärung und -verherrlichung, auch bzgl. Kolonialismus, betreibt und verfassungswidrige, identitätspolitische Parolen hofiert. Man darf daran erinnern, wie oft der rbb live aus dem Bau selbst berichtete - sehr distanziert und kritisch...

    Darüber hinaus ist die Stiftung in erster Linie wegen ihres problematischen Umgangs mit Raubgut kritisiert worden, ob bzgl. Enteignungen durch Nazis oder ob Schwarzhandel von Gegenständen. Bauverzögerungen und -kosten sind doch dahingegen geradezu trivial, rbb.

Das könnte Sie auch interessieren