Pierre Boulez Saal © Volker Kreidler
Bild: Volker Kreidler

Konzertbesuche mit Maske - Im Boulez-Saal sollen keine Reihen freigelassen werden

Wer in der kommenden Saison ein Konzert im Pierre-Boulez-Saal besuchen will, muss während der Aufführung Maske tragen. Dafür sollen nach rbb-Informationen prozentual deutlich mehr Besucher zugelassen werden als beispielsweise in der Philharmonie.

Als erster Konzertsaal in Berlin plant der Kammermusiksaal der Barenboim-Said-Akademie, der Pierre-Boulez-Saal, für die neue Saison ab 1. September eine Publikumsbesetzung nach dem sogenannten Schachbrettmuster. Das sagte Intendant Ole Bækhoj dem rbb. Danach wäre jeweils ein Sitz vor, hinter und neben jedem Besucher oder jeder Besucherin frei, mit einem Abstand zwischen einem und 1,50 Meter. Das ermöglicht eine Auslastung des Saals von knapp der Hälfte: 291 statt 683 Plätzen können genutzt werden. Voraussetzung ist, dass während des gesamten Konzertes Maskenpflicht herrscht.

Alle anderen Konzertsäle in Berlin dürfen bislang nur jeden vierten Platz besetzen. Von den 2.250 Plätzen in der Philharmonie beispielsweise werden zum Eröffnungskonzert am 28. August nur 465 besetzt sein.

16.000 Interessierte auf der Warteliste

Auf Catering, Pause und Garderobe wird im Boulezsaal laut Bækhoj verzichtet. Die Abendkassen sind ebenfalls geschlossen, der gesamte Verkauf erfolgt digital. Auf den Wartelisten für die kommende Saison haben sich bereits 16.000 Interessenten eintragen lassen.

Der 2017 eröffnete Boulez-Saal hat nach rbb-Informationen eine Lüftung mit 100 Prozent Frischluftzufuhr; zudem ermöglichen fünf Eingänge eine großzüge Abstandsregelung. Ole Bækhoj, der Intendant, sagte dem rbb: "Wir brauchen vernünftige und verantwortliche Lösungen, deshalb haben wir dieses Konzept mit Experten genau geprüft".

Rechtliche Prüfung wird nicht ausgeschlossen

Der Boulez-Saal ist eine gemeinnützige Privatinstitution, die zum Teil von der Staatsministerin für Kultur finanziert wird. Das neue Hygienekonzept wurde dem Gesundheitsamt Berlin-Mitte vorgelegt. Sollte das Gesundheitsamt nicht zustimmen, erwarten die Verantwortlichen Argumente, warum die neue Sitzordnung nicht rechtskonform wäre und behalten sich eine rechtliche Prüfung vor. Die Planungssicherheit für alle Veranstaltungen durch verbindliche Vorgaben müsse sichergestellt werden, heißt es.

Klassik-Festivals in Salzburg und Luzern haben das Schachbrettmuster bereits angewandt. In Berlin war das bislang nicht möglich.

Beitrag von Maria Ossowski

1 Kommentar

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  1. 1.

    Tut sich das wirklich jemand an?

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