Haupteingang Studio Babelsberg in Potsdam © imago images / Martin Müller
Audio: Antenne Brandenburg | 29.07.2020 | Magdalena Bienert | Bild: imago images / Martin Müller

Aufwendiges Hygienekonzept - Hollywood-Produktionen in Babelsberg beenden Corona-Pause

Mit "Uncharted" und "Matrix" kehrt das Studio Babelsberg aus der Corona-Pause zurück: Die beiden Hollywood-Großproduktionen werden mit einem gigantischen Aufwand für Infektionsschutz begleitet - den es so derzeit nirgendwo sonst in der Filmbranche gibt.

In Babelsberg wird wieder gedreht. Die Filmstudios produzieren unter anderem gerade den Actionfilm "Uncharted" mit den Hollywoodstars Mark Wahlberg und Tom Holland. Außerdem laufen Vordrehs für den vierten Teil der Science-Fiction Reihe "Matrix" mit Keanu Reeves.

"Wir sind wahrscheinlich der sicherste Ort auf Erden"

Das Studio tue alles für die Sicherheit von Künstlern und Mitarbeitern, sagte Christoph Fisser vom Vorstand der Filmstudios am Dienstag in Potsdam: "Wir haben 2.500 Tests pro Woche an fünf Teststationen. Wir sind wahrscheinlich der sicherste Ort auf Erden, weil alle Mitarbeiter komplett durchgetestet sind. Sie müssen auch Masken tragen, die Abstandsregeln werden eingehalten. Wir kontrollieren wirklich alles. Denn Babelsberg ist momentan der einzige Standort weltweit, an dem gedreht wird."

Brandenburg sei das einzige Bundesland ohne Drehverbot gewesen, so Fisser weiter. "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" laufe wie gewohnt weiter. Für die aktuellen Großproduktionen, "Matrix" und "Uncharted" sei extra der Job der "Covid-Captains" eingeführt worden: Mitarbeiter, die kontrollieren, ob sich alle an die Hygiene-Regeln halten und bei den Tests helfen, die immer montags und donnerstags verpflichtend seien. "Wir drehen ganz anders als jemals zuvor. Wir haben verschiedene Zugangsbereiche: Die Leute, die in Produktionsbüro arbeiten, dürfen nicht ans Set. Dann haben wir ein Base-Camp, das ist außerhalb, die dürfen weder ans Set noch ans Produktionsbüro."

"Befehlsketten wie beim Militär"

Und sollte es doch einen Coronafall geben? Fisser gab sich zuversichtlich: "Durch diese Covid-Teams wird das sofort gemeldet. Das sind Befehlsketten wir beim Militär. Wir können schnell reagieren. Und wenn ein Fall da ist, könnten wir mit größter Wahrscheinlichkeit weiterdrehen"

Alles andere wäre ein schwerer ökonomischer Verlust. Krankheits- oder Quarantänefälle im Team können schnell mit Millionenbeträgen zu Buche schlagen. Ein zweiter Lockdown wie im März, als die kompletten Dreharbeiten abgebrochen werden mussten, würden die Produktionen "nicht überleben". Seine Mitarbeiter wüssten das, und er gehe davon aus, dass sie sich an die Regeln halten: "Sie wissen doch, dass die ganze Welt auf uns schaut."

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1 Kommentar

  1. 1.

    Der hat wohl noch nie was von neuseeland und der dortigen filmindustrie gehoert....
    Hier wird seit monaten gedreht...von der "Coronasicherheit" ganz zu schweigen.

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